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Chianti Classico Riecine DOCG
Der Ur-Chianti, bei uns schon vor knapp 25 Jahren im Programm. Der Ideal-Chianti, denn mit Riecines Chianti Classico des Jahrgangs 2009 kann kaum ein anderer mithalten. Wie immer aus reiner Sangiovese. Ein spannender Jahrgang. Der erste, der kühler und gleichmäßiger ausfiel und endlich mal wieder ‚normalen’ Alkoholgehalt lieferte: 13.5 Vol. %. Ideales Trauben-Kima mit ausreichend Wasserversorgung das ganze Jahr hindurch also. Sean O´Callaghan, Betriebsleiter seit über 25 Jahren, schätzte den Jahrgang richtig ein und verzichtete auf das übliche Ausdünnen der Trauben und beließ auch mehr Blätter an den Rebstöcken, um die Trauben zu schützen. So konnte sich der vorhandene Zucker des Rebstockes auf mehr Trauben verteilen, was in jeder einzelnen Traube den Zucker und damit den Alkohol reduzierte.
Ein komplexes natürliches System, das ein gewiefter Winzer wie Sean O´Callaghan gekonnt zu spielen weiß. Er brachte seine Trauben perfekt ausgereift in die Kelter. Sie waren so gesund wie selten zuvor. 40 Tage beließ er die Schalen auf der Maische, dann wurde abgepreßt und der Wein in gebrauchte Barriques und Tonneaux gefüllt, das war´s. Alle 4 Monate wurde zur natürlichen Klärung umgezogen, fertig war der Wein, der im Juni 2011 auf Flasche kam. Und wir erfreuen uns heute an einem exzellenten Jahrgang, der ungewöhnliches Trinkvergnügen garantiert. Ein Chianti, bei dem man ins Schwärmen gerät.
Seidig und fein wirkt Riecine 2009, so gut war er schon lange nicht mehr. Ein Chianti, der enorm anspruchsvolles Niveau auf die Zunge bringt. Pures Trinkvergnügen in feinen Gerbstoffen, die die sehnsüchtig machende Aromatik der Toskana in sich tragen und im ganzen Mundraum samtig verteilen. Saftig und seidig zugleich hat Sean seinen Jahrgang 2009 inszeniert, ein Gedicht von Chianti Classico, eine Referenz, die man öfter genießen möchte.
Handwerklich seriöser ist Chianti Classico kaum machbar. Ein biologisch zertifizierter Spitzenbetrieb mit einem begnadeten Winemaker, der seit über 25 Jahren die Qualität dieses legendären Betriebes garantiert. Nicht umsonst ist Riecine unsere Meßlatte in der Toskana. Ein famoser Wein aus einem exzellenten Jahrgang für authentisches Weinvergnügen über die kommenden 4-6 Jahre. Bravo!
Riecine
Riecine ist lebendige Legende im Chianti. Kein anderes Weingut der Toskana kann auf eine so konsistente Qualitätsgeschichte zurückblicken wie dieser 1971 von dem Engländer John Dunkley gegründete Spitzenbetrieb in Gaiole. Seine Frau und er begannen damals mit 1,5 ha Rebfläche, die sie dem Nachbarn Badia a Coltibuono abkauften. Seit dem ersten Riecine-Jahrgang 1973 gehören die Weine zu den raren authentischen Exemplaren ihrer Gattung, unbeirrt und stringent gemäß einer Qualitätsphilosophie produziert, die in der Toskana leider Ausnahme ist. Moden, Trends und neureiche Schicki-Mickis haben in den Jahren seitdem der Toskana, insbesondere dem Chianti, einen zweifelhaften Stempel aufgedrückt. Viele Betriebe, meist im Besitz schwerreicher Adliger oder Industrieller, engagierten bekannte Önologen, um technisch brillant realisierte, stilistisch aber belanglose Ego-Weine auf Flasche zu bringen. Die Seuche anonymer „Super-Tuscans“, stets mehr Kopie als Original, produziert für einen namenshörigen Markt ohne Kenntnis oder Erfahrung und teuer verkauft unter wohlklingenden Phantasienamen, besorgte den Rest: Ortsfremde „edle“ Rebsorten, exzessiver Holzeinsatz und totaler Mangel an Geschichts- und Traditionsbewußtsein, gepaart mit ausgeprägtem Geltungsbedürfnis, führten in jene nachhaltige Identitätskrise, die heute das Chianti prägt und plagt. Nicht so Riecine. John Dunkley beharrte vom ersten Tag an visionär auf einer einzigen Rebsorte für all seine Weine: Sangiovese. Sie galt es zu perfektionieren, ihr widmete er 25 Jahre Hingabe und Aufmerksamkeit. Heute setzt Gary Baumann, New Yorker von Geburt und Wahl-Mailänder mit profund kulturellem Hintergrund, John Dunkleys visionäre Arbeit fort. Er kaufte das Gut 1996, legte neue Rebgärten in hoher Pflanzungsdichte und mit Klonen aus Massenselektion an, baute ein neues Kellereigebäude und führte den Bioanbau ein. Heute ist Riecine ökologisch ICEA zertifiziert. Sean O´Callaghan, den John Dunkley 1991 als Kellermeister engagiert hatte, ist noch heute technischer Betriebsleiter. Er machte Riecine zu einem ganz besonderen Betrieb, dessen besondere Weine Charisma, Charakter und untrüglichen Herkunftscharakter wagen. Es sind große Weine der Toskana mit Aura und Komplexität, die für kompromißlos umgesetzte Tradition stehen und neue Wege weisen. Unsere unbestrittene Referenz im Chianti!
