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Nebbiolo delle Langhe Maggiur 
2009

Nebbiolo delle Langhe Maggiur

Es gibt nur wenige Rebsorten, die mit so markantem Regionalcharakter konfrontieren wie Nebbiolo. Nebbiolo ist tief verwurzelt in der deftigen Küche des Piemont, deren kraftvolle Aromen kaum ein Rotwein besser zu absorbieren vermag. Alleine getrunken ist Nebbiolo ein unattraktiver, spröder Bursche mit trockener, leicht säuerlich wirkender Gerbstoffpräsenz. Nebbiolo kann und will nicht charmant daherkommen, ein Anti-Merlot sozusagen. Zu Tisch aber entwickelt dieser Nebbiolo aus großem Jahr ungeahnte Fähigkeiten. Da hilft er auf animierende Weise Fett und Kraft in den Speisen zu verdauen, entwickelt süß wirkende Länge am Gaumen und raffiniertes Spiel, und seine spröde Art verwandelt sich in animative Frische und reife Fülle am Gaumen. Nebbiolo ist eine dickschalige Rebsorte, die aber wie Pinot Noir empfindlich ist, fragil und duftig, und dennoch tanninbeladen. Sie wird von einer Säure definiert, die sensibel über Balance und Akzeptanz des Weines entscheidet. War Nebbiolo vor wenigen Jahren noch gesucht und bekannt, tut sich heute die Rebsorte schwer im Reigen der weichgeduschten Önologen-Softies auf dem Weinmarkt. Unbedingt dekantieren, damit die morbid herbstliche Weinpersönlichkeit jene Qualität entfalten kann, die in ihr steckt.
 

Cascina Luisin

Der junge Roberto Minuto steuert seinen im Sinne des Wortes traditionell geführten Betrieb in Barbaresco souverän durch alle stilistischen Anfeindungen. Trotz seiner Jugend agiert er als eines der letzten Bollwerke traditioneller piemontesischer Winzerkunst vehement gegen die geschmackliche Gleichmacherei, die sich im Piemont nachhaltig und von vielen Weinfreunden weitgehend unbemerkt ausgebreitet hat. Es begann damals mit Angelo Gaja, der nichts Besseres zu tun hatte, als seine großen Barbaresco-Einzellagen wie Bordeaux schmecken zu lassen. Heute arbeiten viele Winzer des Piemont mit Cabernet Sauvignon, Petit Verdot oder Malbec, um süße Reife und dunkle Farbe in ihre Weine zu bekommen und der australische Rototank bzw. Rotofermenter ist im Piemont bei zahlreichen Winzern übliches Werkzeug, um schnell intensive Farbausbeute und süffig weiche, „schnelle“, massenkompatibel süße Gerbstoffe zu erzeugen. Der Stilwandel in Richtung oberflächlichen Kommerzes ist im Piemont in vollem Gange. Wer kümmert sich dort noch um „Tradition“, um Herkunftscharakter, um jenen authentischen Regionalgeschmack, der gerade in der Langhe über Hunderte von Jahren im Zusammenspiel mit der berühmten Küche des Piemont den unverkennbaren Charakter seiner Weine formte und prägte? Viele Weine des Piemont sind beliebig, anonym, austauschbar geworden. Softe Allerweltsgetränke ohne Charakter, ohne Identität und deshalb ohne Zukunft. Kommerz gegen Charakter. Wen kümmert das Morgen, wenn heute der Rubel rollt.
Roberto Minutos Weine sind anders. Sie tragen ihre spröden, gerade deshalb aber frisch wirkenden Gerbstoffe mit Stolz, sind sie doch untrügliches Kennzeichen der kalkhaltigen Böden der Region, auf denen über Hunderte von Jahren angepaßte autochthone Rebsorten stehen. Roberto Minuto lebt und erlebt Tradition im überlieferten Erfahrungswissen, das er vom Vater vermittelt bekam, mit dem zusammen er das elterliche Weingut in Treiso in wohltuender Ruhe und Bescheidenheit betreibt. Die beiden produzieren brillant authentische Barbaresci und Baroli, die nach Jahren der Reife die Transparenz großen Pinot Noirs verströmen. Es sind stille, souveräne Essensbegleiter, die erst im Zusammenspiel mit dem entsprechenden Gericht faszinierende Eigenart und Qualität offenbaren. Die Barberas der Familie Minuto sind von feiner Säureader durchzogene, markant strukturierte Regionalweine, die Roberto sensibel im Holzfaß veredelt. Sein Dolcetto und sein Nebbiolo delle Langhe haben das Zeug zu Lieblingsweinen. Sie stellen ihren Regionalcharakter charaktervoll und selbstbewußt zur Schau und wagen krassen Gegensatz zu den weichgespülten Kommerzweinen der Region. Bei Minutos wird spontan vergoren, hier haben die Weine viel Zeit im Keller, hier wird jeder Wein langsam auf der Hefe in traditionellen Holzfässern ausgebaut. Uns beeindruckt dieser Familienbetrieb in seiner unspektakulären Arbeitsweise ebenso, wie in seiner durch alle Weine hindurch stringenten stilistischen Souveränität, die nur durch wenige Winzerpersönlichkeiten Unterstützung findet im Piemont. Glaubhaft und profund praktizierte Handwerkskunst, die es zu bewahren gilt.

