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Barbera d´Asti 'Gradale'
Paolo Alliata und seine Frau Bettina machen es sich nicht leicht. Sie produzieren ausschließlich Barbera. Eine Rebsorte, nach der nicht gerade der Hahn kräht. Doch die beiden machen es richtig. Sie produzieren Barbera, wie es sie ansonsten nicht gibt, ihre sind in Stil und Charakter tatsächlich einmalig. Barbera d´Asti ist anders als Barbera d´Alba, gilt als weniger populär, hat aber mehr Charakter. Paolo Alliata versteht es, seiner Barbera ‚Gradale’, dem Aushängeschild seines kleinen Betriebes, singuläre Ausstrahlung zu verleihen.
Barbera ist an sich keine große Rebsorte. Sie bringt zuverlässig regionalen Charakter auf Flasche, doch steht ihr für mehr ihre oft prononcierte Säure und die etwas unfeine, seifig wirkende Gerbstoffstruktur entgegen. Doch so, wie es Elisabetta Foradori gelingt, aus dem der Barbera sehr ähnlichen regionalen Teroldego einen großen Wein einmaliger Ausstrahlung zu machen, so gelingt es auch Paolo Alliata, seinen Barberas Größe zu verleihen: Ausstrahlung, Charisma, Komplexität, Tiefe, Dichte und innere Frische verhelfen z. B. seiner eindrucksvoll stimmigen Barbera ‚Gradale’ zu rarer Harmonie und unverwechselbarem Profil.
‚Villa Terlina’ macht Barbera zum Kultstoff. Alliatas Barbera ‚Gradale’ aus dem großen Jahr 2007 wärmt an kühlen Abenden die Seele. Es ist ein Wein, der einen berührt, dessen Ausstrahlung man sich kaum entziehen kann. Sie zu beschreiben ist aber nicht einfach. Ihre regionale Rustikalität vereint auf seltene Weise Frische mit Körper, Feinheit mit Substanz und Schmelz mit Kraft und Fülle. Eine Barbera mit raffiniert eigenen, intensiven Seiten. Tiefes gesundes Rubinrot funkelt im Glas; im Duft reife Wald- und Brombeeraromen, edle Hölzer, Tabak und Zeder, unterlegt mit tiefgründigen Kaffee- und Gewürznoten; differenziert und kraftvoll gibt sich das balsamische Mundgefühl, das reif, distinguiert und trotz mächtiger Konzentration kraftvoll seidig wirkt in trotz hohen Alkohols erfrischend wirkender Substanz. Ihn hofft Paolo Alliata durch die Umstellung auf Biodynamik in den kommenden Jahren zähmen zu können.
Eine Barbera wie Alliatas ‚Gradale’ gibt es im Piemont nicht noch einmal. Das kann so kein anderer. Erfreuen Sie sich an herbstlich warmer Würze, kompakter Größe im Mundgefühl, bewundernswert eigenständigem Profil und einem Genußpotential für Jahre. Einer unserer wichtigen Weine im Programm.
Villa Terlina
Die „Villa Terlina“ ist ein besonderer Betrieb mit besonderen Leuten und besonderen Weinen. Sie liegt im stillen Teil des Piemont, wo Touristen nur selten vorbeikommen. Dr. Paolo Alliata studierte Agrarwissenschaften in Florenz, Bordeaux und Beaune, arbeitete in der Pfalz, etliche Jahre in Bordeaux und war dann viele Jahre als önologischer Berater in Italien tätig. 1997 beschlossen er und seine deutsche Frau sich in Italien niederzulassen. Als Wanderer zwischen den Welten mit langjähriger französischer Erfahrung suchten Alliatas nach einem Weingut mit möglichst altem Rebbestand. Die fanden sie auf „Villa Terlina“, einem kleinen heruntergekommenen Betrieb, der über eine spektakuläre Parzelle mit 80 und mehr Jahre alten Reben einer uralten lokalen Barbera-Abart verfügte, die in der Stockdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar bepflanzt war. Ein im Piemont einmaliger Ort. Die Entscheidung fiel prompt und heute produzieren Alliatas auf ihrem kleinen Weingut die authentischsten Barberas Italiens. Elegante, konzentrierte Weine im traditionellen Stil. Paolos französische Erfahrung und sein italienischer Hintergrund verschmelzen in ihnen zu besonderer Ausstrahlung und Individualität. Von Hand gelesen, konsequent spontan vergoren, schonend im Keller behandelt und lange im Faß auf der Hefe gereift, atmet z. B. sein stets