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'Cepa Gavilan' Ribera del Duero 
2009

'Cepa Gavilan' Ribera del Duero

Viele spanische Weine entsprechen simplen Klischees. Ganz anders ist das bei den Perez Pascuas-Brüdern. Sie produzieren auf ihrem Weingut Viña Pedrosa rare Weinoriginale, die Klischees nicht nötig haben. An Viña Pedrosa, einem der Pioniere des Ribera del Duero, scheinen die modischen Attitüden der spanischen Weinszene abzuprallen. Ihre Weine sind Klassiker, eigenständige Charaktere, die sich nie süß und süffig weichgespült und mit neuem Holz zugekleistert dem populistischen Weinzeitgeist des modernen Spanien anbiederten, sondern ihre ureigene Herkunftsstilistik zelebrieren, die sie von vielen anderen Weinen der Ribera del Duero wohltuend unterscheidet.

Spanien ist ein Land der Hochplateaus. Auch die 135 Hektar der Familie Perez Pascuas liegen zwischen 800 und 850 m Höhe. Deren extreme Klimata kann man riechen und schmecken, verleihen sie doch den Weinen der Viña Pedrosa faszinierend kühle innere Frische, die uns immer wieder aufs Neue begeistert. Hier sind die Alkoholwerte verhalten und die Struktur der Weine wird von Frische und Länge dominiert, in der man die Konzentration der alten Buschreben ahnt, nicht die der heute üblichen Extraktionsverfahren.

Unter den Weinen der Viña Pedrosa entspricht ‚Cepa Gavilan’ als jüngster am ehesten dem Klischee eines typischen Ribera del Duero. Aus 100 % Tempranillo gekeltert, reifte er nur 12 Monate im kleinen Holzfaß und strotzt deshalb vor pubertärer Frucht und muskulöser Saftigkeit. Sein jugendlicher Charme wirkt noch etwas ungestüm und seine frische Beerenfrucht hat die attraktiven Holzaromen und die warme Lakritze- und Beerenwürze noch nicht vollständig integriert. Im Mund dominiert deshalb noch Opulenz und Volumen, mehr Würze als Frucht, süffig, schmelzig und attraktiv jugendlich klingt ‚Cepa Gavilan’ am Gaumen aus, wo er wärmer wirkt als die anderen Cuvées, weil er tatsächlich etwas mehr Alkohol in die Waagschale wirft; er lag kürzer im Faß und evaporierte deshalb weniger Alkohol.

Was an den Weinen der Perez Pascuas überzeugt ist die Stringenz ihrer qualitativen Pyramide. Vom ungestüm fruchtigen, jungen ‚Cepa Gavilan’ zur raffiniert feinen Gran Reserva, alle Weine folgen einer Linie, sind aus einem Guß, stammen aus einer Feder und werden mit steigender Qualitätsstufe feiner, edler, kühler und raffinierter. Das können so überzeugend nur wenige in Spanien, geschweige denn in der Ribera del Duero. Ein souverän agierender Familienbetrieb, der mit ,Cepa Gavilan’ einen fulminant preiswerten Einstieg bietet.

Viña Pedrosa, Perez Pascuas

Ribera del Duero. Eine der berühmtesten und spannendsten Appellationen Spaniens in der Region Castilla y Leon. Doch die meisten Weine aus Ribera del Duero nutzen das faszinierende Potential des extremen Klimas in 400 bis 800 m Höhe und der kalkigen Böden kaum, sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen in Stil, Überextraktion, Holzeinsatz und Geschmack und wirken wie nach Rezept produziert.

Die meisten Weine der berühmten Appellation kennen keinen Herkunftscharakter, sondern nur die Handschrift ihrer Weinmacher: Maximale Extraktion, unangenehme Süße durch Überreife und viel zu viel neues Holz, mangelnde Frische und brandiger Alkohol haben spanische Weine zwar sehr erfolgreich gemacht in den letzten Jahren, interessieren uns aber nicht. Uns interessiert der wahre Charakter einer Region in ihren Weinen und die hat hier einmaligen Reiz mit immensem Potential für Eigenständigkeit und expressive Individualität. Für spanische Verhältnisse sind in der Ribera del Duero die Mengen klein und die meisten Bodegas sind Familienbetriebe, deren Weinberge im Tal oder an den Hängen des Duero zwischen 500 und 800 m hoch liegen. Die klimatischen Gegebenheiten auf dieser Hochebene sind hart und extrem; hier pfeifen In den langen kalten Wintern heftige Winde über die Hochebene und die Sommer sind trocken und extrem heiß. Hier leiden die Reben, denn späte Fröste sind fast die Regel, und die stets reinsortige Tempranillo, dort auch Tinto fino oder Tinta del Pais genannt, hat knapp 110 Tage Zeit, um auszureifen. Es sind diese sehr spezifischen Wachstumsbedingungen, die den Weinen einen intensiv beerig würzigen Charakter verleihen, in dem auch frischer Tabak, rote Beeren- und kühle Gewürzaromen die tragende Rolle spielen.

