You're currently on:
Sauvignon Blanc Moarfeitl
Weingut Neumeister
Familie Neumeister bewirtschaftet in der Südost-Steiermark, kurz vor der slovenischen Grenze, ca. 20 ha eigener Rebfläche und rund 18 ha in einem Qualitätstraubenring mit 22 Mitgliedern. Sie ist damit der größte Betrieb der Region, allerdings auch der einzige, der internationalen Ruf genießt. Nicht nur die ungewöhnliche Architektur ihres Weingutes macht Eindruck, auch Familie Neumeister selbst hinterläßt durch selten gewordenen Zusammenhalt und offenkundigen Gemeinsinn nachhaltig positiven Eindruck. Mutter Anna widmet sich mit Charme und Souveränität der Administration; Vater Albert lenkt aus dem Hintergrund Keller und Weinberg; Sohn Christoph, seit 2006 im Keller für Qualität und Stilistik verantwortlich, erweist sich als beseelter, sensibler Winzer, der nicht nur aus dem Studium der Önologie schöpft, sondern auch Literatur studiert hat, und Sohn Matthias schließlich leitet mit Ehrgeiz und Kompetenz das dem Weingut angegliederte hauseigene Restaurant „Saziani-Stuben“.
Die Weine der Neumeisters haben eine bemerkenswerte Metamorphose erfahren seit Sohn Christoph die Geschicke verantwortet. Das originäre Neumeister-Geschmackserlebnis hat sich gewandelt, verlangt den Kunden Neuorientierung ab. Sie sind feiner geworden, dichter im Geschmack, komplexer und vielschichtiger. Kristallin reintönig und pur auf Aroma ausgerichtet waren sie unter Vater Albert; weich, elegant, delikat, geschliffen, seidig im Mundgefühl und leiser im Auftritt präsentieren sie sich unter Sohn Christoph, der mittels wilder Umgebungshefen vergärt. Seine Weine wirken sensibel und verhalten aromatisch, weniger technisch laut, und beeindrucken mit dichter innerer Komplexität aus präzise definiertem Rebsortencharakter, der sich in saftigem Mundgefühl manifestiert.
Christophs Weine strahlen von innen heraus, statt nach außen zu wirken, ein wesentlicher Unterschied. Neumeisters haben sich dem integrierten Anbau verschrieben. Most und Wein werden so wenig wie möglich bewegt und behandelt; die im Weinberg erzielte Traubenqualität soll maximalen Charakter in den Weinen entwickeln. Wir konzentrieren uns im umfangreichen Portfolio der Neumeisters auf jene Weine, die wir für "wichtig" und stilbildend halten, für unverwechselbar und besonders spannend. Es sind aromatisch und charismatisch bemerkenswerte Weine, die mehr Zeit brauchen als früher, um die Geduld mit, Vater Albert mag es uns verzeihen, mehr authentischem Trinkvergnügen zu belohnen. Mutiger Wandel für mehr Genuß.
Die Rebe
Sauvignon blanc
Sauvignon Blanc ist nach dem Chardonnay die zweitmeist angebaute weiße Rebsorte der Weinwelt. Sie geht auf eine Zufallskreuzung von Traminer mit Chenin Blanc zurück und gilt als charaktervolle und edle weiße Rebsorte. Tatsächlich kann sie aber auch ärgerlich simpel, aufdringlich und ordinär riechen und schmecken. Heute wird sie häufig mittels spezieller Aromaenzyme vergoren, die aus der Beerenschale ein so simples wie lautes Aroma extrahieren, das unerfahrene Weintrinker begeistert, Kenner der Rebsorte aber eher langweilt. Industriellen Exemplaren aus Übersee wird immer wieder gezielt Methoxypyrazin zugesetzt, ein in Europa verbotener Aromastoff, der in Sauvignon Blanc aber natürlich vorkommt und dessen leicht erkennbares Aromaprofil prägt, ihn weist man hierzulande immer wieder nach.