mit Stiel und Stengel mazerierter großer „Monsicuro“ den seltenen Hauch uralter Reben, wie man ihn in Italien nicht kennt. Sein dichter Kern an Geschmack auf der Zungenmitte setzt konzentrierte Aromen frisch gespitzten Bleistiftes und tiefgründigen Zigarrenkistendufts frei, untrügliches Indiz für die Konzentration alter Reben. Die Barberas der „Villa Terlina“ sind elegante, geschmeidig reife Weine mit seltener Balance von Konzentration und Finesse, Wucht und innerer Frische, wie man sie der Rebsorte kaum zutraut. „Gradale“ ist ein konzentrierter, angenehm süffiger, schmelzig potenter Lagenwein, der das Potential der Rebsorte ausschöpft und dabei ein bestechendes Preis-Genuß-Verhältnis in die Waagschale wirft. Barbera kann richtig profund sein. „Bricco Francia“, eine Selektion junger Reben, gibt sich dagegen süffig, fruchtbetont, charmant und herzhaft frisch im Trunk. In der Stilistik seiner Weine bewegt sich Paolo Alliata zwischen italienischer Expressivität und französischer Eleganz. Klar, prägnant und identifizierbar beweisen sie ihren Herkunftscharakter. Konsequent reagieren Alliatas auch auf die Herausforderungen des Klimawandels. Seit 2005 beschäftigen sie sich mit der Umstellung auf biodynamischen Weinbau. Ihrem kleinen aber feinen Weingut gehört die Zukunft.
Die Rebe
Barbera
Über die Hälfte der riesigen Rebfläche zwischen Asti, Alessandria und Acqui im norditalienischen Piemont ist mit der alten autochthonen Rebsorte Barbera bepflanzt. Von den einen als unproblematischer Massenträger abgetan, gilt Barbera den anderen als eine der ursprünglichsten und ehrlichsten Rebsorten des Piemont. Das Monferrato, wo sie schon im 13. Jahrhundert angebaut worden sein soll, ist die vermutete Urheimat der nach der Sangiovese häufigst angebauten roten Rebsorte Italiens.
Sie trat ihren Siegeszug als mengenmäßig wichtigste Rebsorte des Piemont nach der Reblauskatastrophe an. Unter mehreren Dutzend heimischen Rebsorten erwies sich Barbera damals als die tauglichste zur Wiederbepflanzung der brachliegenden Weinberge. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, daß Barbera zwar auf beinahe jedem Boden hohe Erträge liefert, ihre Qualität jedoch extrem von Lage und Kleinklima abhängt. Deshalb ist das Gros der aus Barbera gekelterten Weine auch heute noch eher einfach, rustikal und sauer.
Potentielle Größe bewies die Rebsorte mehr oder weniger unerwartet in den 1980er Jahren, als die Barrique-Mode Italien überrollte. Während die kleinen französischen Fässer viele italienische Weine mit übermäßigen Holzaromen zur Karikatur ihrer selbst entstellten, wirkten sie bei Barbera Wunder: Aus den sauren bissigen Tropfen wurden elegante, feine Weine, die plötzlich auf natürliche Weise das zeigten, was die Natur ihnen versagte: Süße. Das Potential der bislang als minderwertig geltenden Barbera erschien in ganz neuem Licht. Die Folge war eine Lawine ‚moderner’ Barberas und Barbera-Verschnitte, die innerhalb eines Jahrzehnts das Image der Rebsorte veränderten.
Tatsächlich profitiert die von der Natur mit hoher Säure, aber relativ wenig Tannin ausgestattete Barbera wie kaum eine andere italienische Rebsorte vom Ausbau im kleinen Holzfaß. Ihr eigenwilliger und eigenständiger Rebsortencharakter wird so, gesundes Traubenmaterial aus guter Lage vorausgesetzt, in geradezu idealer Weise ergänzt. Das Ergebnis sind kraftvoll voluminöse, aber eben auch elegante Weine von gesunder frischer Säurestruktur mit attraktivem Duft nach reifen Weichseln, Pflaumen, Schokolade, Gewürzen und edlem Tabak. Vor allem gute Barbera d`Asti erweisen sich als erstaunlich haltbare Weine, die sich auf der Flasche zu unerwarteter Komplexität entwickeln.
![]() | Italien - Piemont |
![]() | Barbera |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. IPI07100 | |
| Inhalt 0.75l |


















