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Grüner Veltliner 'Weitenberg' 
2010

Grüner Veltliner 'Weitenberg'

Peter Malbergs Grüner Veltliner ‚Weitenberg’ setzt neue Maßstäbe und zeigt was möglich ist in der Wachau. Ein fast mystisch wirkender Wein rätselhafter Ausstrahlung und fordernder Größe. Dabei gehört ‚Weitenberg’ nicht zu den bekannten Lagen der Wachau, obwohl sie oberhalb von Weißenkirchen liegt. Doch weil sie mit über 55 Jahre alten Reben bestockt ist, die auf mühsam nur von Hand zu bewirtschaftenden Trockenmauer-Terrassen stehen, hat sich keiner der bekannten Betriebe der Wachau dieser erstklassigen Lage angenommen. Die Bewirtschaftung ist ihnen zu aufwendig und zu teuer und weil die alten Reben so tief wurzeln, gibt es hier auch keine Bewässerung. Genau deshalb aber engagiert sich hier Peter Malberg. Alte Reben in alter Kulturlandschaft, die es zu erhalten gilt, und biologischer Anbau in Handarbeit für wahre Größe im Wein sind seine Themen. Deshalb entschied er sich für die Parzelle mit den ältesten Reben im ‚Weitenberg’.

Sie bringt nur kleine Erträge aus kleinbeerigen, kostbar aromatischen Trauben, die für außergewöhnliche Intensität in Aroma und Struktur in packend dichtem Mundgefühl sorgen. Ein gewaltig komplexer Veltliner, der das Potential der Rebsorte in der Wachau eindrucksvoll demonstriert und strukturell irgendwie verblüffend an großen Chardonnay erinnert.

‚Weitenberg’ 2010 ist so konzentriert und dicht, daß er Luft in der Karaffe braucht. Er sollte auch nicht kalt serviert werden, damit er seine tiefgründige Seele entfalten kann. ‚Weitenberg’ 2010 setzt Weinerfahrung und Neugier voraus, mit Schubladendenken wird man diesem sensiblen Riesen nicht gerecht, denn wer hat schon Erfahrung mit Veltliner dieser Größe und Komplexität! Filigran und doch mächtig dicht und feinmaschig im Mundgefühl, tiefgründig in der Würze, der aber der typische Veltliner-Pfeffer fehlt, hier geht es eher um gelbe Früchte, um reife Melone, man meint die Reife der Beerenschalen schmecken zu können, und man ahnt Erde und Gestein des Untergrunds. Ein Weißwein mit der Komplexität eines großen Rotweines, unverständlich abweisend verwehrt er zunächst den Zugang zu seinem Inneren, wirkt knochig phenolisch und spröde in seiner salzigen Mineralität, die mit kraftvollem Zug auf der Zunge agiert. Gänzlich neue, trockene Wachau-Dimension. Struktur statt Botrytis. Finesse statt brutale Überreife. Im Holzfass spontan vergoren und ausgebaut. Begeisternd individuell und seinen Preis mit der Größe der Natur rechtfertigend. Vermutlich nicht tot zu kriegen.

Weingut Veyder-Malberg

Peter Malberg, ein absoluter Ausnahmewinzer, war viele Jahre verantwortlicher Kellermeister und Leiter des Schloßweingutes Graf Hardegg im Weinviertel. 2008 trennten sich die Wege und Peter Malberg kaufte sich in Spitz in der Wachau ein paar Hektar eigener Rebflächen. Binnen weniger Wochen fand er Räume für die Weinbereitung und das eigene kleine Weingut startete in die Existenz.
Der erste Jahrgang 2008 geriet auch in der Wachau zur Herausforderung. Doch was Peter Malberg seinen Reben in mühsamer Handarbeit weitgehend auf sich alleine gestellt an Weinqualität entlockte, setzt neue Maßstäbe in der Wachau. Die kommen nicht von ungefähr. So ist er der erste Winzer der Wachau, der die Arbeit im Weinberg bewußt wieder ohne Maschineneinsatz in Handarbeit verrichtet. Im Keller vergärt er als einer der wenigen in der Wachau spontan und langsam ohne Zusätze mittels wilder Umgebungshefen.
Konsequent setzt er auf steile Terrassenweingärten, die mit ihren uralten Trockenmauern die Weinlandschaft der Wachau berühmt machten, ihnen verdankt er den einzigartigen Charakter seiner Weinen. Doch die manuelle Bewirtschaftung der Terrassen ist aufwendig, sie brauchen den 5-10fachen Arbeitsaufwand verglichen mit befahrbaren Weingärten, weshalb sie von vielen Winzern aufgegeben werden. Das aber würde die Landschaft der Wachau dramatisch verändern, weshalb Peter Malberg ausschließlich exponierte Terrassen mit altem Rebbestand bewirtschaftet, viele seiner Reben sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, die er so vor der Rodung bewahrt. Er liest weit früher als seine berühmten Winzerkollegen und verarbeitet ausschließlich gesunde Trauben ohne Botrytispilzbefall und er stellte von Beginn an auf biologische Bewirtschaftung um, weshalb seine Rebzeilen entsprechend "anders" aussehen als die der meisten Kollegen.
Schon sein erster Jahrgang 2008 belebte eindrucksvoll vergessen geglaubte Qualitäten der Wachau zu neuem Leben.
Peter Malberg praktiziert Tradition im besten Sinne. Deshalb sind seine Weine einzigartig, charaktervoll und spektakulär "anders" als das, was man aus der Wachau gewohnt ist. Ein Ausnahme- und Lieblings-Winzer, der überfälligen Paradigmenwechsel in der Wachau vorwegnimmt. Sie werden von ihm bei uns noch viel zu hören und zu probieren kriegen werden.

