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Sauvignon Blanc 'Katl' 
2008

Sauvignon Blanc 'Katl'

Faszinierende Vielfalt. Kein guter Sauvignon Blanc der Welt schmeckt wie der andere. Nur die üblichen enzymatisch vergorenen steirischen, friulanischen oder neuseeländischen Techniktropfen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Das in der Beerenschale der Rebsorte enthaltene Pyrazin, ein natürlicher Aromastoff, der für den erdigen und vegetalen Geruch vieler Gemüsesorten verantwortlich ist und z. B. beim Sesam durch eine Maillard-Reaktion beim Erhitzen entsteht, sorgt im Wein für den typischen grünen, grasig erdigen Duft, der im schlimmsten Fall an frisch aufgeschnittene grüne Paprika erinnert. Sauvignon Blanc kann extrem arrogant bzw. ordinär im Bukett ausfallen. Doch wenn er ohne Enzyme, die das Pyrazin gezielt aus den Beerenschalen lösen, vergoren wird und aus niedrigen Erträgen stammt, wenn er auf den Punkt physiologisch reif gelesen wurde, dann kann ein guter Sauvignon Blanc ein feiner, duftiger, aromatisch anspruchsvoller Wein ganz eigener Struktur sein, eines der spannend feinen Weißweinerlebnisse der Weinwelt.

 Andreas Kirchmayr bereitet aus der niederösterreichischen Lage ‚Katl’ einen Sauvignon Blanc, der es in sich hat. Er duftet angenehm grün und erfrischend grasig, tut dies aber animierend spielerisch ohne auch nur den leisesten Hauch von Arroganz oder Penetranz; er schmeckt trocken, wirkt zugleich cremig weich und fast opulent auf der Zunge; in seinen grünen Duftreflexen entdeckt man, Kennzeichen guten Sauvignons, auch gelbe Noten wie frische gelbe Paprika oder reife Stachelbeere; man spürt den sehnsüchtigen Hauch von Lavendel im Bukett und ahnt den mundwässernd wirkenden Duft von nassem Feuerstein. Andreas Kirchmayrs ‚Katl’ ist ein tiefgründig komplexer Sauvignon mit saftigem Säurekick im erfrischend würzigen Nachklang. Seine cremig frische Substanz, sein aromatischer Charme und seine harmonisch agierende Säure machen ihn zum Gemüsebegleiter par excellence; doch auch anspruchsvolle Salate, frische Kräuter und frischen Seefisch begleitet er in einer Perfektion, die bleibenden Eindruck hinterläßt. Sauvignon Blanc für Leute mit Mut zum eigenen Geschmack.

 

Wein- und Sektgut Kirchmayr

Die Wein- und Sektkellerei Kirchmayr ist ein sympathischer Familienbetrieb im unpopulären Mostviertel in Niederösterreich. In der dynamischen Selbstbeweihräucherungsszene Österreichs wirken Kirchmayrs altmodisch und konservativ, unzeitgemäß uneilig. Sie strahlen Ruhe aus und noble Bescheidenheit, haben Stil und vermitteln Kompetenz. Tatsächlich wollen die „langsamen Weine“ der Familie Kirchmayr nicht ins „schnelle“ Bild österreichischer Turbo-Weißweine passen, die mit leicht verständlichem Duft und kaltem schnellem Fruchtgeschmack zum Inbegriff österreichischen Weines wurden. Vor ein paar Jahren hat Sohn Andreas im Keller die Regie übernommen. Nun sind die spontane Vergärung und der langsame Holzfaß-Ausbau noch prägnanter spür- und schmeckbar in den Weinen. Sie sind feiner geworden, reintöniger und präziser konzipiert, ohne ihre faszinierend „andere“ Komplexität verloren zu haben, die selbstbewußt jene Entschleunigung demonstriert, die Kirchmayrs seit Dekaden mutig aus der österreichischen Reihe tanzen läßt. Kirchmayrs Weingut ist ein Weingut ohne Reben. Kirchmayrs sind keine Winzer, sondern sie kaufen Trauben von ausgesuchten, renommierten Lagen der Wachau, des Kamptales, des Kremstales und aus dem Donauland, die sie in ihren Kellergewölben in Weistrach vinifizieren. Sie tun das seit Generationen mittels langfristiger Lieferverträge. Alles andere als „normal“ ist auch Kirchmayrs zweites Standbein: Gereifte Weißweine. In den tiefen, dunklen Kellern des Benediktinerstifts Seitenstetten im Mostviertel lagern Kirchmayrs wahre Weinschätze, die sie erst nach fünf und mehr Jahren Flaschenlager als „Solisten“ auf den Markt bringen. Anachronismus pur, huldigt man doch gerade in Österreich mit der Heurigen-Kultur dem Leitbild der Jugend. Wer also den Unterschied zwischen Duft und Bukett kennenlernen will und mit komplexen Aromen im Wein Erfahrung hat, wer sich gerne auch im Glas entschleunigtem Genuß hingibt, der ist bei Famlie Kirchmayr richtig. Eine eigenwillige Ausnahme im schnellebigen Weißweingeschäft Österreichs.

