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'OUTIS' Etna bianco
Weißwein vom Ätna. Weißer Wein von schwarzen Lavaböden. Alte Rebstöcke in traditioneller Alberello-Erziehung, der einzeln stehenden Buschrebe, die mühsam von Hand bewirtschaftet werden muß; die Reben stehen auf archaisch anmutenden Terrassenanlagen oder richtig steilen Hängen wie an der Mosel. Biblischer Weinbau mit teilweise sehr hoher Stockdichte, um die zu hohem Ertrag neigenden Rebsorten Carricante und Cataratto auf natürliche Weise zu niedrigen Erträgen zu zwingen. Die Altvordernen wußten wie´s geht. Faszinierende Weinlandschaft, die es zu pflegen und zu erhalten gilt. Das genaue Gegenteil zu den modernen Rebanlagen in den fruchtbaren Ebenen Siziliens, die zwar erfolgreiche Weine hervorbringen, die aber maschinell gelesen und verarbeitet werden und globales Standardniveau bieten. Was Ciro Biondi hier mit Liebe und Engagement praktiziert ist uralte, archaisch sizilianische Weinkultur.
OUTIS Etna bianco. Im Edelstahltank vergoren. Auf der eigenen Hefe. Lange auf der Vollhefe gereift für mehr Stoff und Körper. Einer wie keiner, denn Ciro Biondi versteht sein Handwerk. Carricante neigt reinsortig dazu, mager, sauer und sehr mineralisch im Sinne von fast neutral zu werden. Nicht bei Ciro Biondi.
Sein OUTIS bianco enthält diverse uralte weiße Rebsorten in kleinen Mengen und besitzt deshalb goldgelbe Farbe, zarten Duft nach weißen und gelben Blüten, deutliche Zitrusaromen stehen über dem Glas und sie hat man auch im Mund, pikant gewürzt, dezent von kaum spürbarer Säure getragen und von bekömmlich niedrigem Alkohol unterfüttert. Über allem steht steinige, salzige Mineralität, eingebettet in expressiv aromatische Vielfalt der alten Rebsorten, vereint in einem Mundgefühl, das weich und säurearm wirkt, es aber nicht ist, weil sich die Säure, in schlanker Mineralität gut versteckt, mit der würzigen Vielfalt der Aromen zu einem höchst originellen Ganzen zusammenfügt. Eindrucksvoll eigenwilliger sizilianischer Weißwein zu würzig regionaler Küche, zu Fischgerichten, zu Salaten und Antipasti, zu nordafrikanischer Küche und Aromen; nur Süße in der Speise verträgt der knochentrockene Weißwein nicht. Einer der originellsten und interessantesten Weißweine Siziliens.
Bitte unbedingt 2-3 h vor Genuß dekantieren!
Ciro Biondi
Sizilien hat es uns angetan. Als Insel. Als Landschaft. Als Land alter Weinkultur. Das aber, was in den letzten zwanzig Jahren an berühmten Weingütern für Furore sorgte auf dem Markt, hat uns in den meisten Fällen nur zum Gähnen gebracht. Mit enormem Marketingaufwand, tollen Photos und schönen Webseiten wurde ein sizilianisches Weinwunder propagiert, das selten mehr war als modernste Weintechnik, vermutlich mit EU-Subventionen aus dem Boden gestampft.
Sterile, kaltvergorene Weißweine, die kein Mensch mehr braucht, und plüschige, weichgespülte Rotweine global tauglichen Zuschnitts sorgten für Riesenerfolg auf dem Markt. ‚Unsere Weine sollen den Konsumenten schmecken’, verlautbarte Weinbaupräsident Diego Planeta damals und definierte Sizilien als die Neue Welt in der Alten, die sich auf Merlot, Cabernet und Syrah kaprizieren sollte, statt das einmalige Erbe der Insel in den zunehmend in Vergessenheit geratenden Rebsorten Nero d'Avola, Frappato oder Nerello Mascalese wieder aufleben zu lassen.
Doch es gibt eine andere Seite sizilianischen Weines. Sie pflegt die alten Rebsorten wieder, besinnt sich auf die alten Wurzeln und kultiviert Weine von unverwechselbarer Identität und selbstbewußtem Herkunftscharakter. Weine, die natürlich im Alkohol sind, unvermutete innere Frische besitzen und eine ganz eigenständige Trinkfreude verbreiten, die es charakterlich in sich hat.
