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Vino Nobile de Montepulciano 'I Quadri' DOCG 
2008

Vino Nobile de Montepulciano 'I Quadri' DOCG

Endlich mal ein authentischer Vino Nobile! Vino Nobile ist als Appellation zwar weltberühmt, doch nur selten korrelliert die Qualität auf der Flasche mit dem Image der Region.
 

Vallocaia-Bindella

Vino Nobile di Montepulciano ist kein Wein, den man unbedingt haben muß. Zumindest wir nicht. Doch Rudi Bindella hat uns mit seinen Versionen überzeugt. Im italienischen, mehr noch im toskanischen Kontext gelten Bindellas Weine als umstritten, weil sie leichter und geschmeidiger sind als andere. Deshalb liest und hört man immer wieder, daß sie „gemachter“ scheinen als andere. Genau das Gegenteil ist der Fall. Sie schmecken eben nicht so wie viele andere Vino Nobiles aus der Nachbarschaft, die dick, fett und säurearm (weil kräftig entsäuert und mit Gummi Arabicum geschönt), süß und mächtig konzentriert daherkommen, sondern sie sind delikat und geschmeidig und ihre transparenten Gerbstoffe sind weder rüde noch rustikal oder sauer, sondern präsent und bemerkenswert saftig und fein. Bindellas Azienda "Vallocaia" liegt unweit des mittelalterlichen Städtchens Montepulciano eingebettet in eine paradiesische Landschaft von atemberaubender Schönheit. Neben der autochthonen Sorte Prugnolo gentile wird hier die lokale Canaiolo nero angebaut, aber auch ein wenig Merlot und Cabernet Sauvignon, sowie die weißen Sorten Malvasia, Trebbiano und Sauvignon blanc. Das Vallocaia-Team widmet sich extensiver und schonender Bearbeitung des Bodens und naturnahem Anbau. Gedüngt wird mit organischen Stoffen, grundsätzlich wird nicht gepflügt, und die Erträge werden durch hohe Pflanzungsdichte niedrig gehalten, um die Reben zu stärken und die Konzentration und Intensität der Früchte zu fördern. Rudi Bindella verwendet ausschließlich eigenes Lesegut, das er von seinen 30 ha Rebfläche in mustergültiger Rebkultur gewinnt. Seine Weine bestehen im wesentlichen aus einem einzigen Sangiovese-Klon, der seit dem 18. Jahrhundert in Montepulciano als besonders geeignet gilt und dort deshalb vorwiegend angebaut wird: Prugnolo gentile. Dünnschalig, deshalb stark fäulnisanfällig, und wie Pinot Noir extrem standortsensibel, liefert diese Sangiovese alias Prugnolo gentile alles, nur keine dicken, fetten schwarzen Rotweine. Ihr fein prononciertes Säure- und Tanningerüst sorgt auf den kalkhaltigen Galestroböden der Zentraltoskana vielmehr für fast burgundische Transparenz und Duftigkeit. Insofern halten wir die Weine von Rudi Bindella für besonders authentisch. Weil Sangiovese in ihren vielfältigen Abarten in der gesamten Toscana nur allzuoft ohne Rücksicht auf Himmelsrichtung, Höhenlage oder geeignete Exposition gepflanzt wird, verschneidet man sie in der „modernen“ Weinwirtschaft der Toscana häufig mit farbintensiveren Rebsorten wie Malbec, Petit Verdot, Cabernet oder Syrah, was gesetzlich erlaubt und deshalb bei den meisten Betrieben üblich ist. Bei Rudi Bindella kommen ausschließlich angestammte traditionelle toskanische Rebsorten wie Canaiolo, Mammolo und Colorino in den Vino Nobile. Sie sorgen im Zusammenspiel mit der duftigen Sangiovese für die legendäre Transparenz seiner Weine, die durch ihr erfrischend sprödes, aromatisches Spiel und ihr bekömmliches, appetitmachendes Säurerückgrat authentische Merkmale unverfälschter „echter“ toskanischer Rotweine beweisen.
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Die Rebe

Sangiovese

Sangiovese ist die Rebsorte, mit der bei uns alles begann. Vor über 30 Jahren waren wir einer der ersten Importeure italienischer, genauer: toskanischer, Weine in Deutschland und wir importierten damals, 1978, nichts anderes als Chianti, also Sangiovese.

