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Valpolicella Classico 
2010

Valpolicella Classico

Valpolicella gehört neben Lambrusco zu den bekanntesten Weinnamen Italiens, für viele Nicht-Weinkenner sind sie Inbegriff typisch italienischer Rotweine. Vom Namen her. Wie echter Valpolicella schmeckt, scheinen selbst vermeintliche Italien-Kenner kaum zu wissen. Anders sind der Erfolg und das Angebot der vielen traurig aufgeblasenen, bis zur Unkenntlichkeit weichgespülten Exemplare in den Regalen von Supermärkten und Fachhändlern nicht zu erklären. Wie authentischer Valpolicella schmecken kann, zeigen uns die Brüder Nicola und Alessandro Castellani mit ihrer Azienda Cà la Bionda!

Ein merkwürdig regional geprägter Rotwein. Valpolicella ist tatsächlich so etwas wie der Inbegriff italienischen Regionalweines. Zumindest schmeckt er so, wenn er echt ist. In Italien wird Wein ausschließlich zum Essen getrunken. Wenn das Essen beendet ist, hört auch das Trinken auf. Anders bei uns in Deutschland. Da fangen viele Weintrinker erst nach dem Essen an, ihren Wein zu trinken. Authentischer italienischer Wein wurde als regionaler Essensbegleiter über Jahrhunderte zu dem, was er ist: Der ideale Partner regionaler Küche. So entstand auch Valpolicella als der Idealbegleiter venetianischer Küche. Deftig und immer ein wenig rustikal wirkend, verdauungsfördernd, säurebetont, nicht zu schwer und nicht zu leicht, ideal, um Salami und Wurstwaren, Risotti und leichte Pastagänge etc. gekonnt in Szene zu setzen. Dagegen wird der unechte italienische Wein geschmeidig den Bedürfnissen des Exports angepaßt und mit Gummi Arabicum und anderen Schönungsmitteln weich und mollig weichgespült. Nicht bei uns.

Deshalb riecht und schmeckt der Valpolicella Classico von Cà la Bionda anders als gewohnt und erwartet. Er ist echt. Ungewöhnlich transparent in der Farbe, deren rubinrote Reflexe für eine erfrischende Säureader stehen, die dem Wein Frische im Mundgefühl verleiht und seine kühle, durchaus mager wirkende Struktur mit Länge versieht. Authentischer Valpolicella ist nie körperreich, weich oder sanft. Dagegen sprechen schon seine lokalen Rebsorten, die wie die hier dominierende Corvina am besten auf kargen Kalkmergelböden des Valpolicella-Kerngebietes gedeihen. Sie verleihen dem Wein eine zarte und leichte Struktur, sorgen für Säure in deftiger Gerbstoffstruktur und machen ihn im Duft eigenwillig aromatisch. So verwundert Cà la Biondas klassischer Valpolicella in seiner dünnen, leicht säuerlichen Struktur, die ihn so typisch prägt, auf den ersten Schluck. Doch man muß sich diesen Wein zur entsprechenden Küche vorstellen, und schon legt er los und läuft fröhlich die Kehle hinunter. Valpolicella ist kein globaler Allerweltswein. Es ist und bleibt ein Regionalwein mit regionalem Ursprung und regionalem Charakter. Nicht umsonst wachsen seine Rebsorten nur im Valpolicella und nirgendwo sonst. Deshalb leistet er als Essensbegleiter beste Dienste. Zur Sportschau muß er ausfallen, weil er für sich getrunken sauer, mager und bäuerlich rustikal schmeckt und so gar nicht laufen will.  Regionalwein eben. Den muß man nicht auf Biegen und Brechen globalisieren und für den deutschen Fernsehgeschmack weich machen. Man serviere ihn am besten dezent gekühlt. Authentischer Regionalwein in schonungsloser Natürlichkeit. Einfach wunderbar.