Do Zenner und sein grandioser Nero d´Avola ‚Terre delle Sirene’ brachte uns damals auf den Weg. Hier folgt ihm Ciro Biondi mit seinen Ätna-Weinen, die uns ob ihres mutigen Regionalcharakters total faszinieren. Seine Reben stehen an den Hängen des Ätna. Entsprechend kühl und frisch wirken seine Weine, eigenständig aparte Weiß- und Rotweine aus den alten, angestammt autochthonen Rebsorten, die mit nichts vergleichbar sind, was man ansonsten aus Sizilien kennt. Authentisch sizilianische Weincharaktere in Purezza.
Ciro Biondi lebt und arbeitet in Trecastagni bei Catania. Er hat als Nebenerwerbswinzer begonnen und betreibt heute seinen Weinbau mit seltener Leidenschaft. Er hat sich der alten Rotweinsorte Nerello Mascalese und ihren Abarten, sowie den hierzulande wenig bekannten weißen Rebsorten Carricante, Minnella, Malvasia, Catarrati und Moscatello verschrieben, die als alte, schwer zu bearbeitende Buschreben auf schwarzem, verwittertem Vulkantuff stehen, ein spektakulärer Anblick. Einige seiner Lagen sehen aus wie an der Mosel, steil, extrem schwer zu bearbeiten, uralte Reben. Andere sind gemauerte Terrassen, wieder andere atmen den mystischen Hauch alter Tage im großen Amphitheater der Natur - magische Orte. Ihnen widmet er seine Arbeit, seine Reben sind sein Anliegen. Durch deren Höhenlage beginnt bei Ciro Biondi die Ernte meist erst im Oktober und sie dauert oft bis in den November hinein. Er weiß genau, was er will: Keine überreifen Trauben lesen, wie das die modernen Winzer heute auf Sizilien alle machen, er will sie präzise reif haben, denn ihm geht es um maximale Individualität in seinen Weinen, um ihre Lage, ihre Rebsorten, ihre Herkunft, die er so unverfälscht wie möglich im Glas haben will, und dazu braucht er präzise reife Trauben. Im Keller unterstützt ihn seit kurzem ein junger Önologe, Cristiano Garella aus dem Piemont, der mit ihm die Begeisterung für die alten Reben Italiens teilt, die beiden ziehen an einem Strang.
Aus den autochthonen Rebsorten keltern die beiden wunderschöne, einzigartig duftende, charaktervolle Weine, die farblich zart und frisch im Mund wirken und doch in den Gerbstoffen die ganze Kraft ihrer wilden Landschaft entfalten. Hocharomatisch duften sie nach den Kräutern und der Würze ihrer Lagen und Böden. Ciro Biondi baut sie in gebrauchten Barriques und Edelstahltanks lange auf der Vollhefe aus und bearbeitet sie minimal, damit sie so natürlich wie möglich zeigen können, was in ihnen steckt. Ciro ist nicht biologisch zertifiziert, arbeitet aber von Beginn an nach biologischen und biodynamischen Prinzipien; synthetisch gespritzt oder gedüngt hat er bis heute nicht und das soll auch so bleiben. Freuen Sie sich auf originelle, spannend aromatische Weine, die Sie in die charaktervolle Welt sizilianischer Weinkultur entführen. Weine vom Ätna, Weinoriginale von Vulkanböden und alten Reben.
Die Rebe
Carricante
Carricante ist eine autochthone weiße Rebsorte, die vor allem auf Sizilien kultiviert wird. Sie gilt als ungewöhnlich spät reifend und ist extrem wuchskräftig, bringt also regelmäßig sehr hohe Erträge. Man vermutet, daß daher ihr Name kommt: Im Italienischen bedeutet caricare laden bzw. belasten, was sich demnach auf ihre enormen Erträge beziehen könnte. Wenn Carricante nicht durch Zurückschneiden und Ausdünnen der Trauben im Ertrag bewußt begrenzt wird, entstehen schnell dünne, magere, wässrig wirkende, geschmacks- und geruchlose Weine. Dabei gilt sie ampelographisch als edle Rebsorte. Sie ist anfällig gegen Pilzkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau, was in feucht warmen Jahren auch auf Sizilien zum Problem werden kann.
Carricante ist die Hauptrebsorte im DOC-Weißwein Etna bianco; oft wird sie dort mit anderen alten autochthonen Rebsorten Sizliens wie Minnella Bianca oder Cataratto verschnitten. Geschmacklich ergibt sie, je nach Ertrag und Art der Kelterung, knackig frische, strohgelbe Weißweine, die nach gelben und weißen Blüten duften, frische Zitrusaromen verbreiten und mit feiner Säure und bekömmlich niedrigem Alkohol einen der wenigen originellen Weißweine Süditaliens ins Glas bringen.
![]() | Italien - Sizilien |
![]() | Carricante |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. ISW09400 | |
| Inhalt 0.75l |
