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Die Rebe

Sauvignon blanc

Sauvignon Blanc ist nach dem Chardonnay die zweitmeist angebaute weiße Rebsorte der Weinwelt. Sie geht auf eine Zufallskreuzung von Traminer mit Chenin Blanc zurück und gilt als charaktervolle und edle weiße Rebsorte. Tatsächlich kann sie aber auch ärgerlich simpel, aufdringlich und ordinär riechen und schmecken. Heute wird sie häufig mittels spezieller Aromaenzyme vergoren, die aus der Beerenschale ein so simples wie lautes Aroma extrahieren, das unerfahrene Weintrinker begeistert, Kenner der Rebsorte aber eher langweilt. Industriellen Exemplaren aus Übersee wird immer wieder gezielt Methoxypyrazin zugesetzt, ein in Europa verbotener Aromastoff, der in Sauvignon Blanc aber natürlich vorkommt und dessen leicht erkennbares Aromaprofil prägt, ihn weist man hierzulande immer wieder nach.

Pyrazin ist der Oberbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen, die sich als natürlich vorhandene Aromastoffe vom Pyrazin ableiten. Sie sorgen in vielen Gemüsesorten für vegetale Aromen, entstehen aber auch beim Erhitzen von Lebensmitteln und sorgen dann für die charakteristischen Röstaromen. In Sauvignon Blanc duften Pyrazine mehr oder weniger intensiv, je nach Weinbereitung und Herkunft, nach frisch aufgeschnittener grüner Paprika, grasig und kräuterwürzig, mit einem Hauch Moschus und grünen Früchten wie Stachelbeeren in einem Bukett, das auch an ungeputztes Katzenklo, Litschis und Brennesseln erinnern kann. Oft findet man vor allem in einfacheren Sauvignon Blanc-Qualitäten aus den Randappellationen der Loire einen Geruch, der an Chinaböller oder frisch gezündete Streichhölzer erinnert. Dieser dürfte eher auf zu starker Schwefelung beruhen, als auf dem immer wieder beschworenen 'Gout de Terroir', den die Winzer den Feuersteinen im Weinberg zuschreiben.

Sauvignon Blanc ist wuchskräftig. Je schwerer die Böden, desto höher die Erträge. Dann erreicht die Rebsorte kaum die gewünschte Reife und ihr Wein fällt krautig, mager und aufdringlich grün und scharf aus. Je magerer aber die Böden, desto niedriger die Erträge, desto reifer die Trauben. Dann kann die Rebsorte auch aromatisch zu Hochform auflaufen und trockene, kristallin reine, aromatisch hochkomplexe, animierend erfrischende Weine hervorbringen, wie sie einmalig sind in der Welt des Weißweines.

Sauvignon Blanc zeigte früher starke Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, weshalb die Erträge oft unwirtschaftlich ungleichmäßig waren. Heute baut man speziell selektionierte Varietäten an (Klon 297 und 316 sind die am weitesten verbreiteten), die regelmäßigeren Ertrag garantieren, weshalb sich die Rebfläche der populären Rebsorte deutlich vergrößert hat. Sauvignon Blanc steht heute auf Rang 4 der Rebsortenliste Frankreichs.

Oft werden einfache Sauvignon Blancs verschnitten mit Chenin Blanc wie z. B. in der Tourraine; aber auch mit Semillon oder der ebenfalls aromatischen Muscadelle zeigt sie in vielen weißen Bordeaux attraktiven Charakter und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit. An der Loire, wo sie ihren Ursprung haben soll, erlebt die Rebsorte reinsortig ihre unverfälschte Inkarnation. Ob auf den kalkhaltigen Böden von Sancerre, den feuersteinhaltigen Böden von Pouilly-sur Loire, wo sie eine rauchige Note erfährt, die ihrem Wein den Namen Pouilly Fumé einbrachte, oder in deren östlichen Nachbargemeinden Quincy und Reuilly, immer beweist Sauvignon Blanc hier wie nirgendwo sonst auf der Welt die perfekte Abstimmung von Rebe und Herkunft, französisch 'Terroir'. Ähnlich analytisch, ähnlich präzise, rein und elegant, ähnlich vornehm, fein und druckvoll gerät sie nirgendwo sonst. Famoses Niveau kann die Rebsorte noch in Österreich und, deutlich seltener, in Deutschland erreichen, vorausgesetzt, sie wurde nicht zu laut, zu schnell und zu aufdringlich vinifiziert durch schnellen Ausbau mit Reinzuchtaromahefen, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau, wie er von den meisten Winzern noch immer praktiziert wird. Inzwischen gibt es in der Steiermark oder z. B. der Pfalz langsam agierende Spitzenwinzer, deren Sauvignon Blancs es an Originalität und Präzision, bei ganz anders geartetem Rebsortencharakter als an der Loire, mit deren großen Weinen aufnehmen können. Ansonsten aber besitzt Sauvignon Blanc, wo immer er auch angebaut wird, ob in Neuseeland oder Kalifornien, in Südafrika oder Australien, zwar stets angenehm aromatische, nie aber jene noble Intensität und unverfälschte Komplexität wie an der Loire oder seltener in Bordeaux, der bekannteste reinsortige Sauvignon Blanc dürfte dort 'Pavillon Blanc' von Chateau Margaux sein, wo er sich zu rarer Harmonie und vornehmer Expressivität aufschwingen kann.

Sauvignon Blanc trinkt man am besten jung. Gute Exemplare entwickeln sich über 2-4 Jahre. Länger eingelagert zu werden macht nur für  Ausnahmeweine von Ausnahmewinzern Sinn. 


 

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je Flasche à 0.75l / 18,53 €/L
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Österreich - Niederösterreich
weissSauvignon blanc
Langsam
6er Karton
Art-Nr. OSW08110
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2013+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Konventionell
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Lehm/Ton
Dekantieren: Nein
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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