Seit vielen Jahren führen wir die Riberas der drei Peréz Pascuas Brüder. Ihre Bodega wurde erst 1980 gegründet und ist heute neben dem berühmtesten Wein der Region, Vega Sicilia, der Klassiker der heftig boomenden Region, die erst seit 1982 den Status einer Appellation zuerkannt bekam. Die Brüder Perez bereiten von 135 Hektar Rebfläche, auf denen viele über 50 Jahre alte Reben stehen, manche ihrer Buschreben sind auch über 90 Jahre alt, ungewöhnlich elegante, feine und facettenreiche Rotweine, deren Kennzeichen eine begeisternde Frische ist, die auf feiner präsenter Säure basiert, die ihren bekömmlich alkoholdimensionierten Weinen raffiniert kühlen Antritt und legendäres Alterungspotential verleiht.

Besonders überzeugt ihre 'Viña Pedrosa Crianza'. Eine der schönsten der Region. Ein geschmeidig feiner Klassiker, der die bestechende Frische und Kühle der Höhe und der kalkigen Herkunft in sich trägt. Sie steht stilistisch und qualitativ souverän weit über den meisten ihrer Artgenossen, deren exzessiver Holzeinsatz zu spröde rustikalen Fremdtanninen führt, die wie Mehl die Zunge bestäuben und keinerlei Frische oder Finesse vermitteln. Überragend in Stilistik und Qualität ist auch die spezielle und rare Lagencuvée 'La Navilla', ein brillanter Pagowein, benannt nach einem Weinberg, der auf 845 m Höhe liegt und von alten Reben und nur in speziellen Jahrgängen den vielleicht vornehmsten Ribera del Duero außer 'Vega Sicilia' hervorbringt, nur preiswerter, trinkfreudiger, aber nicht minder klassisch in seinem unverwechselbaren, authentischen Herkunftscharakter.

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Die Rebe

Tempranillo

Tempranillo kann man getrost als die spanische Rotweinsorte bezeichnen, obwohl sie in der Rangfolge spanischer Rotweinsorten nur den 4. Platz einnimmt. Sie wird in zahlreichen spanischen Weinregionen unter diversen Synonymen kultiviert und liefert einige der beeindruckendsten Weine der iberischen Halbinsel.

Temprano’ bedeuet auf spanisch’ früh’. Tempranillo reift tatsächlich früh, nämlich bis zu zwei Wochen vor der Grenache/Garnache, mit der er in der Rioja zu einem der berühmtesten Weine Spaniens bzw. der Welt verschnitten wird. Tempranillo braucht nur eine relativ kurze Wachstumsperiode, was die Rebsorte ideal macht für die extremen Klimata höher gelegener Weinbauregionen wie Ribera del Duero oder die Rioja Alta, weil sie die Trauben dort trotz kurzer Reifeperiode und kühler Klimaphasen zur Reife bringt.

Besonders in besagten kühleren Regionen liefert Tempranillo dunkelfarbige, langlebige Weine, denen prägnante Säurestruktur Frische und Haltbarkeit verleiht. Dabei erinnert ein guter Tempranillo im Duft an frische Tabakblätter, Gewürze, Zeder und Leder, sowie an reife Pflaumen- und Kirscharomen, doch leider werden in Spanien Rotweine oft mit derart viel neuem Holz ‚gewürzt’, daß nur zu oft der rebsorteneigene Fruchtcharakter der Weine überdeckt wird.

In manchen Weinbauregionen Spaniens verschneidet man Tempranillo mit Sorten, die ihm Saft und Fülle verleihen, z. B. mit Garnacha, Mazuelo oder Viura. Doch am besten gelingt die auch international immer populärer werdende Rebsorte reinsortig in Ribera del Duero, wo sie so etwas wie die spanische Antwort auf den Cabernet Sauvignon ist und famose Weine voller Tiefe, Farbe, Gerbstoffen und Säure liefert, die den einzigen Nachteil haben, mehr oder weniger gleich zu riechen und zu schmecken, weil sie alle mehr oder weniger gleich an- und ausgebaut werden. Trotzdem (oder gerade deswegen?) gehören reinsortige und verschnittene Tempranillo-Weine seit Jahren zu den erfolgreichsten in Europa.

Tempranillo kennt man im Penedès als Ull de LLebre oder Ojo de Liebre, in Valdepeñas heißt sie Cencibel und in Ribera del Duero nennt man sie Tinto fino. Tempranillo ist die einzige spanische Rebsorte, die es in die Weinberge des benachbarten Portugal schaffte. Dort ist sie als Tinta Roriz wichtiger und wertvoller Bestandteil der großen Portweine, aber auch der neuen anspruchsvoll strukturierten trockenen Spitzenweine des Douro-Tales, die auf faszinierende Weise vielschichtiger und komplexer ausfallen, als ihre Pendants aus Ribera del Duero. In Dao heißt sie Tinta Aragonez und wird dort für die nächste Rotweinrevolution Portugals sorgen. Eine alte, hochqualitative regionale Rebsorte mit Potential für eine vielversprechende Zukunft, weit über die iberische Halbinsel hinaus. 

 

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Spanien - Ribera del Duero
rotTempranillo
Langsam
6er Karton
Art-Nr. SRR09006
Inhalt 0.75l
Alkohol: 14 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2015+
Restzucker: 1.3 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Barrique
Boden: Kalkmergel
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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