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Grüner Veltliner 'Käferberg' 1. Lage
Käferberg 2007. Ein großer Grüner Veltliner, wie man ihn nur selten im Glas hat, und mitnichten ein alter oder reifer Wein, der dringend weg muß, wie man uns unterstellen wird, weil wir ihn heute noch als 2007er anbieten. Das Weingeschäft hat verdammt beschleunigt. Galt es vor wenigen Jahren noch als Zeichen von Kennerschaft, wenn man als Weinhändler ältere Jahrgänge im Portfolio hatte, wird dies heute als schlechte Kaufmannschaft interpretiert. Wer nicht den neuesten Jahrgang anbietet, hat seinen Laden nicht im Griff, so wird kolportiert. Dabei war 2007 ein ausgezeichneter Jahrgang, der das enorme Reife- und Entwicklungspotential der Rebsorte eindrucksvoll unter Beweis stellt. Auf ein fast ideales Weinjahr folgte ein Traumherbst, der erstklassige Qualitäten einbringen ließ, reif und gehaltvoll, ohne jeden Exzess.
Von Fred Loimers Käferberg 2007 kauften wir damals große Mengen, weil grüner Veltliner dieses raren Kalibers nicht alt wird, sondern ganz langsam und sehr gleichmäßig und zuverlässig über lange Zeiträume reift. Tatsächlich präsentiert sich der Jahrgang heute als famoser, allmählich trinkreifer Veltliner in seltener Höchstform.
Attraktiv Grüngelb steht er im Glas; seine gelbe Frucht vermischt sich im Duft mit tiefgründig vielschichtiger Kräuterwürze zu einem komplex dimensionierten Grünen Veltliner, dem die Spontanvergärung im großen Holzfaß pfeffrige Würze ohne simples Beiwerk vermittelt. Das lange Hefelager bis in den Herbst des folgenden Jahres hinein vermittelt dem beeindruckend voluminösen Wein kompakte, kernige Struktur mit angenehm cremiger Weichheit im Nachklang, die frisch und unheimlich animierend wirkt im Mundgefühl. Käferberg vereint Kraft und Schmelz in einem betörend stimmigen Mundgefühl, das die perfekte Balance zwischen Körper und Finesse, Muskeln und Spiel zu bieten versteht. Der natürlich langsame Ausbau garantiert dem knochentrockenen Wein profunde Zukunft und so steht heute ein feinfruchtiger, kraftvoller, kühl würziger, mineralisch trockener Veltliner vor Ihnen, der auch einem Fred Loimer in dieser Qualität und mit derart überzeugendem Potential nicht jedes Jahr gelingt.
Er sollte unbedingt dekantiert und nicht eiskalt serviert werden und wird uns auch in zehn Jahren mit seiner vielschichtigen Dimensionierung noch größtes Vergnügen bereiten, ohne auch nur im Ansatz ‚alt’ zu wirken. Ein großer grüner Veltliner der absoluten Spitzenklasse.
Weingut Fred Loimer
Fred Loimer ist Spezialist für grüne Veltliner und Rieslinge besonderer Machart und Qualität. Seine Lagen im Kamptal weisen enorme Vielfalt an Böden auf: Vom Urgestein zum Flußschotter, von Braunerde und Lehm zu Löß die Interpretation der Typizität dieser verschiedenen Lagen und Böden ist sein Ziel: „Unsere mineralischen Böden vom Urgestein oder den Schotterlagen geben Grünem Veltliner unverwechselbare Würze und sorgen für fast schon pikante Frische; die tiefen Lößböden zaubern dagegen exotische Obst- und Fruchtnoten hervor“.
