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'Castel Campan' Merlot C.F. IGT 
2005

'Castel Campan' Merlot C.F. IGT

Castel Campan, beeindruckend guter Bordeauxverschnitt traditioneller Machart, also 70 % Merlot, gepaart mit dem edel duftenden Cabernet Franc. St. Emilion aus Südtirol? Weit gefehlt. Castel Campan ist keine simple Kopie. Castel Campan ist Identität. Natürlich denkt man spontan an Pomerol, wenn man diesen Riesen von Wein im Glas hat. Aber besitzt Pomerol derart kraftvollen Biß in den Gerbstoffen? Auch sein Duft ist betörend und erinnert an großen alten Pomerol, und auch das leuchtend dunkle Purpurrot würde gutem Pomerol gut zu Gesicht stehen, doch die fast mächtig wirkende Tanninpräsenz, die Zunge und Mund mit omnipräsenter Samtigkeit auskleidet, die ist zuviel für Pomerol, die muß woanders herkommen. Also sind wir doch in Südtirol, wo sich die beiden Ur-Bordelaiser Rebsorten offensichtlich ausgesprochen wohl fühlen.

Auf einer der wärmsten Lagen Südtirols, Tatzenschrot auf Manincor, stehen jene alten Merlotreben, die diesem mundfüllenden Feierabend- und Festtags-Veredler Kraft und Finesse vermitteln. Ergänzt werden sie von kühlem, blauduftigen Cabernet Franc vom Seehof mit süchtig machender Veilchenwürze und edler Tabakaromatik. Das Duftspektrum von Castel Campan macht wahrlich Eindruck. Reife rote und schwarze Früchte gehen in orientalischen Gewürznoten auf, die, ergänzt durch vielschichtig edle Leder- und Tabakaromen, an große Weinmomente erinnern. Castel Campan bietet denn auch großes Weinerleben in kraftvoll samtigen Gerbstoffen seidig dichter Struktur, deren samtiger Schmelz am Gaumen nicht nur für enormes Entwicklungspotential steht, sondern auch die pure Potenz eines großen Südtiroler Solitärs demonstriert.

Castel Campan wird nur in großen Jahrgängen produziert. Voraussetzung ist perfekte Reife perfekt gesunder Trauben. Nur dann läßt sich durch lange Mazeration der Beerenschalen über vier Wochen hinweg derart feinkörniges Tannin extrahieren. Um dieses feinkörnige Tannin in seiner mächtigen Präsenz weiter zu verfeinern, reift der Wein über zwanzig lange Monate auf der Feinhefe  in zur Hälfte neuen Barriques. Mit seinem Castel Campan zelebriert Manincor handwerkliche Weinkunst auf höchstem internationalem Niveau. Bedauerlicherweise gibt es von diesem edlen Stück stets nur wenige tausend Flaschen. Die wundersame Mehrung, in Italien an der Tagesordnung, fällt hier also aus. So bleibt zumindest bei Manincor Gutes selten.

Tenuta Manincor

Michael Graf Goëss-Enzenberg, die dynamische Triebkraft hinter diesem nicht nur architektonisch mutigen Musterbetrieb Südtiroler Weinbaukultur, hat sich mit seinem Weingut Manincor nicht nur viel vorgenommen, sondern auch viel erreicht. Der Graf ist Diplom-Önologe und als Winzer ein ungewöhnlich konsequent agierender Qualitätsfanatiker von visionärer Weitsicht. Nach der schrittweisen Loslösung aus dem anonymen Dasein des genossenschaftlichen Traubenlieferanten steht seine Tenuta Manincor heute für die Zukunft Südtirols.

Mit enormer Anstrengung und unter tatkräftiger Unterstützung seiner Frau, Gräfin Sophie, ist es dem engagierten Grafen binnen weniger Jahre gelungen, das organisch Schritt für Schritt mit dem Markt gewachsene Weingut auf dem internationalen Parkett zu etablieren. Dabei ziehen alle Weine des umfangreichen Portfolios qualitativ und stilistisch an einem Strang. Mit jedem Jahrgang mehr beweisen sie prägnantere Handschrift und charismatische Ausstrahlung.

