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Sämling (Scheurebe) Beerenauslese
In Österreich muss eine Beerenauslese mindestens 127° Oechsle auf die Waage bringen. In dieser himmlisch duftigen Beerenauslese, die kaum jemand so delikat und klar konzipiert ins Glas bringt, wie Hans Tschida, spiegelt sich die Reife der Trauben in 175 g Restzucker wieder, die aber so spielerisch agieren auf der Zunge, daß man wohlig im Mundgefühl schwelgt und an Zucker und Brennwerte nicht denkt. Warum auch. Man trinkt solche genialen Wunder der Natur nicht jeden Tag und wenn , dann genießt man sie.
Hans Tschidas Sämling Beerenauslese des großen Jahrgangs 2007 bringt fast schockierendes Niveau auf die Synapsen. Sie wirkt frisch und fein, endlos lang, cremig, mit frischer Textur, die extrem expressive Obstaromen freisetzt: Lychee, Ananas, gewürzt mit Zimt und animierender gelbgrüner Aromadichte, Zitrusnoten vermengen sich mit weißer Schokolade und Nougat, man ahnt aber auch pfeffrige Schärfe und den Hauch von scharfer Chili im Finish, faszinierend! So klar, so rein, so würzig und belebend, so kristallin animierend bringt nur einer so viel Reife und Süße in einer solchen Perfektion auf die Zunge: Hans Tschida.
Dieser Wunderwein jedenfalls tut gut, versöhnt mit dem Ärger des Alltags, belebt die Sinne, erfrischt und läßt fröhlich erschaudern ob so viel tiefgründig süßen Genusses. Hans Tschidas Stilistik kommt in dieser Scheurebe-Beerenauslese exemplarisch zur Geltung. So lecker kann seriöser Süßwein sein.
Weingut Angerhof-Tschida
Hans und Lisa Tschida produzieren auf ihrem 14 ha großen Weingut in Illmitz, mitten im Nationalpark Neusiedler-See-Seewinkel, glasklare, wie mit dem Federkiel puristisch rein gezeichnete Süßweine. Das pannonische Klima mit seinen ca. 2000 Sonnenstunden pro Jahr liefert die notwendigen Voraussetzungen. Die weltweit einmalige Kombination von Wärme am Tag, Kühle in der Nacht und ausreichend vorhandener Feuchtigkeit sorgt auf den teilweise auf kleinen Inseln gepflanzten Weingärten, inmitten zahlreicher Lacken und Salzlacken in der feuchten Umgebung des Neusiedler Sees, für fast schon planmäßigen, zumindest aber regelmäßigen Befall mit dem Edelfäulepilz. Diese für Süßweine paradiesischen Wachstumsbedingungen lassen Hans Tschida fast die gesamte Ernte zu Beerenauslesen, Eiswein, in trockeneren Jahren Schilfwein, sowie spektakulären Trockenbeerenauslesen (TBA) verarbeiten.
Kompromißlos in der Weinbereitung, kompromißlos im Stil. Hans Tschida kühlt seine Gärräume so weit herunter, daß die Weine gezwungen werden, sehr langsam zu vergären, manchmal über ein, zwei Jahre. Für mehr Komplexität beläßt er sie gezielt „dreckig“ auf der Feinhefe, vergärt aber bewußt nicht spontan; durch den starken Botrytisbefall würde er den angestrebten Rebsortencharakter sonst nicht kontrollieren bzw. herausarbeiten können. Man kann den Weinen deshalb in der Jugend eine gewisse Sterilität vorwerfen. Nach einem Jahr aber gehen sie auf, entwickeln präzise, komplexe Fülle mit ausgeprägtem Sortencharakter, betörend in ihrer Vielschichtigkeit und begeisternd im Nachhall am Gaumen. Süße als bestaunenswertes Wunder der Natur.
Die Rebe
Sämling
Die Rebsorte Scheurebe bringt in Österreich als Sämling 88 hervorragende edelfaule Süßweine hervor, die aromatisch und strukturell so frisch und interessant ausfallen können, daß es sich lohnt, sich mit edelsüßen Scheurebe-Variationen zu beschäftigen.
Sämling oder Scheurebe, benannt nach dem Rebzüchter Georg Scheu aus Alzey, ist die einzige deutsche Neuzüchtung des 20.Jahrthunderts, die richtig hochwertige Weine produziert und deshalb Aufmerksamkeit verdient. Sie drohte in den letzten zwanzig Jahren ob ihres großväterlichen, wenig zeitgemäßen halbtrockenen, müden Erscheinungsbildes in Vergessenheit zu geraten; dann entstanden in der Pfalz und in Rheinhessen derart attraktive und offenkundig engagierte, schlicht leckere trockene Exemplare, daß die Rebsorte binnen weniger Jahre eine Wiedergeburt erlebte, die sie allemal verdient hat.
Scheurebe bringt erstklassige eigenständige Weißweine hervor, vorausgesetzt, ihre Trauben werden reif gelesen. Unterreif gelesen kann die Rebsorte mager, sauer und unangenehm scharf im ordinären Aroma ausfallen. Maschinengelesene Billig-Scheureben aus der rheinhessischen Flachlanddiaspora mögen als abschreckendes Beispiel dienen.
Wenn Scheurebe physiologisch reif gelesen wird, bringt sie hohe Mostgewichte in die Kelter, die sie geschmacklich gekonnt und animierend puffert mit erfrischend rassiger Säure, die ihr delikate Balance verleiht und für langes Leben auf der Flasche sorgt. Eine gute gesunde Scheurebe entwickelt sich fast wie Riesling auf der Flasche, wird allerdings breiter und fetter mit der Zeit, ohne ihr attraktives Aroma zu verlieren. Sie reift ausgezeichnet, hält aber wohl insgesamt nicht so lange wie ihr wertvoller Kreuzungspartner.
Scheurebe ist anspruchsvoll und verlangt gute Lagenqualität. Dort wo Riesling bestens gedeiht, fühlt sich auch die Scheurebe wohl. Sie besitzt geschmacklich nachvollziehbare Riesling-Gene, doch ist sie weit mehr als nur eine vollere und üppigere, ertragreiche Riesling-Variante. Entstanden aus der Kreuzung von Riesling x Silvaner durchzieht sie gesunde, delikate Säure in cremig saftigem Mundgefühl; sie bringt erstklassige, aromatisch interessante Weine hervor, die ein eigenständig expressives Aromenspektrum auszeichnet, in dem man schwarze Johannisbeere und reife Grapefruit findet. Die Rebsorte reagiert gut auf die Vergärung mit wilden Hefen. Sie fällt dann zwar weniger aromatisch im Bukett aus, entwickelt aber im Mundgefühl anspruchsvolle, cremig dichte Mitte, der es an Präzision und Definition nicht mangelt.
![]() | Österreich - Burgenland |
![]() | Sämling |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. OEW07711 | |
| Inhalt 0.375l |


















