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Pagos del Moncayo 'Garnacha & Syrah' 
2010

Pagos del Moncayo 'Garnacha & Syrah'

Mit diesem mustergültig bereiteten spanischen Rotwein aus der DO Campo de Borja, am Fuße des Moncayo im südlichen Navarra gelegen, an der Grenze zu Aragon, kann man exemplarisch den typischen Charakter der Grenache erleben. Hier ist Grenache-Land, aus dem benachbarten armen Aragon soll sie sogar stammen, die uralte Rebsorte Garnacha, die dort noch in weit über hundert Jahre alten Rebstöcken auf bis zu 1000 m Höhe angebaut wird und urwüchsig wilde Weine von wuchtiger Konzentration hervorbringt.

Pagos del Moncayo ist das ideale Weingut für uns. Keines der typisch spanischen, aus dem Boden gestampften Multimillionen-Euro-Weingüter modernster Architektur, sondern ein kleines, 2006 entstandenes Handwerksweingut, das auf teure Technik ebenso verzichtet, wie auf architektonischen Schnickschnack. Ziel des Weingutes ist es, mit traditionellen Methoden traditionelle Weine zu machen, die für ihre Region stehen.

Pagos del Moncayo besitzt über 80 Jahre alte Grenache- und Syrah-Reben, die von Familie Aibar gepflegt und bewirtschaftet werden. Zur Lese werden die Trauben von Hand sorgfältig in kleine, 20 kg große Boxen gelegt. Die Trauben werden schon im Weinberg entrappt, der erhaltene Most geht dann in optimaler Qualität in kleine oben offene Lagares, die genau die Erntemenge eines Tages fassen. Dort mazerieren sie bei 10°C unter Schutzgas eine Woche lang vor. Dann darf der Most anfangen zu gären, was er ob der großen Oberfläche und des kleinen Volumens auch tut. Er vergärt dann bei Raumtemperatur auf den wilden Umgebungshefen durch und absolviert dabei auf natürliche Weise auch gleich den biologischen Säureabbau. Natürlicher ist Low-Tech-Winemaking kaum machbar, einzig die Vorfermentation unter Schutzgas wirkt etwas technischer, ist aber nötig, weil Grenache in dieser Phase sehr oxidationsempfindlich ist. Doch kaum gärt der Most, braucht auch Grenache keinen Oxidationsschutz mehr. So wird man dem Charakter der alten Rebsorte, die dieser Wein zu 65 % enthält, maximal gerecht.

Mehr Grenache-Charakter kann man kaum im Glas haben. Beerig, saftig und würzig springt einen das fruchtig expressive Bukett dieses herrlich frisch wirkenden Weines an; man kann seine pfeffrige Saftigkeit buchstäblich riechen und sein kühl wirkendes, frisch schmeckendes pflaumig blauschwarzes Aroma, das an kalten Tabak und frisch angesetzten Rumtopf erinnert, kann reintöniger und expressiver kaum ausfallen. So riecht sie, die empfindliche Rebsorte, wenn sie schonend wie hier extrahiert wurde, wo sie nur mit Füssen in kleinen Gärbehältern gestampft wurde. Grenache in Reinkultur also. Dieser Wein ist kein großer Wein. Aber es ist ein mustergültig preiswerter Wein, der vorbildlich verarbeitet wurde und deshalb eine Qualität beweist, die in seiner Preisklasse die Ausnahme ist.

Spanien von seiner spannenden Seite, die Rebsorte Grenache in exemplarischer Perfektion. Dem Wein fehlen zur Größe die langen, markanten Gerbstoffe, die für Länge am Gaumen und Tiefe im Charakter sorgen. Aber den Saft, den Charme, die Fröhlichkeit, sozusagen den Sex der Rebsorte, den vermittelt dieser Wein auf überzeugende Weise.

 

Pagos de Moncayo

D.O. Campo de Borja

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Die Rebe

Cuvée rot

Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.

In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.

Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.

Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.

Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.

Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.

Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?

 

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Spanien - Campo de Borja
rotCuvée rot
Langsam
6er Karton
Art-Nr. SRR10800
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2014+
Restzucker: 3.6 g/l
Anbau: Konventionell
Ausbau: Barrique
Boden: Braunerde (kalkhaltig)
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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