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Grüner Veltliner 'Käferberg' 1. Lage 
2010

Grüner Veltliner 'Käferberg' 1. Lage

Der Käferberg. Fred Loimers großer grüner Veltliner. Die berühmte Lage ist 3 Hektar groß und liegt am oberen Ende eines Osthanges auf ca. 350 m Höhe im Norden der Stadt Langenlois. In Fred Loimers Parzelle stehen die Reben auf diversen Bodenschichten und kühles Mikroklima sorgt für besonderen Reiz in einem Wein, dessen Trauben so lange am Rebstock reifen können, daß sie perfekte physiologische Reife erreichen ohne überreif zu werden. Die äußeren Bedingungen induzieren einzigartige innere Qualität. Käferberg 2010 ist einer der großen Veltliner Österreichs mit eigenständigem Charakter und eindrucksvoller Statur, der Potential für Jahrzehnte garantiert.

Fred Loimer setzt im Keller sorgfältig um, was er im Weinberg biodynamisch gewinnt. Maischekontakt, Vergärung mit natürlicher Hefe im großen Holzfass (2.500 Liter) und anschließende Faßreife auf der Feinhefe bis in den September hinein liefern ihm kraftvolles Mundgefühl von enormer Dichte und pikanter mineralischer Prägung.

Der Jahrgang 2010 forderte auch im Kamptal die Winzer. Ein schwieriger Jahrgang mit hartem Frost im Winter und kaltem verregneten Wetter in der Blüteperiode, das zu starker Verrieselung der Trauben führte. Die waren klein und aromatisch und wurden zum Schluß hin perfekt reif, die Mengenausfälle aber lagen bei über 50%. Die hohe Säure des Jahrgangs, gepaart mit der prallen physiologischen Reife, die durch die winzigen Erträge zum Schluß der Lese hin möglich war, prägt die besten Weine des Jahrgangs 2010 mit ungewöhnlich dichter Struktur und enormer Konzentration. Nach anfänglichen Bedenken entpuppt sich der Jahrgang jetzt als einer der vermutlich besten der letzten Jahre – bei jenen Winzern, die wie Fred Loimer nicht entsäuerten und spät lesen konnten.

Sein Käferberg präsentiert sich entsprechend voll im Körper, reif, kraftvoll und dicht in der Struktur, filigran fruchtig und konzentriert würzig im Bukett, und trotz der offenkundigen physiologischen Reife auf der Zungenmitte noch jung und unentwickelt. Im Mundgefühl entfaltet er begeisternd konzentriertes Aroma von Steinobst, Zitrusfrüchten und Kräutern; vegetale Würze durchzieht ihn in rassiger Frische, wie man sie selten erlebt im Kamptal und eindrucksvoll kündigt er eine Komplexität an, die sich in dichter Frucht und mächtigem Körper in einem Mundgefühl auflöst, das an Frische, Finesse und schmelziger Fülle kaum zu überbieten ist. Druckvoll transportiert rassig gepufferte Säure die Mineralität des Weines an den Gaumen. Großer Veltliner aus einem Jahrgang, der die Spreu brutal vom Weizen trennt und ungewohnte Geschmacksparadigmen offenbart, an die man sich schnell gewöhnt, auch wenn sie so oder ähnlich so schnell nicht wieder kommen. 2010, ein besonderer Jahrgang.

Weingut Fred Loimer

Fred Loimer ist Spezialist für grüne Veltliner und Rieslinge besonderer Machart und Qualität. Seine Lagen im Kamptal weisen enorme Vielfalt an Böden auf: Vom Urgestein zum Flußschotter, von Braunerde und Lehm zu Löß — die Interpretation der Typizität dieser verschiedenen Lagen und Böden ist sein Ziel: „Unsere mineralischen Böden vom Urgestein oder den Schotterlagen geben Grünem Veltliner unverwechselbare Würze und sorgen für fast schon pikante Frische; die tiefen Lößböden zaubern dagegen exotische Obst- und Fruchtnoten hervor“.