Seit dem Jahrgang 2009 sind alle Weine des Betriebs biologisch zertifiziert und Manincor ist Mitglied des Biodynamik-Verbandes Respekt®. Diese für einen Betrieb dieser Größe visionäre Entscheidung hat die Weine von Manincor entscheidend individualisiert. Seit 2008 leitet Helmuth Zozin, einer der angesehensten Kellermeister Südtirols, als Verantwortlicher für Weinberge und Keller den Betrieb. Mit ihm, so hat man das Gefühl, fingen die Weine auf ganz neue Weise zu sprechen an, er scheint Lage und Herkunft seiner Weine im Glas lebendig zu machen und zum Klingen zu bringen. Seine Weine neuer Generation jedenfalls präsentieren sich so präzise fokussiert, so wenig modisch wie mutig authentisch und natürlich in des Wortes bestem Sinne, wie sie bis dahin nicht waren.

Dieser Graf, das steht fest, fährt nicht mit angezogener Handbremse. Seine Investitionen in gelebte und praktizierte Nachhaltigkeit machen Manincor zum visionären Musterbetrieb nachhaltiger Betriebswirtschaft. Unternehmerischer Weitblick und eine gute Portion Wagemut lassen Manincor aus eingefahrenen Südtiroler Weinpfaden herauswachsen. Dieser Graf lebt mit seinem Betrieb beispielhaft vor, daß es sich lohnt, neue und andere Wege zu gehen. Das ist dringend nötig, denn es fehlt Südtirol seit Jahren an geschmacklichem und stilistischem Profil. Ein nachvollziehbarer, identifizierbarer Südtiroler Regionalcharakter ist in den meisten Weinen dieser landschaftlich einmaligen Region nicht zu erkennen. Stattdessen versuchen sich Winzerpersönlichkeiten auf Kosten regionaler Identität zu profilieren. Die Weine von Manincor sind auch diesbezüglich anders, nämlich mehr als 'nur' Manincor.

Auf Manincor dominiert deshalb auch im Keller nicht die übliche uniformierende, moderne Önotechnik, die so viele Weine Südtirols um Herz und Seele bringt. Nicht nur im Weinberg, auch im Keller setzt Helmuth Zozin auf die Kraft der Natur, wobei er aber auf Chemie und Physik nicht blauäugig und naiv verzichtet; er setzt sie mit der profunden Erfahrung jahrzehntelangen praktischen Erfahrungswissens ein und vergärt z. B. seine Weine zum größten Teil spontan mit den wilden Umgebungshefen, er bewegt Most und Wein mit Schwerkraft statt mit Pumpen, er klärt die Moste schonend vor und er vergärt sie ohne Eingriffe in hölzernen Gärständern. Auch das völlig überbewertete Thema Schwefel ist für ihn nicht tabu. Er weiß, worum es geht und setzt Schwefel so schonend und sparsam wie möglich ein, weil er saubere und gesunde Trauben verarbeitet. Ein Team, das besser kaum zusammenspielen könnte, macht Manincor so zum Ausnahmebetrieb mit Weinen, die in den letzten Jahrgängen zu bewundernswert eigenständiger Identität fanden. Sie orientieren sich an mineralisch geprägter Länge statt simpler, reifer Breite im Mundgefühl und widmen sich mehr der Frische und Präzision als populistischer Opulenz. Sie wagen jenen Paradigmenwechsel im Geschmack, der sich seit ein paar Jahren wie ein roter Faden durch die besten Keller der Welt zieht und nicht davor zurückschreckt, stilistisch mutig eigenständigen Weg zu gehen, der im Weinberg beginnt und auf der Flasche noch lange nicht sein Ende findet.

Manincor ist zur profilierten Persönlichkeit in Südtirol avanciert, wagt Stil und Handschrift, setzt Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Charakter und damit wichtige Impulse in und für Südtirol. Ein Ausnahme-Betrieb im Portfolio, den wir aus Überzeugung mit besonderem Engagement vertreiben.

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Die Rebe

Cuvée rot

Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.

In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.

Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.

Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.

Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.

Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.

Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?

 

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je Flasche à 0.75l / 60,00 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Italien - Südtirol
rotCuvée rot
Langsam
6er Kiste
Art-Nr. IAR05106
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2015+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Barrique
Boden: Kalkmergel
Besonderes: Aus Umstellung
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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