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Pithos rosso 'Anfora' IGT Sicilia 
2010

Pithos rosso 'Anfora' IGT Sicilia

Naturwein. Das neueste Marketing-Schlagwort des einfallslosen internationalen Weinhandels, der dabei ist, eine neue Sau durchs Dorf zu treiben. Auch Biodynamik ist längst zum Werbeargument degeneriert. Obwohl die meisten nicht wissen, was sich in Sachen Wein dahinter verbirgt, wird damit geworben als gäbe diese Methode der Bewirtschaftung eine automatische Garantie für geschmackliche Qualität und bekömmlichen Genuß. Unglaublich, mit welcher Chuzpe und frechen Inkompetenz Kunden für blöd verkauft werden!

Die mangelnde Kompetenz in Sachen Weinchemie und Kellerwirtschaft im Weinhandel ist erschreckend. Natürlich gemachte Weine brauchen sehr viel mehr Kompetenz, sie brauchen vor allem konkrete Qualitätskriterien! Wir von K&U widmen natürlich handwerklich hergestellten Weinen ein einmalig kompromißloses Konzept. Deshalb widersprechen wir nicht nur berühmten High-Tech-Sicherheitstropfen, die im Keller zusammengebastelt werden, heftig, sondern auch fehlerhaften Weinen aus inkompetentem Weinbau und noch inkompetenterer ‚natürlicher’ Kellerwirtschaft, die als der neueste Schrei wahrer Qualität propagiert werden.

 Vor allem in Italien widmet sich eine Gruppe kreativer Alternativwinzer mit Inbrunst ‚natürlich’ gemachten Weinen. Die schmecken mal ganz originell, oft aber sind sie der volle Schuß in die Hose. Ausbau und Füllung ohne Schwefel und die Mystifizierung der georgischen Amphore spielen in dieser Szene wichtige ideologische Rollen. Wir haben uns mit dem Thema eingehend beschäftigt und waren in Georgien vor Ort. Die simple Kopie des georgischen Amphorenausbaus scheint uns für unsere europäische Weinkultur kein Gewinn. Das aber, was z. B. bei Giusto Occhipinti von der Azienda Agricola ‚Cos’ aus Sizilien aus der Amphore kommt, das finden wir ausgesprochen spannend.

 Sein 'Pithos' ist einer der gelungensten roten Amphorenweine den wir kennen. Aus 60 % Nero d´Avola und 40 % Frappato hat er ihn in der verschlossenen 400 l großen Ton-Amphore auf Stiel und Stengel über 3 Monate mazeriert.  Wie alle Weine von ‚Cos’ vergor der Wein spontan und reifte anschließend auch in der Amphore, um schließlich unfiltriert auf Flasche gefüllt zu werden. Nach etlichen Fehlschlägen in der Mikrobiologie seiner Weine nutzt Ochipinti heute Chemie und Physik des Amphorenausbaus geschickt für eine so eigenwillige wie eigenständige Stilistik, die an alte Techniken und altes Erfahrungswissen anknüpft, dabei aber durchaus mit neuzeitlichen Geschmackskriterien harmoniert. So dominiert in seinem ‚Pithos’ eben nicht der Ausbau in der Amphore den Charakter des Weines, er verändert, variiert ihn nur; weil man in der Amphore die Beerenschalen nicht mechanisch extrahieren kann, sondern auf rein natürliche Extraktion angewiesen ist, präsentiert sich ‚Pithos’ erstaunlich hell und transparent in der Farbe; Duft und Geschmack fallen spürbar anders aus als bei konventionell ausgebautem Wein, weil der Ausbau in der Amphore die Physik der Gerbstoffe verändert. Sie wirken burgundisch transparent und duftig, dicht und feinmaschig verwoben, kühl und seidig, und entfalten eine ungewohnt ätherische Komponente am Gaumen, die durch die Vergärung mit Stiel und Stengel dichte Phenolik mit entsprechend feinherber Bitterkeit besitzt, die aber für durchdringende Frische sorgt, die duftig und fast wie Minze am Gaumen nachwirkt. ‚Pithos’ ist alles, nur nicht oxidativ. Er ist spannend anders, wirkt entwaffnend natürlich und ehrlich, schmeckt ungewohnt ‚direkt’ und offen, reintönig und angenehm würzig und kühl im Trunk. Gänzlich anderer Rotweingenuß als erwartet, mit vibrierender Lebendigkeit in ungewohnt frischem Mundgefühl. Ein spannender Rotwein mit Blick zurück in die Weingeschichte.

