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Morillon vom Opok  
2008

Morillon vom Opok

Sepp Musters Weißwein mit dem merkwürdigen Namen Opok bildet das Rückgrat seiner Weinproduktion. Von ihm produziert er die meisten Flaschen. Morillon (=Chardonnay), Sauvignon Blanc und Welschriesling von Opok (Kalk- und Mergel)-Böden finden in dieser Cuvée zu eigenständigem Profil zusammen. Sepp Muster definiert es nicht über Säurestruktur oder Alkoholgehalt, sondern ihm geht es darum, maximal natürliches Weinvergnügen in Form von anspruchsvollem Mundgefühl und viel Geschmack zu vermitteln. Er griff deshalb bewußt nicht ein, als der Wein den Milchsäureabbau zur Gänze vollzog; ihn riecht und schmeckt man in dezent integrierten laktischen Noten (Joghurt, Milch), welche die animierende Würze des Sauvignons und die nussige Fülle des Chardonnays aromatisch ergänzen. Es gibt viel zu schmecken in diesem idealen Speisenbegleiter zu jeder Art anspruchsvoller Aromaküche. Milde Säure, kraftvolle Struktur, rassige Mineralität, jugendlicher Charme in kraftvollem Körper, und trotzdem nur bekömmliche 12 Vol. %. Der Wein sollte unbedingt dekantiert werden, erst dann offenbart sich seine würzige Mineralität, die ihn in spannenden Strukturadern durchzieht. Kein schneller Publikumsliebling, aber ein Wein, der erfüllte Stunden des Weingenusses beschert.

Weingut Maria & Sepp Muster

Maria und Sepp Muster übernahmen ihr Weingut in der Südsteiermark 2001 von seinen Eltern. Sepp Muster hatte 1997 einen Biodynamik-Kurs absolviert, der ihn so nachhaltig beeindruckte, daß er sich unverzüglich an die Umstellung des 10 ha-Betriebes machte. Es war die Natur, die es den beiden Musters zunächst nicht leicht machte, und sie selbst verweigerten sich konsequent jener „schnellen“ Weinbereitung, die Jahr für Jahr gleich schmeckendes Profil liefert. Sepp Musters bewußt „langsam“ hergestellte Weine offenbaren faszinierende Lebendigkeit und kraftvolle Authentizität.

Sepp Muster ist ein stiller, bedachter Mann, der in seiner Weinbereitung keine vorgegebene Stilistik verfolgt, sondern Moste und Weine so weit sinnvoll sich selbst überläßt in der Entwicklung. Er greift natürlich ein, wenn es sein muß, läßt seinen Weinen aber ausreichend Zeit im Keller. Seine teilweise steilen Hanglagen dominieren steinige kalkhaltige Böden aus Mergel und tonigen Sedimenten, die in der Region als „Opok-Böden“ bezeichnet werden. Ihnen ringt Sepp Muster mittels spezieller Reberziehung und durch Dynamisieren und Ausbringen von Tees und Präparaten aus pflanzlichen, mineralischen und tierischen Substanzen kleinbeeriges, hocharomatisches Traubenmaterial ab, das er durch schonende Verarbeitung in Weiß- und Rotweine eigener Stilistik umsetzt. Spontanvergärung mit natürlichen wilden Hefen, weitgehender Verzicht auf kellertechnische Eingriffe und ein langer Ausbau in Holz mit einer Faßlagerung von bis zu 2 Jahren sorgen für ein Genußprofil, das in seiner Simplizität und unaufdringlichen Stringenz ungewohnt wirkt und Zeit braucht, um verstanden zu werden.

Familie Muster pflegt in ihren Weinen bewußte Bescheidenheit und mutige Gelassenheit. Keine aufgeregte Selbstüberschätzung, keine peinlichen Superlative, keine laute Selbstanpreisung, wie das in Österreich so oft der Fall ist, statt dessen profunde Arbeit in Keller und Weinberg, die sich weniger am Machen, als am Lassen und Werden orientiert. Das Ergebnis sind leise, bescheiden auftretende "langsame" Weinoriginale, wie sie authentischer kaum sein können. Sie brauchen vor allem eines: Zeit, Geduld und entsprechende Neugier auf Sensibilität.

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Die Rebe

Chardonnay

Die Herkunft des Chardonnay, der Königin der weißen Rebsorten, ist unbekannt. Viele Märchen ranken sich um ihren Ursprung, geklärt ist er nicht. Alleine in Frankreich kennt man 34 eigenständige Abarten, Klonen genannt, von denen einige überaus aromatisch, fast schon aufdringlich duften, andere sind extrem ertragsstark und riechen kaum.