Pyrazin ist der Oberbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen, die sich als natürlich vorhandene Aromastoffe vom Pyrazin ableiten. Sie sorgen in vielen Gemüsesorten für vegetale Aromen, entstehen aber auch beim Erhitzen von Lebensmitteln und sorgen dann für die charakteristischen Röstaromen. In Sauvignon Blanc duften Pyrazine mehr oder weniger intensiv, je nach Weinbereitung und Herkunft, nach frisch aufgeschnittener grüner Paprika, grasig und kräuterwürzig, mit einem Hauch Moschus und grünen Früchten wie Stachelbeeren in einem Bukett, das auch an ungeputztes Katzenklo, Litschis und Brennesseln erinnern kann. Oft findet man vor allem in einfacheren Sauvignon Blanc-Qualitäten aus den Randappellationen der Loire einen Geruch, der an Chinaböller oder frisch gezündete Streichhölzer erinnert. Dieser dürfte eher auf zu starker Schwefelung beruhen, als auf dem immer wieder beschworenen 'Gout de Terroir', den die Winzer den Feuersteinen im Weinberg zuschreiben.
Sauvignon Blanc ist wuchskräftig. Je schwerer die Böden, desto höher die Erträge. Dann erreicht die Rebsorte kaum die gewünschte Reife und ihr Wein fällt krautig, mager und aufdringlich grün und scharf aus. Je magerer aber die Böden, desto niedriger die Erträge, desto reifer die Trauben. Dann kann die Rebsorte auch aromatisch zu Hochform auflaufen und trockene, kristallin reine, aromatisch hochkomplexe, animierend erfrischende Weine hervorbringen, wie sie einmalig sind in der Welt des Weißweines.
Sauvignon Blanc zeigte früher starke Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, weshalb die Erträge oft unwirtschaftlich ungleichmäßig waren. Heute baut man speziell selektionierte Varietäten an (Klon 297 und 316 sind die am weitesten verbreiteten), die regelmäßigeren Ertrag garantieren, weshalb sich die Rebfläche der populären Rebsorte deutlich vergrößert hat. Sauvignon Blanc steht heute auf Rang 4 der Rebsortenliste Frankreichs.
Oft werden einfache Sauvignon Blancs verschnitten mit Chenin Blanc wie z. B. in der Tourraine; aber auch mit Semillon oder der ebenfalls aromatischen Muscadelle zeigt sie in vielen weißen Bordeaux attraktiven Charakter und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit. An der Loire, wo sie ihren Ursprung haben soll, erlebt die Rebsorte reinsortig ihre unverfälschte Inkarnation. Ob auf den kalkhaltigen Böden von Sancerre, den feuersteinhaltigen Böden von Pouilly-sur Loire, wo sie eine rauchige Note erfährt, die ihrem Wein den Namen Pouilly Fumé einbrachte, oder in deren östlichen Nachbargemeinden Quincy und Reuilly, immer beweist Sauvignon Blanc hier wie nirgendwo sonst auf der Welt die perfekte Abstimmung von Rebe und Herkunft, französisch 'Terroir'. Ähnlich analytisch, ähnlich präzise, rein und elegant, ähnlich vornehm, fein und druckvoll gerät sie nirgendwo sonst. Famoses Niveau kann die Rebsorte noch in Österreich und, deutlich seltener, in Deutschland erreichen, vorausgesetzt, sie wurde nicht zu laut, zu schnell und zu aufdringlich vinifiziert durch schnellen Ausbau mit Reinzuchtaromahefen, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau, wie er von den meisten Winzern noch immer praktiziert wird. Inzwischen gibt es in der Steiermark oder z. B. der Pfalz langsam agierende Spitzenwinzer, deren Sauvignon Blancs es an Originalität und Präzision, bei ganz anders geartetem Rebsortencharakter als an der Loire, mit deren großen Weinen aufnehmen können. Ansonsten aber besitzt Sauvignon Blanc, wo immer er auch angebaut wird, ob in Neuseeland oder Kalifornien, in Südafrika oder Australien, zwar stets angenehm aromatische, nie aber jene noble Intensität und unverfälschte Komplexität wie an der Loire oder seltener in Bordeaux, der bekannteste reinsortige Sauvignon Blanc dürfte dort 'Pavillon Blanc' von Chateau Margaux sein, wo er sich zu rarer Harmonie und vornehmer Expressivität aufschwingen kann.
Sauvignon Blanc trinkt man am besten jung. Gute Exemplare entwickeln sich über 2-4 Jahre. Länger eingelagert zu werden macht nur für Ausnahmeweine von Ausnahmewinzern Sinn.
![]() | Österreich - Steiermark |
![]() | Sauvignon blanc |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. OEW09611 | |
| Inhalt 0.75l |



















