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Valpolicella Classico Superiore 'Ravazzol'
Ravazzol. Inbegriff des Valpolicella.
Kein dicker, süßer Wein, weichgespült für warmduschende Italo-Trinker aus deutschen Landen, die auf der Suche nach 'weichen' Weinen sind. Valpolicella ist, wenn er denn echt ist, niemals weich. Er ist kernig, leicht säuerlich, erfrischend mager, weil für die Küche des Veneto gemacht. Valpolicella ist, wenn er denn echt ist, der ideale Essensbegleiter regionaler Küche, dafür wird er produziert, niemals aber pflegeleichter Beisitzer des deutschen Fernsehsofas.
Ravazzol 2009. Transparent in der Farbe mit rubinroten Reflexen. Den Wein durchzieht eine trockene Säureader und meine Frage nach dem pH-Wert bestätigt meine Vermutung: 3,2. Das ist das Geheimnis dieses Klasseweins!
Seine kargen Kalk- und Lößterrassen vermitteln ihm nicht nur spürbare Mineralität, sondern auch kühle Struktur, die durch die weniger körperreichen, dafür aber um so duftigeren und aromatischen Rebsorten Corvinone und Oseleta verstärkt wird. Die Erträge der 30 bis 50 Jahre alten Reben sind niedrig; auf steilen Terrassen ziehen sie sich gleich hinter dem Weingut bis auf 250 m Höhe hinauf, teils in Pergola, teils in Guyot-Erziehung. Die mineralische Prägung dieses Mustervalpolicellas wirkt trocken und erfrischend und paßt exzellent zur Küche des Veneto: Geschmortes, deftige Regionalkost wie Pasta mit diversen Sughi, Salami und Schinken - all das begleitet dieser rassig strukturierte, aromatische Lagen-Valpolicella souverän. Authentische Qualität mit Regional-Aura, die hoffen läßt für eine Region, die ich schon abgeschrieben hatte.
Cà La Bionda
Zwei junge selbstbewußte Burschen übernehmen den im Veneto-Beton-Barock der 1980er Jahre gebauten Großbetrieb der Eltern und schrumpfen ihn auf Qualitätsdimensionen zurück. Vater Pietro Castellani brachte das Weingut in vierter Generation auf heutige Größe; die Söhne Nicola und Alessandro sorgen nun für bislang unerreichte Qualität. Sie stellen auf biologischen Anbau um und leisten in Weinberg und Keller bemerkenswertes. Ihre Weine stehen, selten geworden in Italien, für ihre Herkunft: Die kargen, kalkigen Böden und die alten autochthonen Rebsorten setzen sie durch schonend respektvolle Arbeit in Weinberg und Keller in ehrlich spröde, ungeschminkt natürliche Weine um, die kantig regionale Ausstrahlung und prägnante Seele wagen. Es sind nicht die üblichen entsäuerten, mit Gummi arabicum weichgeschönten Softies, keine alemannischen Kamintropfen, sondern echte venezianische Bauernweine in des Wortes bestem Sinne, mutig authentische, herzhafte Essensbegleiter, wie es sie so nur in Italien gibt.
Schon ihr einfacher Valpolicella läßt uns mit der Zunge schnalzen. Ihr Lagenwein zieht es uns in den Keller, um mehr zu probieren, und ihr großer Amarone macht klar, daß hier Qualitäten entstehen, die man im Valpolicella immer gesucht, aber nie gefunden hat.
Die Weine der Cà la Bionda werden aus den regionalen alten Rebsorten Rondinella, Oseleta und Corvinone gekeltert, die auf hochmineralischen Kalk-, Löß- und Kalksandsteinböden stehen. Sie sorgen für den spürbaren Salzgeschmack der Weine und die feinen Bittermandelnoten im Finish und der leicht metallische Unterton im prägnant erfrischenden Säurespiel sind typisch für Rebsorten und Herkunft. Die Farben der Weine sind transparent, ihr Mundgefühl wirkt appetitlich mager in der Struktur, ideale Begleiter der deftigen Küche des Veneto. Ob ihrer hohen Mineralgehalte müssen die Böden nicht gedüngt werden und Alessandro meint, daß sie es sind, die den Rotweinen des Veneto den stahlig mageren Charakter verleihen, den man traditionell durch die typischen Gär-, Trocken- und Konzentrationsverfahren der Region mit Struktur und alkoholischer Süße zu unterfüttern versucht.
Der grandiose Amarone von Cà La Bionda ist übrigens eines der letzten authentisch produzierten Exemplare seiner Art und beweist, daß die jungen Castellanis wissen, was sie tun. Ihr Respekt vor der Natur, ihre Rückbesinnung auf wahre Traditionen und ihre sensible Sorgfalt im Detail lassen sie mutige Regionalcharaktere produzieren, die rare Ausnahmen im weichgespülten Italo-Weinbusiness sind.
Die Rebe
Corvina
Corvina, auch Corvina Veronese genannt, ist die dominierende und qualitativ hochwertigste rote Rebsorte in Valpolicella und Bardolino. Trotz der berühmten Weine, die sie hervorbringt, ist die Rebsorte kaum bzw. gar nicht bekannt. Es ist eine uralte, autochthone Rebsorte unbekannter Ahnen, wie sie typisch ist für Italien.
Sie bringt leichten, fruchtigen Rotwein hervor, den eine charakteristische Mandelnote in Duft und Geschmack, sowie eine appetitlich magere Säurestruktur prägt, die ausgezeichnet zur regionalen Küche des Veneto harmoniert. Corvina gedeiht am besten auf den gut drainierten Kalkböden im Zentrum des Valpolicella. Nur dort entwickelt sie jene duftige, transparente Struktur, die 'echten' Valpolicella so eigenwillig regional schmecken läßt.
Leider muß Corvina ob der DOC-Statuten im Valpolicella systematisch mit der neutralen Rondinella und der herbbitteren Molinara verschnitten werden, was Kritiker als ‚Verdünnung’ brandmarken.
Mehr oder weniger reinsortig krönt Corvina (illegal) manchen Recioto oder Amarone, dem sie zwar alkoholisch schweren Körper verleiht, aber auch warme, beerig würzige Aromafülle von Port ähnlicher Konsistenz und Dichte.
![]() | Italien - Veneto |
![]() | Corvina |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. IVR09402 | |
| Inhalt 0.75l |

