Die war auch damals eine rote Rebsorte. Allerdings schmeckten ihre Weine ganz anders als heute. Damals war Sangiovese noch sehr viel weniger homogen und qualitativ, als sie sich heute darstellt. Sangiovese ist eine vermutlich sehr alte Rebsorte, die mit ca. 100.000 Hektar eine der wichtigsten Italiens ist; sie bedeckt dort immerhin rund 10 % aller Weinberge. Sie neigt, wie Pinot Noir, stark zur Mutation. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Klonvariationen, die, unter unterschiedlichen Namen angebaut, als Sangioveto, Brunello, Prugnolo gentile oder Morellino angebaut werden, alle aber sind sie Sangiovese in allerdings sehr unterschiedlicher Ausprägung und Qualität. Die Rebsortenfamilie ist über die Jahrhunderte so stark mutiert, daß es Jahrzehnten großer Anstrengung bedurfte, um die besten Klonen zu finden, zu analysieren und schließlich zur Verfügung zu stellen, was erst in den letzten Jahren erfolgreich gelang. Der Charakter der Rebsorte und ihrer Weine hat sich also über die letzten Jahre ziemlich verändert, was auch nötig war, weil das Qualitätsspektrum zu breit und zu heterogen war, um auf dem internationalen Markt in Anbetracht der nicht zimperlichen Preise noch konkurrenzfähig sein zu können.

Gute Sangiovese besitzt präsentes, stets etwas spröde wirkendes Gerbstoffgerüst mit appetitlicher Säure, die es durch reife Lese und niedrige Erträge in Zaum zu halten gilt; ihre Farbe ist nie sehr intensiv, weshalb sie so häufig mit Malbec, Petit Verdot, Syrah oder Cabernet Sauvignon verschnitten wird; Sangiovese reift spät aus und bringt deshalb in guten, warmen Jahren körperreichen, alkoholstarken und langlebigen Wein hervor; in kleinen, kühlen Jahren dagegen wird sie schnell sauer und mager mit hartem Gerbstoff im Mundgefühl; hohe Erträge forcieren harte Säure und führen zu heller Farbe, die schnell in Oxidation umschlägt. Ihre erstaunlich dünnen Beerenschalen sind fäulnisanfällig, was durch die unterentwickelte Rebkultur der Toscana dazu führte, daß Sangiovese auch auf Lagen gepflanzt wurde, auf denen sie besser nicht hätte stehen sollen. Das erklärt die noch immer enormen Qualitäts- und Geschmacksunterschiede, die einem die Rebsorte verleiden können.

Hauptanbaugebiet der Sangiovese ist die gesamte Toskana, wo sie in Weinen wie dem Vino Nobile di Montepulciano, dem Carmignano, vielen Super-Tuscans und im Brunello di Montalcino die dominierende Rolle spielt. Doch auch in der  Maremma, der Emilia-Romagna, in Umbrien, den Marken und auf Korsika ist Sangiovese unter regionalen Synonymen und lokalen Verschnitten eine wichtige und prägende Rebsorte.

Heute wird Sangiovese als edle Rebsorte gehandelt. Ob sie wirklich so edel ist, wie ihre Popularität vermuten läßt, hängt an ihrem Anbau und der Qualität ihrer Vitikultur. Daran hapert es in Italien noch mächtig, wie die wenigen Ausnahmen der Regel mit grandiosen Qualitäten, die leider nicht die Regel sind, unter Beweis stellen.

 

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22,90 €
je Flasche à 0.75l / 30,53 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Italien - Toskana
rotSangiovese
6er Karton
Art-Nr. ITR08150
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: 2013-2015+
Restzucker: < 2 g/l
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Nein
Dekantieren: Ja
Vergärung: Nein
Verschlussart: Naturkork

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