Die Rebe
Sangiovese
Sangiovese ist die Rebsorte, mit der bei uns alles begann. Vor über 30 Jahren waren wir einer der ersten Importeure italienischer, genauer: toskanischer, Weine in Deutschland und wir importierten damals, 1978, nichts anderes als Chianti, also Sangiovese.
Die war auch damals eine rote Rebsorte. Allerdings schmeckten ihre Weine ganz anders als heute. Damals war Sangiovese noch sehr viel weniger homogen und qualitativ, als sie sich heute darstellt. Sangiovese ist eine vermutlich sehr alte Rebsorte, die mit ca. 100.000 Hektar eine der wichtigsten Italiens ist; sie bedeckt dort immerhin rund 10 % aller Weinberge. Sie neigt, wie Pinot Noir, stark zur Mutation. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Klonvariationen, die, unter unterschiedlichen Namen angebaut, als Sangioveto, Brunello, Prugnolo gentile oder Morellino angebaut werden, alle aber sind sie Sangiovese in allerdings sehr unterschiedlicher Ausprägung und Qualität. Die Rebsortenfamilie ist über die Jahrhunderte so stark mutiert, daß es Jahrzehnten großer Anstrengung bedurfte, um die besten Klonen zu finden, zu analysieren und schließlich zur Verfügung zu stellen, was erst in den letzten Jahren erfolgreich gelang. Der Charakter der Rebsorte und ihrer Weine hat sich also über die letzten Jahre ziemlich verändert, was auch nötig war, weil das Qualitätsspektrum zu breit und zu heterogen war, um auf dem internationalen Markt in Anbetracht der nicht zimperlichen Preise noch konkurrenzfähig sein zu können.
Gute Sangiovese besitzt präsentes, stets etwas spröde wirkendes Gerbstoffgerüst mit appetitlicher Säure, die es durch reife Lese und niedrige Erträge in Zaum zu halten gilt; ihre Farbe ist nie sehr intensiv, weshalb sie so häufig mit Malbec, Petit Verdot, Syrah oder Cabernet Sauvignon verschnitten wird; Sangiovese reift spät aus und bringt deshalb in guten, warmen Jahren körperreichen, alkoholstarken und langlebigen Wein hervor; in kleinen, kühlen Jahren dagegen wird sie schnell sauer und mager mit hartem Gerbstoff im Mundgefühl; hohe Erträge forcieren harte Säure und führen zu heller Farbe, die schnell in Oxidation umschlägt. Ihre erstaunlich dünnen Beerenschalen sind fäulnisanfällig, was durch die unterentwickelte Rebkultur der Toscana dazu führte, daß Sangiovese auch auf Lagen gepflanzt wurde, auf denen sie besser nicht hätte stehen sollen. Das erklärt die noch immer enormen Qualitäts- und Geschmacksunterschiede, die einem die Rebsorte verleiden können.
Hauptanbaugebiet der Sangiovese ist die gesamte Toskana, wo sie in Weinen wie dem Vino Nobile di Montepulciano, dem Carmignano, vielen Super-Tuscans und im Brunello di Montalcino die dominierende Rolle spielt. Doch auch in der Maremma, der Emilia-Romagna, in Umbrien, den Marken und auf Korsika ist Sangiovese unter regionalen Synonymen und lokalen Verschnitten eine wichtige und prägende Rebsorte.
Heute wird Sangiovese als edle Rebsorte gehandelt. Ob sie wirklich so edel ist, wie ihre Popularität vermuten läßt, hängt an ihrem Anbau und der Qualität ihrer Vitikultur. Daran hapert es in Italien noch mächtig, wie die wenigen Ausnahmen der Regel mit grandiosen Qualitäten, die leider nicht die Regel sind, unter Beweis stellen.
![]() | Italien - Toskana |
![]() | Sangiovese |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. ITR09400 | |
| Inhalt 0.75l |


















