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Riesling 'Buschenberg'
'Buschenberg' ist eine weniger bekannte Lage mit uralten, gepflegten Trockenmauer-Terrassen, die direkt östlich der berühmten Riede Klaus liegt. Weil der ‚Buschenberg’ noch von vielen kleinen Feierabendwinzern bewirtschaftet wird, die dort zum Teil nur kleine Parzellen besitzen, gibt es keine relevante Lagenabfüllung und die Lage blieb trotz ihres enormen Qualitätspotentials so gut wie unbekannt.
Das ändert sich, seit Peter Veyder-Malberg hier Wachauer Riesling der ganz anderen Art produziert. Auf einer 1979 gepflanzten Parzelle auf großem Urgesteinsboden entsteht sein ‚Buschenberg’-Riesling. Hier hat es nie Maschineneinsatz gegeben, hier wurde immer von Hand gearbeitet. Die Reben zeigen hier nur geringes Wachstum, sie müssen sich anstrengen auf dem harten Urgesteinsboden. Auch deshalb überließ man die Lage wohl bereitwillig kleinen Feierabendwinzern. Doch Peter Malbergs Version zeigt, was hier möglich ist. Sie schmeckt profund und überzeugend, bringt einen reduktiv mineralischen, aber kraftvoll strukturierten Riesling ins Glas, der sich jetzt, in seinem dritten Jahrgang, profilierter, komplexer und offener präsentiert, als in den beiden Vorgängerjahren. Die Reben brauchen Zeit, um sich von der konventionellen auf die biologische Bewirtschaftung umzustellen, doch man spürt jetzt, daß sie sich wohlfühlen. Der Wein wirkt trocken, was er mit 7.2 g/l Restzucker aus der spontanen Vergärung auch ist; er zeigt trotz der jahrgangstypischen Säure saftige phenolische Reife im Mundgefühl und entwickelt am Gaumen durchdringend mineralischen Biß. Seine Urgesteinsherkunft manifestiert sich in filigraner Eleganz in Duft und Geschmack, die in cremiger Substanz im Mundgefühl steckt und dort füllig seidige Struktur entfaltet. In der Karaffe, in die der Wein unbedingt gehört, entfaltet er dann ein wuchtig würziges Urgesteinsbukett, dessen Reinheit und Brillanz begeistern.
Hier steht ganz offensichtlich eine neue Generation Wachau im Glas, auf deren Entwicklung man gespannt sein darf. Peter Malberg gesteht seinem ‚Buschenberg’ profunde Lager- und Reifefähigkeit zu. Ein großer, traditioneller Wachauer Riesling, der sich nicht auf den ersten Schluck offenbart. Langsamer Wein für meditative Stunden der Weinmuße.
Weingut Veyder-Malberg
Peter Malberg, ein absoluter Ausnahmewinzer, war viele Jahre verantwortlicher Kellermeister und Leiter des Schloßweingutes Graf Hardegg im Weinviertel. 2008 trennten sich die Wege und Peter Malberg kaufte sich in Spitz in der Wachau ein paar Hektar eigener Rebflächen. Binnen weniger Wochen fand er Räume für die Weinbereitung und das eigene kleine Weingut startete in die Existenz.
Der erste Jahrgang 2008 geriet auch in der Wachau zur Herausforderung. Doch was Peter Malberg seinen Reben in mühsamer Handarbeit weitgehend auf sich alleine gestellt an Weinqualität entlockte, setzt neue Maßstäbe in der Wachau. Die kommen nicht von ungefähr. So ist er der erste Winzer der Wachau, der die Arbeit im Weinberg bewußt wieder ohne Maschineneinsatz in Handarbeit verrichtet. Im Keller vergärt er als einer der wenigen in der Wachau spontan und langsam ohne Zusätze mittels wilder Umgebungshefen.
Konsequent setzt er auf steile Terrassenweingärten, die mit ihren uralten Trockenmauern die Weinlandschaft der Wachau berühmt machten, ihnen verdankt er den einzigartigen Charakter seiner Weinen. Doch die manuelle Bewirtschaftung der Terrassen ist aufwendig, sie brauchen den 5-10fachen Arbeitsaufwand verglichen mit befahrbaren Weingärten, weshalb sie von vielen Winzern aufgegeben werden. Das aber würde die Landschaft der Wachau dramatisch verändern, weshalb Peter Malberg ausschließlich exponierte Terrassen mit altem Rebbestand bewirtschaftet, viele seiner Reben sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, die er so vor der Rodung bewahrt. Er liest weit früher als seine berühmten Winzerkollegen und verarbeitet ausschließlich gesunde Trauben ohne Botrytispilzbefall und er stellte von Beginn an auf biologische Bewirtschaftung um, weshalb seine Rebzeilen entsprechend "anders" aussehen als die der meisten Kollegen.