Fred Loimer macht die starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Kamptal für die würzige Aromenpracht seiner Weine verantwortlich. Sie versucht er durch konsequente Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung noch zu intensivieren. Seine neuen Weine setzen neue Maßstäbe. Sie wagen klare Kontur und kompromißloses Profil, sind präzise in Mineralität und Ausstrahlung, strotzen vor Individualität und Natürlichkeit und weisen über das gesamte Sortiment bestechendes Niveau auf. Dabei hat Fred Loimer keinen kleinen Betrieb. Zu seinen eigenen 35 Hektar kauft er für seinen populären „Lois“ und die Kamptal-Linie große Mengen an Trauben zu. Mehr noch: Im einst berühmten, heute so gut wie vergessenen Gumpoldskirchen macht er zusammen mit Partnern das Weingut „Schellmann“ zum Kultbetrieb mit Weinen, die origineller, attraktiver und preiswerter kaum sein können. In konsequenter Biodynamik! Hier wie dort hat er die schnelle Hochtechnologie aus seinem Keller verbannt (außer für jene paar „schnellen Weine“, die reinzuchtvergoren schnell und frisch auf Flasche gehen, wie „Lois“ & Co). Alle Weine aus eigenem Lesegut vergären also spontan, er verzichtet auf Vorklärung, experimentiert mit Most- und Maischestandzeiten und sieht Holz nicht als modisches Geschmackselement, sondern als physikalisch sinnvollen Einfluß. Fred Loimer ist vom bejubelten High-Tech-Betrieb zum schonend aus- und anbauenden Low-Tech-Winzer konvertiert, der Mineralität, Authentizität und Herkunft in seinen Weinen dem technischen Ausbau nach Rezept vorzieht. Er ist wichtiger Exponent einer neuen österreichischen Winzerschaft, deren Bekenntnis zur Biodynamik noch weitreichende Folgen haben wird. „Meine Weine sollen Freude machen, nicht Kopfzerbrechen“, sagt er. Das tun sie.
Die Rebe
Grüner Veltliner
Grüner Veltliner ist eine der spannendsten und interessantesten weißen Rebsorten, die wir kennen. Die Rebsorte ist ertragreich und widerstandsfähig gegen Frost, neigt aber zu Peronospora (echtem Mehltau) und treibt früh aus, ist also spätfrostgefährdet. In den nördlichen Gebieten Europas würde sie zu spät ausreifen, weshalb sie in Deutschland nicht zu finden ist. In einfachen Lagen, z. B. im Weinviertel, werden meist hohe Erträge von 100 hl/ha und mehr erzielt, der daraus resultierende Wein ist gefällig und süffig, kann aber durchaus auch ordinär, sauer und dünn ausfallen.
Uns erinnert großer Veltliner geschmacklich durchaus an Chenin Blanc oder an Chardonnay, doch bringt die Sorte ähnlich dem Riesling je nach Lage, An- und Ausbau eine so enorme Bandbreite an Qualitäten ins Glas, daß ihr Spektrum vom simplen anspruchslosen durstlöschenden Landwein bis zum höchst anspruchsvollen Spitzengewächs mit fordernder cremig-weicher satter Textur im Mund reicht. Was Grünen Veltliner so spannend macht, ist seine charakteristisch würzig-pfeffrige Art, die von feiner fruchtbetonter Säure unterlegt sein kann. Grüner Veltliner reagiert prompt auf Klima und Terroir. Die besten Exemplare aus später Lese und niedrigen Erträgen, z. B. aus der Wachau, dem Kamptal oder dem Karnuntum, sind trocken, pfeffrig und auffallend würzig in Duft und Geschmack. Sie vereinen in sich die seltene, attraktive Kombination aus animierender Frische und Leichtigkeit mit Körper, würzigem Stoff und Extraktion, die in der Spitze mühelos an hochwertigen weißen Burgunder erinnern kann.
Durch den schnellen Heurigen-Kult in Österreich hat man vergessen, daß Grüner Veltliner auf faszinierende Weise besser und gleichmäßiger als großer Riesling reifen kann. Er reift, wird dabei aber kaum alt. Selbst nach zehn und mehr Jahren verliert er seine Würze und geschmeidige Textur im Mund nicht, entwickelt kein unangenehmes Petrol und reift ungewöhnlich konsistent, ohne geruchlich oder geschmacklich alt zu wirken.
Österreichs Weinszene wird noch immer dominiert von technischen Weinen, die per Reinzuchthefe, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau ein ganz bestimmtes Geschmacksbild aufweisen, das mit vordergründiger Frucht und Würze und "spritzigem" Charakter uniformiert und beschränkt wirkt. Wie Riesling reagiert aber auch Grüner Veltliner auf die Vergärung mit Spontanhefen und entwickelt dann hochraffinierte, komplexe Aromen, die den "holzigen" kräuterwürzigen Charakter des Weines auf spannende Weise forcieren. Solche Weine bieten wir Ihnen als noch rare Ausnahmen von der Regel an. Sie machen die Rebsorte eindrucksvoll hochwertig.
![]() | Österreich - Kamptal |
![]() | Grüner Veltliner |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. OEW07202 | |
| Inhalt 0.75l |



















