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Nero d´Avola 'Nero di Lupo`
Der Mangel an lebendiger Tradition hat viele italienische Weine zu langweiligen Stereotypen werden lassen, über Jahrzehnte angefeuert vom ‚Gambero Rosso’, der in völliger Abkehr seiner einstmals hehren Ziele Italien eine international konkurrenzfähige Spitzenweinkultur aufoktroyieren wollte. Über Jahrzehnte hinweg galten die alten, autochthonen Rebsorten Italiens als minderwertig. Es war kurz vor knapp, daß man des enormen Potentials dieser alten Rebsorten gewahr wurde, mit denen visionäre Winzer wie Giusto Occhipinti für originelle Alternativen zum allgegenwärtigen Önologenindustriewein in Italien sorgen.
Nero d´Avola gilt heute als die edelste alte rote Rebsorte des italienischen Südens. Jahrelang hatte man sie als rustikale, hochalkoholische Tanninbombe in neue Barriques gezwängt. Auf ‚Cos’ ist Nero d´Avola ein ungemein frischer, appetitanregender, eleganter, duftiger Wein mit feinem strukturellem Rückgrat. 12.5 Vol. % Alkohol, die Farbe transparent. Zur Hälfte wird der Wein in Amphoren ausgebaut, zur anderen Hälfte in Betoncuves. Das Ergebnis? Ein transparent gewirkter, ungemein trinkfreudiger Typus von Nero d´Avola, der sich so charmant, delikat und flüssig trinkt, daß man über seine selbstverständlich wirkende Finesse nur staunen kann. Ein Klassewein, der Perspektiven weckt!
Az. Agricola Cos
Giusto Occhipinti und Giambattista Cilia betreiben ihre Azienda Agricola Cos im sizilianischen Vittoria bei Ragusa mit Engagement und Hingabe. 1980 fingen sie auf einem geschenkten Weinberg an Wein zu machen ‚weil Wein eine Passion für uns war’. Heute betreiben die gelernten Architekten ihr Architekturbüro nebenbei und leiten den 25 Hektar großen Weinbaubetrieb hauptberuflich, ‚denn wir haben eine richtige Azienda, eine der ernsthaften Siziliens’, meinen sie zwinkernd.
Nach Jahren ungleichmäßiger Qualitäten mit vielen Experimenten und intensiver Suche nach Identität widmen sie ihre Arbeit dem Zusammenspiel von Rebe und Terroir. Dazu bauen sie die autochthone Rebsorte Nero d’Avola auf verschiedenen Bodenformationen in allen nur erdenklichen Klonenselektionen und Reberziehungsformen an. Einige ihrer Weinberge haben sie auf Biodynamik umgestellt und im Keller setzen sie auf schonend langsamen, unmanipulativen Ausbau. So entstanden auf ‚Cos’ in den letzten Jahren kultige Weincharaktere, die den als rustikal apostrophierten Nero d’ Avola analytisch präzise herauskristallisieren als ganz und gar nicht rustikale Rebsorte.
Souverän gewinnen die beiden Quereinsteiger ihren Weinen Frische und Finesse ab und machten ihre Azienda zu einem der kompetentesten Vertreter des Amphorenausbaus. Abseits jener Alternativwinzer, die mehr schlecht als recht mit der Amphore experimentieren, gelingt es ihnen, den aromatisch und strukturell anspruchsvollen Ausbau in den tönernen Amphoren in noble Bahnen zu lenken. So wurden die Amphoren zum festen Bestandteil des Weinausbaus auf 'Cos'. Occhipinti lehnt die üblichen Mittelchen der modernen Önologie ab; es wird spontan vergoren und weder filtriert noch geschönt. So entstehen eigenwillige, handwerklich spannend individuelle Weine von faszinierender Ausstrahlung. Sie weisen verblüffend niedrige Alkohole auf, besitzen mutig unmanipulierte Farbtönung und beweisen visionäre Frische und Trinkfreudigkeit, wie man sie Sizilien niemals zugetraut hätte.
‚Wir sind sehr nahe an Afrika, was man an den Farben, der Vegetation, den Reben, dem Licht und der Luft erkennt. Diese heiße Vegetation in kühle Energie und ursprüngliche Expression zu lenken, ist unser Ziel’, meint der agile Weinarchitekt, der seine Azienda Agricola ‚Cos’ zum ehrgeizigen Projekt gemacht hat, das getragen wird von Enthusiasmus, aber auch von profundem Respekt gegenüber alten, über Jahrhunderte gewachsenen Traditionen, die er mit seinem Partner zu neuem Leben zu erwecken versucht. In Projekten wie ‚Cos’ steckt Italiens Energie für eine neue seriöse Weinzukunft, die das Land dringend nötig hat.
Die Rebe
Nero D'Avola
Nero d´Avola ist eine überaus anspruchsvolle autochthone rote Rebsorte, über die wenig bekannt ist und die relativ selten angebaut wird. In ganz Italien beträgt ihre Rebfläche nur noch etwa 14.000 Hektar. Sie wird heute fast ausschließlich in Sizilien angebaut, wo sie eine der traditionellen roten Rebsorten ist, die unter den Einheimischen auch ‚Calabrese’ oder ‚Principe Siciliano’ (sizilianischer Prinz) genannt wird, was auf ihren hochwertigen Charakter hindeutet, der vielen Winzern heute aber kaum noch geläufig zu sein scheint. Sie lassen die edle Rebsorte in modischen Verschnitten mit den populistischen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah verschwinden und tun so weder etwas für das Image noch den Erhalt der altehrwürdigen Regionalsorte.
Erst seit wenigen Jahren widmen sich engagierte kleine Produzenten der vergessenen Rebsorte wieder reinsortig und produzieren aus gezielt niedrigen Erträgen von Weinbergen mit alter Albarello-Reberziehung (Gobelet = Einzelstockerziehung) tiefdunkle (deshalb der Name Nero = Schwarzer), balsamisch duftende, tanninreich konzentrierte Rotweine, denen es nicht an natürlicher Säure fehlt und die deshalb faszinierende Frische im Trunk offenbaren, wie man sie in Sizilien nicht vermutet hätte. Pikant gewürzte Frische in breitem, nach Zeder und Leder, braunen Gewürzen und dunklen, reifen Früchten duftendem Aromaspektrum ist das Merkmal einer Rebsorte, die wir für spannend halten.
Ihren Ursprung vermuten Ampelographen in Kalabrien, wo sie allerdings kaum noch angebaut wird, doch dürfte er wohl eher in Griechenland zu vermuten sein. Nero d´Avola steht für die Faszination alter Reben und alter Sorten, wie sie nur Italien zu bieten hat.
![]() | Italien - Sizilien |
![]() | Nero D'Avola |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. ISR09802 | |
| Inhalt 0.75l |


















