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Seewinkel Beerenauslese
Velichs Beerenauslese könnte man täglich genießen. Schade, daß Süßweine heute so ‚out’ sind. Eine ganze Generation heute ältererer Weintrinker hat ihr Süßwein-Trauma über Jahrzehnte so nachhaltig gepflegt, daß Süßweine, echte, seriöse Süßweine als Wunder der Natur, noch immer unter dem völlig uninformiert gepflegten Vorurteil gegen die Industrieplörre der 60iger, der sie damals offensichtlich alle auf den Leim gegangen sind, leidet. Ich kenne sie zur Genüge, diese Generation von Pseudo-Kennern, die immer gleich aufschreit, wenn sie nur das Wort Süßwein hört und sofort an Kopfweh denkt. Diese Generation ist es auch, die bei österreichischen Weinen, von Süßweinen ganz zu schweigen, sofort den Skandal als Argument anführt, warum sie keine Österreicher trinkt. Es ist unglaublich, wieviel Halbwissen, Unwissen und schlichte Ignoranz sich ganz normale Weintrinker leisten, wenn es um ‚ihren’ Wein geht. Wenn sie doch nur den Mund halten würden und offen und ehrlich sagen würden: Sorry, davon habe ich leider keine Ahnung. Aber nein, bei Wein kann und will jeder mitreden und jeder ist ein Kenner. So ist die Weinbranche zu einer eher traurige Branche verkommen.
Nicht mit uns. Wir kämpfen für seriöse Süßweine. Und das hier, liebe Weinkenner, ist mehr als seriöser Süßwein. Dies hier ist Götter-Nektar. Um solche Wunder der Natur wertschätzen zu können, muß man natürlich wissen, wie eine Beerenauslese entsteht. Sicher nicht mit Süßreserve, wie der Billigfusel aus dem Supermarkt! Wer billige Süßweine trinkt, hat von Süßwein keine Ahnung, sondern maximal von süßem Wein. Das sind zwei völlig verschiedene Stiefel!
Heinz Velichs Beerenauslese entstammt einer echten Beeren-Auslese. Dazu werden in mehreren Lesedurchgängen die bereits von Botrytis/Edelfäule befallenen Trauben im Anfangsstadium, also bevor sie zu Trockenbeeren dehydriert sind, geerntet. Anschließend reift der Wein lange im Holzfass.
Heinz Velichs ‚Seewinkel Beerenauslese’ schmeckt wie flüssiges Gold. Sie ist tatsächlich einzigartig. Satt süß, aber nicht schwer. Eine opulent duftende Cuvée aus diversen Rebsorten, weshalb sie sich duftig und schwebend im Mund präsentiert, weich und cremig, sanft und mild. Eine ganz eigene Spezies Süßwein, geprägt vom Sandboden und vom milden Klima des Seewinkels. Reif, aber nicht brutal reif, wie es die Süßweine mancher Kollegen von Heinz Velich sind, sondern unheimlich delikat und fein im Trunk, analytisch reintönig und doch komplex, weil unvergleichlich spannend gewürzt. Ihr Mundgefühl prägt eine Harmonie, die körperliches Wohlgefühl auslöst, kennen Sie das? Man trinkt einen Wein, spielt mit ihm im Mund und beginnt sich wohlzufühlen; die Gedanken fangen an zu kreisen; man erinnert sich an Vergangenes, entspannt, entschleunigt, genießt. Süßweine, die dieses Wohlgefühl auslösen, sind selten und zu einem solch fairen Preis so gut wie nicht zu finden. Neuer Genuß-Horizont. Es ergötze sich, wer kann.
Weinbau Velich
Das kleine Weingut der Familie Velich liegt in Apetlon, mitten im Nationalpark Neusiedlersee/Seewinkel, direkt an der ungarischen Grenze. Vater Helmut gründete es für den Nebenerwerb. Daran knüpften die beiden Söhne Roland und Heinz 1990 an, als sie begannen den Weinbau zu intensivieren. Mit kraftvoll dicken Chardonnays, die vor Muskeln kaum laufen konnten, trugen sie schon bald den Ruf des Weingutes in die Welt. Velich-Chardonnays galten etwas in der Welt des Weines, ihr Ruf war legendär. Doch mit den Jahren änderte sich ihr Geschmack und damit auch ihre Interpretation. Heute steht der Name Velich für große Chardonnays charaktervoller Eigenart, die keinem bekannten Chardonnay-Stil vergleichbar sind. Ihr mineralisches Spiel, ihre kühle Finesse, ihr profiliertes Rückgrat und ihre raffinierte Individualität reflektieren mutig und konsequent die von der Natur gegebenen Möglichkeiten in Weingarten und Keller. Noch immer tragen sie neues Holz in Duft und Geschmack. Doch sie tun das fein und nobel, so gekonnt integriert in ihr komplexes Erscheinungsbild, daß weniger zu wenig, mehr zu viel wäre. Eindrucksvoll salzig ist die Mineralität der Weine auf der Zunge in einem cremigen Mundgefühl spürbar, das Lust macht auf mehr Chardonnay. Man muß auch im Wein nur warten können. Alles kommt wieder. Derart brillante Qualität weckt richtiggehend Lustgefühle auf die malträtierte Rebsorte.
Das bescheiden auftretende Weingut wagt klares Profil in profunder handwerklicher Authentizität. Die Trauben werden physiologisch reif geerntet, von Hand verlesen, so schonend wie möglich verarbeitet, Spontanvergärung ist selbstverständlich, Maischestandzeiten sind üblich, sorgfältig praktizierter Faßausbau die Regel. Heinz Velich läßt seinen Weinen im Keller viel Zeit auf der Vollhefe, wo sie, ohne aufgerührt, gepumpt oder bewegt zu werden, bis zu zwei Jahren reifen, um schließlich unfiltriert auf Flasche zu kommen. Wer mit Heinz und Roland Velich in den Keller steigt, um dort die Weine vom Faß zu probieren, wird Zeuge eines jener seltenen Weinerlebnisse, das, wie ins Gedächtnis eingebrannt, in Duft und Geschmack immer wieder abrufbar ist. In eindrucksvoll stoischer Gelassenheit setzen die beiden ihre zeitlos wirkenden Weine wider alle Moden und Trends visionär und mutig in Szene. Größe, Mineralität und Charakter ihrer Weine definieren einen Weltklassebetrieb, dessen Süßweine übrigens eine Klasse für sich sind. Entspannte, souverän "langsame" Referenzqualitäten.
Die Rebe
Cuvée weiß
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
So bezeichnet man inDeutschland mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Weißweinen will man über den Verschnitt verschiedener Rebsorten die aromatische und strukturelle Komplexität, das Mundgefühl, eines Weines verbessern. Frische, säurebetonte Rebsorten kombiniert man deshalb z. B. mit besonders aromatischen, aber säurearmen Rebsorten, um so die Lagerfähigkeit, aber auch den Geschmackseindruck zu verbessern. So ist z. B. jeder Brut-Champagner eine Cuvée aus weißem Chardonnay (für Säure und Rasse) und rotem, aber weiß gekeltertem Pinot Meunier und Pinot Noir (für Frucht und Körper).
Insgesamt sind weiße Cuvées seltener als rote. Dennoch kann eine gekonnt zusammengestellte Weißwein-Cuvée besser riechen und schmecken als eine einzelne Rebsorte. Immer deklarieren wir das als Cuvée und nennen die enthaltenen Rebsorten.
je Flasche à 0.375l / 39,73 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
![]() | Österreich - Burgenland |
![]() | Cuvée weiß |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. OEW08404 | |
| Inhalt 0.375l |


