Schon sein erster Jahrgang 2008 belebte eindrucksvoll vergessen geglaubte Qualitäten der Wachau zu neuem Leben.
Peter Malberg praktiziert Tradition im besten Sinne. Deshalb sind seine Weine einzigartig, charaktervoll und spektakulär "anders" als das, was man aus der Wachau gewohnt ist. Ein Ausnahme- und Lieblings-Winzer, der überfälligen Paradigmenwechsel in der Wachau vorwegnimmt. Sie werden von ihm bei uns noch viel zu hören und zu probieren kriegen werden.
Die Rebe
Riesling
Über Riesling läßt sich trefflich streiten. Es gibt viele Weintrinker, die mit der Rebsorte nicht zurechtkommen. Das mögen Vorurteile sein oder andere Gründe, fest steht: Riesling wagt Charakter.
Riesling ist in Stil und Charakter extrem abhängig von der Qualität seines Standortes. Sein kräftiges, ausdrucksvolles, gelegentlich auch analytisch präzise wirkendes Aromaprofil reicht von blumig über mineralisch und stahlig bis zu fruchtig und honigwürzig oder gar ölig, je nach Herkunft, Boden, Alter und Lage oder Exposition der Reben.
Sein markantes Aroma, das im Alter Petrolnoten entwickeln kann (die man mögen muß, wir mögen sie nicht), ist direkte Funktion eines sehr spezifischen Verhältnisses von Süße zu Säure und eines ungewöhnlich hohen Anteils an Monoterpenen, stark aromatischen Geschmacks- und Aromastoffen, die im Riesling ca. 10 bis 15 mal höher enthalten sind als in anderen weißen Rebsorten. Seine Langlebigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristika seiner Herkunft (Lage und Exposition, sowie Boden) in besonderem Maße zum Ausdruck zu bringen, ohne dabei an Rebsortencharakter einzubüßen, machen Riesling in seiner besten Form zu einer der feinsten Weißweinrebsorten der Welt. Ein ähnlich anspruchsvolles und interessantes Spektrum an Aromen und Geschmack bieten nicht viele weiße Rebsorten der Welt.
Weil das Holz der Rieslingrebe sehr hart ist, ist Riesling relativ frostbeständig und deshalb ideal für kühle Anbaugebiete angeeignet. Er sollte aber in geschützten Lagen stehen, wenn er wirklich reife Trauben liefern soll und die Erträge nicht ins bodenlose sinken sollen. Selbst relativ hohe Erträge wie 60-70 hl/ha verdaut Riesling in guten Lagen ohne große Qualitätseinbuße. Er reagiert im Reifezeitpunkt aber unmittelbar auf niedrige Erträge, die er dann mit besserer Reife zu einem früheren Zeitpunkt belohnt, in Zeiten des Klimawandels ein immer wichtigerer Punkt.
Später Austrieb und die damit verbundene späte Lese sind ein weiteres Charakteristikum der Rebsorte. In kühlen Regionen wird Riesling oft erst Mitte Oktober bis Mitte November gelesen. Es scheint, daß gerade die lange und langsame Reifeperiode mit entsprechend langer Hängezeit am Stock der Rebsorte jene Komplexität und Größe vermittelt, für die großer deutscher Riesling weltberühmt ist. Erst so entwickelt er ein Maximum an Geschmacksfülle bei niedrigem Alkohol und feiner, reifer Säure.
Die besten Rieslinge gedeihen auf besonders günstigen Lagen in kühleren Weinbauregionen. Je wärmer Riesling steht, um so schneller erreicht er den Reifezeitpunkt, entwickelt dann aber nicht sein legendär frisches Süß-Säure-Spiel mit aromatisch komplexen und reizvollen Aromastoffen. Riesling kann schnell plump und langweilig wirken.
Nicht immer also ist das vermeintlich Beste im Wein wirklich gut genug. Riesling braucht, wie Pinot Noir, mehr als nur das (nicht existente) Beste. Vielleicht wird er deshalb von so manchem Weinfreund falsch verstanden.
![]() | Österreich - Wachau |
![]() | Riesling |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. OEW10104 | |
| Inhalt 0.75l |


