Fred Loimer macht die starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht im Kamptal für die würzige Aromenpracht seiner Weine verantwortlich. Sie versucht er durch konsequente Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung noch zu intensivieren. Seine neuen Weine setzen neue Maßstäbe. Sie wagen klare Kontur und kompromißloses Profil, sind präzise in Mineralität und Ausstrahlung, strotzen vor Individualität und Natürlichkeit und weisen über das gesamte Sortiment bestechendes Niveau auf. Dabei hat Fred Loimer keinen kleinen Betrieb. Zu seinen eigenen 35 Hektar kauft er für seinen populären „Lois“ und die Kamptal-Linie große Mengen an Trauben zu. Mehr noch: Im einst berühmten, heute so gut wie vergessenen Gumpoldskirchen macht er zusammen mit Partnern das Weingut „Schellmann“ zum Kultbetrieb mit Weinen, die origineller, attraktiver und preiswerter kaum sein können. In konsequenter Biodynamik! Hier wie dort hat er die schnelle Hochtechnologie aus seinem Keller verbannt (außer für jene paar „schnellen Weine“, die reinzuchtvergoren schnell und frisch auf Flasche gehen, wie „Lois“ & Co). Alle Weine aus eigenem Lesegut vergären also spontan, er verzichtet auf Vorklärung, experimentiert mit Most- und Maischestandzeiten und sieht Holz nicht als modisches Geschmackselement, sondern als physikalisch sinnvollen Einfluß. Fred Loimer ist vom bejubelten High-Tech-Betrieb zum schonend aus- und anbauenden Low-Tech-Winzer konvertiert, der Mineralität, Authentizität und Herkunft in seinen Weinen dem technischen Ausbau nach Rezept vorzieht. Er ist wichtiger Exponent einer neuen österreichischen Winzerschaft, deren Bekenntnis zur Biodynamik noch weitreichende Folgen haben wird. „Meine Weine sollen Freude machen, nicht Kopfzerbrechen“, sagt er. Das tun sie.

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Die Rebe

Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist eine der spannendsten und interessantesten weißen Rebsorten, die wir kennen. Die Rebsorte ist ertragreich und widerstandsfähig gegen Frost, neigt aber zu Peronospora (echtem Mehltau) und treibt früh aus, ist also spätfrostgefährdet. In den nördlichen Gebieten Europas würde sie zu spät ausreifen, weshalb sie in Deutschland nicht zu finden ist. In einfachen Lagen, z. B. im Weinviertel, werden meist hohe Erträge von 100 hl/ha und mehr erzielt, der daraus resultierende Wein ist gefällig und süffig, kann aber durchaus auch ordinär, sauer und dünn ausfallen.

Uns erinnert großer Veltliner geschmacklich durchaus an Chenin Blanc oder an Chardonnay, doch bringt die Sorte  ähnlich dem Riesling je nach Lage, An- und Ausbau eine so enorme Bandbreite an Qualitäten ins Glas, daß ihr Spektrum vom simplen anspruchslosen durstlöschenden Landwein bis zum höchst anspruchsvollen Spitzengewächs mit fordernder cremig-weicher satter Textur im Mund reicht. Was Grünen Veltliner so spannend macht, ist seine charakteristisch würzig-pfeffrige Art, die von feiner fruchtbetonter Säure unterlegt sein kann. Grüner Veltliner reagiert prompt auf Klima und Terroir. Die besten Exemplare aus später Lese und niedrigen Erträgen, z. B. aus der Wachau, dem Kamptal oder dem Karnuntum, sind trocken, pfeffrig und auffallend würzig in Duft und Geschmack. Sie vereinen in sich die seltene, attraktive Kombination aus animierender Frische und Leichtigkeit mit Körper, würzigem Stoff und Extraktion, die in der Spitze mühelos an hochwertigen weißen Burgunder erinnern kann.

Durch den schnellen Heurigen-Kult in Österreich hat man vergessen, daß Grüner Veltliner auf faszinierende Weise besser und gleichmäßiger als großer Riesling reifen kann. Er reift, wird dabei aber kaum alt. Selbst nach zehn und mehr Jahren verliert er seine Würze und geschmeidige Textur im Mund nicht, entwickelt kein unangenehmes Petrol und reift ungewöhnlich konsistent, ohne geruchlich oder geschmacklich alt zu wirken.

Österreichs Weinszene wird noch immer dominiert von technischen Weinen, die per Reinzuchthefe, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau ein ganz bestimmtes Geschmacksbild  aufweisen, das mit vordergründiger Frucht und Würze und "spritzigem" Charakter uniformiert und beschränkt wirkt. Wie Riesling reagiert aber auch Grüner Veltliner auf die Vergärung mit Spontanhefen und entwickelt dann hochraffinierte, komplexe Aromen, die den "holzigen" kräuterwürzigen Charakter des Weines auf spannende Weise forcieren. Solche Weine bieten wir Ihnen als noch rare Ausnahmen von der Regel an. Sie machen die Rebsorte eindrucksvoll hochwertig.


 

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je Flasche à 0.75l / 36,67 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Österreich - Kamptal
weissGrüner Veltliner
Langsam
6er Karton
Art-Nr. OEW10202
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2020+
Restzucker: < 5 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Sand/Lehm/Geröll
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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