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Die Rebe

Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist eine der spannendsten und interessantesten weißen Rebsorten, die wir kennen. Die Rebsorte ist ertragreich und widerstandsfähig gegen Frost, neigt aber zu Peronospora (echtem Mehltau) und treibt früh aus, ist also spätfrostgefährdet. In den nördlichen Gebieten Europas würde sie zu spät ausreifen, weshalb sie in Deutschland nicht zu finden ist. In einfachen Lagen, z. B. im Weinviertel, werden meist hohe Erträge von 100 hl/ha und mehr erzielt, der daraus resultierende Wein ist gefällig und süffig, kann aber durchaus auch ordinär, sauer und dünn ausfallen.

Uns erinnert großer Veltliner geschmacklich durchaus an Chenin Blanc oder an Chardonnay, doch bringt die Sorte  ähnlich dem Riesling je nach Lage, An- und Ausbau eine so enorme Bandbreite an Qualitäten ins Glas, daß ihr Spektrum vom simplen anspruchslosen durstlöschenden Landwein bis zum höchst anspruchsvollen Spitzengewächs mit fordernder cremig-weicher satter Textur im Mund reicht. Was Grünen Veltliner so spannend macht, ist seine charakteristisch würzig-pfeffrige Art, die von feiner fruchtbetonter Säure unterlegt sein kann. Grüner Veltliner reagiert prompt auf Klima und Terroir. Die besten Exemplare aus später Lese und niedrigen Erträgen, z. B. aus der Wachau, dem Kamptal oder dem Karnuntum, sind trocken, pfeffrig und auffallend würzig in Duft und Geschmack. Sie vereinen in sich die seltene, attraktive Kombination aus animierender Frische und Leichtigkeit mit Körper, würzigem Stoff und Extraktion, die in der Spitze mühelos an hochwertigen weißen Burgunder erinnern kann.

Durch den schnellen Heurigen-Kult in Österreich hat man vergessen, daß Grüner Veltliner auf faszinierende Weise besser und gleichmäßiger als großer Riesling reifen kann. Er reift, wird dabei aber kaum alt. Selbst nach zehn und mehr Jahren verliert er seine Würze und geschmeidige Textur im Mund nicht, entwickelt kein unangenehmes Petrol und reift ungewöhnlich konsistent, ohne geruchlich oder geschmacklich alt zu wirken.

Österreichs Weinszene wird noch immer dominiert von technischen Weinen, die per Reinzuchthefe, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau ein ganz bestimmtes Geschmacksbild  aufweisen, das mit vordergründiger Frucht und Würze und "spritzigem" Charakter uniformiert und beschränkt wirkt. Wie Riesling reagiert aber auch Grüner Veltliner auf die Vergärung mit Spontanhefen und entwickelt dann hochraffinierte, komplexe Aromen, die den "holzigen" kräuterwürzigen Charakter des Weines auf spannende Weise forcieren. Solche Weine bieten wir Ihnen als noch rare Ausnahmen von der Regel an. Sie machen die Rebsorte eindrucksvoll hochwertig.


 

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je Flasche à 0.75l / 65,33 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Österreich - Wachau
weissGrüner Veltliner
Langsam
6er Karton
Art-Nr. OEW10102
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,5 Vol %
Trinkbar ab: 2011
Optimale Reife: 2020+
Restzucker: 1.2 g/l
Anbau: Biologisch
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Urgestein (Basalt)
Besonderes: Zert. Respekt®
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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