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Lugana DOC 'Olivini'
Jahrelang haben wir uns gerühmt, keinen Lugana im Programm zu haben. Lugana war für uns das Symbol für schnellen, harmlos technischen, aromatisch und strukturell belanglosen Urlaubswein zum Runterspülen. Italiens schwächelnder Weißweinkommerz in Reinkultur. Unser Freund Gianni Piccoli, dessen Bianco di Custoza ‚Gardoni’ zu den besten, aber wenig bekannten Weißweinen der Region südlich des Gardasees gehört, spricht von Lugana mit der gleichen Verachtung wie wir, weshalb er ihn weder produziert noch anbietet.
Doch nun hat es auch uns erwischt, denn Familie Olivini produziert im Kerngebiet des Lugana auf kieseligen Sand- und Lehmböden einen Lugana, der Staunen macht. Er stammt nicht von in halb Italien zugekauften Trauben, sondern ausschließlich von Trauben eigener Lagen, die um San Martino di Battaglia liegen und von sorgfältig selektionierten alten Klonen der regional verwurzelten Rebsorte Trebbiano di Lugana gekeltert werden. Über Jahre hinweg haben sich Giorgio, Giordana und Giovanni Olivini, die jüngste Generation der Familie, mit der Herkunft dieser alten verrufenen Sorte, die in Frankreich als Ugni Blanc ihr Dasein in billigen Massenweinen und in Italien in nahezu jedem typisch italienischen Weißwein als billiger Füllstoff fristet, beschäftigt; durch Verwendung alten Wurzelmaterials, der Wahl richtiger Unterlagen und qualitativen Anbau trieben sie das Niveau der alten, ungeliebten Rebsorte, die sie selbst als autochthon bezeichnen, auf ungeahnte Höhen. Ihr Lugana besitzt denn auch originelle Eigenart, die ihn von allen uns bekannten Kommerz-Luganas wohltuend unterscheidet.
Er schmeckt animierend frisch, seine 13 Vol. % sind gerade noch erträglich, er wirkt fast neutral in Duft und Geschmack und besitzt doch den Hauch typischer Veneto-Originalität, die ihn so perfekt als Essensbegleiter inszenieren läßt, daß einem schon beim Riechen das Wasser im Mund zusammenläuft. Strohgelb steht er mit grünen Reflexen im Glas und duftet unaufdringlich nach frischen Zitrusnoten, aber eben nicht nach den üblichen uniformen Kaltvergärungsaromen wie Gletscherbonbons und nervig simplen Fruchtaromen. Olivinis klassischer Lugana kann mehr, als nur ordinär simpel zu sein! Er schmeckt richtig nachhaltig und anspruchsvoll, besitzt elegante Fülle und harmonische Frische, überzeugt mit Körper und delikater Leichtigkeit und paßt so perfekt zum Sommer, daß er garantiert auch Ihnen gefallen wird als regelmäßiger Begleiter warmer Terrassenabende - ideal zu sommerlichen Salaten und Vorspeisen, zu Fisch und hellem Fleisch und der beste gesellige Durstlöscher mit Anspruch, den man sich im Kreise von Freunden genehmigen kann.
Technisch ist auch Olivinis Lugana kein Wunderwerk. Immerhin von Hand gelesen, werden die Trauben schonend angepreßt, dann bei 5°C über 12 Stunden auf der Maische in Kontakt mit den Schalen gehalten, anschließend wird der abgepreßte Most mit Reinzuchthefe geimpft und dann in Edelstahl vergoren, wobei partiell Milchsäureabbau eingeleitet wird. Kein Chi-Chi, sondern überzeugende regionale Simplizität.
Olivini
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Die Rebe
Trebbiano
Trebbiano war lange (und ist noch immer) das große Übel des italienischen Weißweines. Obwohl Airén und Grenache weltweit größere Rebfläche bedecken, dürfte die Rebsorte Trebbiano (in Italien) alias Ugni Blanc (in Frankreich) insgesamt mehr Wein hervorbringen.
Trebbiano auf einem Etikett bedeutet fast immer einen schlichten, belanglosen Weißwein. Um so mehr verwundert die Liebe der Deutschen zu einem Weißwein, der Lugana heißt und vom südlichen Gardassee stammt. Er besteht im wesentlichen aus Trebbiano, der dort Trebbiano di Lugana heißt; dieser wird meist mit diversen Grundweinen aus ganz Italien verschnitten und liefert dann jenen langweiligen, neutral müden, oft auch noch restsüßen Weißwein, der sich vor allem bei den Münchnern größter Beliebtheit erfreut. Einfacher Wein für einfache Weingemüter . . .
Trebbiano ist wuchskräftig und treibt spät aus, was seinen hohen Erträgen zugute kommt, reift aber auch spät, was seine Verbreitung einschränkt. Vor allem in Mittelitalien steht viel Trebbiano, wo er praktisch jedem bekannten Weißwein als Füllstoff dient. Als Beispiele seien Verdicchio, Orvieto, Frascati, Soave, Galestro und Lugana genannt. Nur im Norden und Nordosten wird kein Trebbiano angebaut. Dort hat man sich auf rebsortenreine Weine spezialisiert und weiß wohl auch warum. Besonders ungut machte sich der Einfluß des Trebbiano in der Toskana bemerkbar, wo er sogar die Gesetzgebung in Sachen Wein beeinflußte. In vielen DOC- und DOCG-Gebieten hat man ihn in der offiziellen Rebsortenliste beibehalten. Immerhin kräht nach dem skandalös schwachen Galestro, jahrelang der Selbstläufer in deutschen Italo-Weinkehlen, kein Hahn mehr.
Interessanterweise stammt Italiens aufregendster und bester vermeintlicher Trebbiano, der Trebbiano d´Abruzzo von Valentini, nicht vom Trebbiano ab, er wird tatsächlich aus Bombino Bianco gekeltert ( . . aus dem, es geht in Italien immer noch schlimmer, die sauren und dünnen Grundweine für die berühmten deutschen Billigsektmarken konstruiert werden . . .). Trotzdem hat der mythische Ruf dieses legendären Weißweines viele Winzer Italiens dazu bewogen, Trebbiano zu pflanzen. Italien ist in Sachen Vitikultur nach wie vor unterentwickelt und hat weder die Reb- noch die Weinkultur Frankreichs, das aus besonders früh gelesenem Ugni Blanc immerhin seinen berühmten Cognac zu produzieren weiß, nicht aber Wein! Den gibt es nur in der Gascogne und an der Charente, ansonsten ist den Franzosen die Rebsorte schlicht zu einfach. Doch in den letzten Jahren tut sich etwas und es gibt die ersten reinsortigen Trebbiano-Weine aus alten Klonen und niedrigen Erträgen, die erstaunlich gute, frische Weißweine hervorbringen, die mehr als nur harm- oder belanglos sind.
Insgesamt geht die Produktion von Trebbiano/Ugni Blanc weltweit zurück, weil der kundige Verbraucher aromatisch anspruchsvollere Weißweine sucht und für den unkundigen Verbraucher noch billigerer Wein zur Verfügung steht, als italienischer Trebbiano. Die wenigen lohnenden Exemplare, die Trebbiano in einem anderen als dem beschriebenen Licht zeigen, sind die berühmten Ausnahmen von der Regel. Sie sind so erstaunlich wie selten.
![]() | Italien - Veneto |
![]() | Trebbiano |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. IVW10300 | |
| Inhalt 0.75l |