Az. Agricola Cos

Giusto Occhipinti und Giambattista Cilia betreiben ihre Azienda Agricola Cos im sizilianischen Vittoria bei Ragusa mit Engagement und Hingabe. 1980 fingen sie auf einem geschenkten Weinberg an Wein zu machen ‚weil Wein eine Passion für uns war’. Heute betreiben die gelernten Architekten ihr Architekturbüro nebenbei und leiten den 25 Hektar großen Weinbaubetrieb hauptberuflich, ‚denn wir haben eine richtige Azienda, eine der ernsthaften Siziliens’, meinen sie zwinkernd.

Nach Jahren ungleichmäßiger Qualitäten mit vielen Experimenten und intensiver Suche nach Identität widmen sie ihre Arbeit dem Zusammenspiel von Rebe und Terroir. Dazu bauen sie die autochthone Rebsorte Nero d’Avola auf verschiedenen Bodenformationen in allen nur erdenklichen Klonenselektionen und Reberziehungsformen an. Einige ihrer Weinberge haben sie auf Biodynamik umgestellt und im Keller setzen sie auf schonend langsamen, unmanipulativen Ausbau. So entstanden auf ‚Cos’ in den letzten Jahren kultige Weincharaktere, die den als rustikal apostrophierten Nero d’ Avola analytisch präzise herauskristallisieren als ganz und gar nicht rustikale Rebsorte.

Souverän gewinnen die beiden Quereinsteiger ihren Weinen Frische und Finesse ab und machten ihre Azienda zu einem der kompetentesten Vertreter des Amphorenausbaus. Abseits jener Alternativwinzer, die mehr schlecht als recht mit der Amphore experimentieren, gelingt es ihnen, den aromatisch und strukturell anspruchsvollen Ausbau in den tönernen Amphoren in noble Bahnen zu lenken. So wurden die Amphoren zum festen Bestandteil des Weinausbaus auf 'Cos'. Occhipinti lehnt die üblichen Mittelchen der modernen Önologie ab; es wird spontan vergoren und weder filtriert noch geschönt.
 So entstehen eigenwillige, handwerklich spannend individuelle Weine von faszinierender Ausstrahlung. Sie weisen verblüffend niedrige Alkohole auf, besitzen mutig unmanipulierte Farbtönung und beweisen visionäre Frische und Trinkfreudigkeit, wie man sie Sizilien niemals zugetraut hätte.

‚Wir sind sehr nahe an Afrika, was man an den Farben, der Vegetation, den Reben, dem Licht und der Luft erkennt. Diese heiße Vegetation in kühle Energie und ursprüngliche Expression zu lenken, ist unser Ziel’, meint der agile Weinarchitekt, der seine Azienda Agricola ‚Cos’ zum ehrgeizigen Projekt gemacht hat, das getragen wird von Enthusiasmus, aber auch von profundem Respekt gegenüber alten, über Jahrhunderte gewachsenen Traditionen, die er mit seinem Partner zu neuem Leben zu erwecken versucht. In Projekten wie ‚Cos’ steckt Italiens Energie für eine neue seriöse Weinzukunft, die das Land dringend nötig hat.


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Die Rebe

Cuvée rot

Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.

In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.

Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.

Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.

Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.

Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.

Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?

 

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19,80 €
je Flasche à 0.75l / 26,40 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Italien - Sizilien
rotCuvée rot
Langsam
6er Karton
Art-Nr. ISR10805
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2016+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Biodynamik
Ausbau: Amphore
Boden: Sand/Lehm/Geröll
Besonderes: Amphorenwein
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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