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Die Rebe

Nebbiolo

Zwei der berühmtesten und sagenumwobenen Rotweine Italiens, Barolo und Barbaresco, die großen Rotweine des Piemont, werden aus einer Rebsorte gekeltert, die eigenwilliger und regionstypischer kaum sein kann: Nebbiolo. Sie ist für enorm tanninreiche, ausdrucksstarke Weine bekannt, die ob ihres hohen Gehalts an Phenolen besonders lange reifen müssen. Nebbiolo dürfte auf Flasche eine der am langsamsten reifenden Rebsorten überhaupt sein. Ihre besten Weine behalten ihre geschmackliche Qualität je nach Weinbereitung und Herkunft über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Nebbiolo stellt ungewöhnlich hohe Ansprüche an Boden und Lage. Sie ist diesbezüglich die vermutlich anspruchsvollste rote Rebsorte überhaupt. Nebbiolo gedeiht qualitativ hochwertig nur auf kalkhaltigen Mergelböden auf steilen Süd- oder Südwestlagen. Nur dort erreicht sie jene Geschmacksfülle und Komplexität, die sie ob ihres hohen Säure- und Phenolgehaltes braucht, um die Balance eines großen Weines zu erreichen. Die Winzer des Piemont können ein Lied davon singen, wie sensibel die kapriziöse Rebe selbst auf feine Veränderungen der Bodenzusammensetzung reagiert. Das hat bei Barolo und Barbaresco zum Konzept der Einzellage als wesentlichem Qualitäts- und Geschmackskriterium geführt, ähnlich wie im Burgund. Es ist Tatsache, das sich Weine, die aus einer Gemeinde aber zwei nebeneinander liegenden Lagen stammen, in Aromatik und Geschmack nachvollziehbar unterscheiden. Die ausdrucksstärksten und individuellsten Baroli und Barbaresci kommen aus klar definierten Einzellagen, weshalb viele Winzer verschiedene Lagenweine im Programm haben. Dabei kommen die duftigsten, elegantesten und filigransten Weine von Lagen, die besonders kalkhaltig sind und auf steilen Hanglagen liegen, wo sie überdurchschnittlich warmes und feuchtes Mikroklima erleben. Dort, wo die Böden schwerer werden und mehr Ton als Kalk enthalten, entstehen mächtige, voluminöse und samtig tanninreiche Weine mit Potential für Jahrzehnte. Der extreme Anspruch der Nebbiolo an Boden, Lage und Mikroklima ist eine der wesentliche Ursachen dafür, daß es außerhalb des Piemont kaum hochwertige und anspruchsvolle Nebbiolo-Weine gibt. Nebbiolo als ideal adaptierte, regional verwurzelte Rebsorte. Regional statt global.

Der Name der Rebsorte leitet sich von ‚Nebbia’ ab, dem italienischen Wort für Nebel, und deutet zudem auf jenen weißen Belag auf den Beeren hin, der sich bei der Vollreife der Nebbiolo bildet. Der hohe Anspruch der Rebsorte manifestiert sich übrigens in entsprechend großen Qualitätsschwankungen abhängig vom Jahrgang. Je nachdem wie der Herbst ausfiel, also die Phenole in der Beere reifen und sich entwickeln konnten, kann Nebbiolo mager, sauer und dünn ausfallen, und damit schnell auf der Flasche verblühen, oder er schmeckt reif, dekadent süß, weich und samtig und garantiert dann die Haltbarkeit, die man von ihm erwartet.

Anmerkung: Obwohl Nebbiolo als uralte autochthone Rebsorte und damit eigentlich nicht als ‚edel' gilt, hat sie so überzeugendes Qualitätsniveau bewiesen, daß die Ampelographen sie heute zu den Edelreben zählen.

 

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Italien - Piemont
rotNebbiolo
Langsam
12er Karton
Art-Nr. IPI09200
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2015+
Restzucker: < 3 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Tradit. Holzfaß
Boden: Kalkmergel
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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