Chardonnay reagiert wie keine andere Rebsorte unmittelbar auf die Art ihrer Verarbeitung, weshalb die Rebsorte ein so ungewöhnlich breites Qualitäts- und Geschmacksspektrum bietet, daß es den Chardonnay nicht gibt. Der Name der bekanntesten Rebsorte der Welt ist Weintrinkern in aller Welt so vertraut, daß sie kaum darüber nachdenken, daß sich dahinter eine Rebsorte verbirgt. Immer wieder passiert es, daß Kunden nicht wissen, daß Chablis, Chassagne oder Puligny Montrachet aus Chardonnay gekeltert werden. Für Sie scheint „Chardonnay“ eine Marke zu sein. Der Name ‚Chardonnay’ ist so populär, daß die zahlreichen Synonyme für die Rebsorte kaum noch bekannt sind; nur in Österreich beharrt man sympathisch auf dem alten Synonym ‚Morillon’.

Der relativ hohe Alkoholgehalt der Rebsorte vermittelt ein Gefühl von feiner Süße und cremiger Weichheit auf der Zunge, was maßgeblich zur weltweiten, von nationalen Geschmacksvorlieben losgelösten Popularität der Rebsorte beitrug. Die wie bei keiner anderen weißen Rebsorte mögliche Integration von Faßaromen und Eichenholzgeschmack ist ein weiterer Grund für die globale Popularität der Rebsorte.

Von Kellermeistern in aller Welt wird Chardonnay geschätzt, weil er wie keine andere Rebsorte auf ihre Weinbereitung reagiert. Sie läßt sich reduktiv kalt im Edelstahltank vergären und ergibt dann frische, rassige Weine mit angenehmer Säure. Sie läßt sich aber genau so gut oxidativ im kleinen Eichenfaß vergären und lange auf der Hefe lagern, verträgt sogar lange Lagerung und Reifung in neuem Holz, ohne dessen unangenehme Aromen aufzunehmen. Über das Ansprechen der Rebsorte auf Hefesatzaufrühren (die sogenannte ‚Battonage’, bei der man im Holzfaß den trüben Bodensatz der Hefe mit einem Stab aufrührt und sie auf diese Weise emulgiert; je häufiger man dies tut, um so cremiger und weicher wird der Wien) haben sich zwei Schulen an Verarbeitung zwischen Burgund und Kalifornien herauskristallisiert, die diese Eignung für besondere Stilistik nutzen: Es gibt die ‚modernen’ Winzer und Kellermeister, die durch starkes und häufiges Hefesatzaufrühren dicke, weiche, cremig fette Chardonnays produzieren, wie sie der Idealvorstellung dieser Rebsorte entsprechen. Dem stehen Winzer entgegen, die bewußt auf das Aufrühren der Hefe verzichten, um so die aromatische Komplexität der Rebsorte, ihre Mineralität und Straffheit, ihre Rasse und strukturelle Eigenartigkeit herausarbeiten. Sie rühren die Hefe gezielt nicht auf (wie z. B. Coche-Dury in Burgund oder Au Bon Climat in Kalifornien), um deren Aromen nach frischem Brot, Hefeteig, gerösteten Mandeln und Haselnüssen in das frische, nachhaltig straff wirkende, mineralisch geprägte Geschmacksbild der Rebsorte zu integrieren.

Guter Chardonnay besitzt attraktive goldene Farbe und einen breiten, gefälligen, aber nicht einfach zu beschreibenden Geschmack. In wissenschaftlichen Analysen stellte sich Chardonnay als aromatisch schwer zu fassen dar. Sein Spektrum reicht, je nach Ausbau, von Himbeeraromen über Tabak, Vanille, tropische Früchte und Pfirsicharomen zu reifen Tomaten, Tee und Blütendüften.

Wenn man Chardonnay von jungen Rebstöcken erntet, wie in Italien üblich, und dabei noch von den hohen Erträgen profitiert, die die Rebsorte mühelos bringt, wird er wäßrig, dünn und fast neutral. Einfacher Chardonnay ist ein so überflüssiger wie säuerlich dünner, an grüne Äpfel und Melonen erinnernder Saufwein, der den Markt in schier unerschöpflicher Menge zu überschwemmen scheint.

Dagegen können niedrige Erträge von erstklassigen Lagen auf basischen Böden (Kalk), die gesunde Säure mit optimalem pH-Wert aus präzise reif gelesenen Trauben besitzen, durch eine sich souverän zurücknehmende Kellertechnik großartige, eindrückliche Chardonnays begeisternder Individualität hervorbringen, die sich über Jahrzehnte zu unerreichter Grandezza rarer Komplexität entwickeln. 

 

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je Flasche à 0.75l / 19,73 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Österreich - Steiermark
weissChardonnay
Langsam
6er Karton
Art-Nr. OEW08806
Inhalt 0.75l
Alkohol: 12,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2014+
Restzucker: < 2 g/l
Ausbau: Holzfaß > 300 l
Boden: Kalkmergel
Besonderes: Demeter®
Dekantieren: Ja
Vergärung: Nein
Verschlussart: Naturkork

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