Cà La Bionda

Zwei junge selbstbewußte Burschen übernehmen den im Veneto-Beton-Barock der 1980er Jahre gebauten Großbetrieb der Eltern und schrumpfen ihn auf Qualitätsdimensionen zurück. Vater Pietro Castellani brachte das Weingut in vierter Generation auf heutige Größe; die Söhne Nicola und Alessandro sorgen nun für bislang unerreichte Qualität. Sie stellen auf biologischen Anbau um und leisten in Weinberg und Keller bemerkenswertes. Ihre Weine stehen, selten geworden in Italien, für ihre Herkunft: Die kargen, kalkigen Böden und die alten autochthonen Rebsorten setzen sie durch schonend respektvolle Arbeit in Weinberg und Keller in ehrlich spröde, ungeschminkt natürliche Weine um, die kantig regionale Ausstrahlung und prägnante Seele wagen. Es sind nicht die üblichen entsäuerten, mit Gummi arabicum weichgeschönten Softies, keine alemannischen Kamintropfen, sondern echte venezianische Bauernweine in des Wortes bestem Sinne, mutig authentische, herzhafte Essensbegleiter, wie es sie so nur in Italien gibt.

Schon ihr einfacher Valpolicella läßt uns mit der Zunge schnalzen. Ihr Lagenwein zieht es uns in den Keller, um mehr zu probieren, und ihr großer Amarone macht klar, daß hier Qualitäten entstehen, die man im Valpolicella immer gesucht, aber nie gefunden hat.

Die Weine der Cà la Bionda werden aus den regionalen alten Rebsorten Rondinella, Oseleta und Corvinone  gekeltert, die auf hochmineralischen Kalk-, Löß- und Kalksandsteinböden stehen. Sie sorgen für den spürbaren Salzgeschmack der Weine und die feinen Bittermandelnoten im Finish und der leicht metallische Unterton im prägnant erfrischenden Säurespiel sind typisch für Rebsorten und Herkunft. Die Farben der Weine sind transparent, ihr Mundgefühl wirkt appetitlich mager in der Struktur, ideale Begleiter der deftigen Küche des Veneto. Ob ihrer hohen Mineralgehalte müssen die Böden nicht gedüngt werden und Alessandro meint, daß sie es sind, die den Rotweinen des Veneto den stahlig mageren Charakter verleihen, den man traditionell durch die typischen Gär-, Trocken- und Konzentrationsverfahren der Region mit Struktur und alkoholischer Süße zu unterfüttern versucht.

Der grandiose Amarone von Cà La Bionda ist übrigens eines der letzten authentisch produzierten Exemplare seiner Art und beweist, daß die jungen Castellanis wissen, was sie tun. Ihr Respekt vor der Natur, ihre Rückbesinnung auf wahre Traditionen und ihre sensible Sorgfalt im Detail lassen sie mutige Regionalcharaktere produzieren, die rare Ausnahmen im weichgespülten Italo-Weinbusiness sind.

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Die Rebe

Corvina

Corvina, auch Corvina Veronese genannt, ist die dominierende und qualitativ hochwertigste rote Rebsorte in Valpolicella und Bardolino. Trotz der berühmten Weine, die sie hervorbringt, ist die Rebsorte kaum bzw. gar nicht bekannt. Es ist eine uralte, autochthone Rebsorte unbekannter Ahnen, wie sie typisch ist für Italien.  

Sie bringt leichten, fruchtigen Rotwein hervor, den eine charakteristische Mandelnote in Duft und Geschmack, sowie eine appetitlich magere Säurestruktur prägt, die ausgezeichnet zur regionalen Küche des Veneto harmoniert. Corvina gedeiht am besten auf den gut drainierten Kalkböden im Zentrum des Valpolicella. Nur dort entwickelt sie jene duftige, transparente Struktur, die 'echten' Valpolicella so eigenwillig regional schmecken läßt.

Leider muß Corvina ob der DOC-Statuten im Valpolicella systematisch mit der neutralen Rondinella und der herbbitteren Molinara verschnitten werden, was Kritiker als ‚Verdünnung’ brandmarken.

Mehr oder weniger reinsortig krönt Corvina (illegal) manchen Recioto oder Amarone, dem sie zwar alkoholisch schweren Körper verleiht, aber auch warme, beerig würzige Aromafülle von Port ähnlicher Konsistenz und Dichte.

 

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Italien - Veneto
rotCorvina
6er Karton
Art-Nr. IVR10403
Inhalt 0.75l
Alkohol: 12,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: < 2014+
Restzucker: < 1 g/l
Anbau: Biologisch
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Kalkmergel
Besonderes: Zertifiziert
Dekantieren: Nein
Vergärung: Reinzuchthefe
Verschlussart: Naturkork
Biogene Amine: Nein
pH-Wert: 3.4

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