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Barbera d´Asti 'Bricco Francia'
‘Bricco Francia’, Villa Terlinas beliebter Einstieg in die Welt der Barbera. Ihm hatte Winzer Paolo Alliata eigentlich ein harmloses Dasein zugedacht als simpler Einstiegswein in das ‚Villa Terlina’-Programm. Es kam anders als gedacht, der Wein hat so eingeschlagen bei seinen und unseren Kunden, daß er stets schnell ausverkauft ist und Paolo kaum nachkommt mit der Produktion. Die ist nicht beliebig erweiterbar, denn ‚Bricco Francia’ besteht aus Faßpartien, die nicht in die beiden großen Barberas der Villa Terlina gehen, also vornehmlich von Junganlagen stammen.
2010 ist endlich wieder eine ‚normale’ Barbera. Nach den megakonzentrierten Jahrgängen 2007 bis 2009 fiel 2010 endlich mal wieder süffig und trinkfreudig aus. Eine echte ‚Jeden-Tag-Barbera’ also, weniger alkoholisch als saftig und opulent, körperreich und würzig, tiefschwarz in der Farbe und auch tiefgründig im Geschmack, aber im Charakter wirkt er eher erfrischend in Säure und Struktur als schwer und dick im Körper.
2010 ist noch recht jung, der Wein wurde erst kürzlich gefüllt. Also bitte noch ein wenig Geduld damit, denn noch sind Frucht und Gerbstoffe nicht miteinander verwoben, wobei wir zugeben müssen, daß genau in der jugendlich ungestümen Frische dieses Weines ein Gutteil seiner Attraktivität steckt. Garantiert unmanipuliert, mit tiefem Veilchen- und Lakritzduft und pikanter, herzhafter Frische im Trunk, authentisch bis zum letzten Tropfen, das ist ‘Bricco Francia’ 2010. Eine ehrliche, saftige, ungeschminkte Alltags-Barbera, die viel Wein für´s Geld auf die Zunge spült.
Villa Terlina
Die „Villa Terlina“ ist ein besonderer Betrieb mit besonderen Leuten und besonderen Weinen. Sie liegt im stillen Teil des Piemont, wo Touristen nur selten vorbeikommen. Dr. Paolo Alliata studierte Agrarwissenschaften in Florenz, Bordeaux und Beaune, arbeitete in der Pfalz, etliche Jahre in Bordeaux und war dann viele Jahre als önologischer Berater in Italien tätig. 1997 beschlossen er und seine deutsche Frau sich in Italien niederzulassen. Als Wanderer zwischen den Welten mit langjähriger französischer Erfahrung suchten Alliatas nach einem Weingut mit möglichst altem Rebbestand. Die fanden sie auf „Villa Terlina“, einem kleinen heruntergekommenen Betrieb, der über eine spektakuläre Parzelle mit 80 und mehr Jahre alten Reben einer uralten lokalen Barbera-Abart verfügte, die in der Stockdichte von 10.000 Stöcken pro Hektar bepflanzt war. Ein im Piemont einmaliger Ort. Die Entscheidung fiel prompt und heute produzieren Alliatas auf ihrem kleinen Weingut die authentischsten Barberas Italiens. Elegante, konzentrierte Weine im traditionellen Stil. Paolos französische Erfahrung und sein italienischer Hintergrund verschmelzen in ihnen zu besonderer Ausstrahlung und Individualität. Von Hand gelesen, konsequent spontan vergoren, schonend im Keller behandelt und lange im Faß auf der Hefe gereift, atmet z. B. sein stets mit Stiel und Stengel mazerierter großer „Monsicuro“ den seltenen Hauch uralter Reben, wie man ihn in Italien nicht kennt. Sein dichter Kern an Geschmack auf der Zungenmitte setzt konzentrierte Aromen frisch gespitzten Bleistiftes und tiefgründigen Zigarrenkistendufts frei, untrügliches Indiz für die Konzentration alter Reben. Die Barberas der „Villa Terlina“ sind elegante, geschmeidig reife Weine mit seltener Balance von Konzentration und Finesse, Wucht und innerer Frische, wie man sie der Rebsorte kaum zutraut. „Gradale“ ist ein konzentrierter, angenehm süffiger, schmelzig potenter Lagenwein, der das Potential der Rebsorte ausschöpft und dabei ein bestechendes Preis-Genuß-Verhältnis in die Waagschale wirft. Barbera kann richtig profund sein. „Bricco Francia“, eine Selektion junger Reben, gibt sich dagegen süffig, fruchtbetont, charmant und herzhaft frisch im Trunk. In der Stilistik seiner Weine bewegt sich Paolo Alliata zwischen italienischer Expressivität und französischer Eleganz. Klar, prägnant und identifizierbar beweisen sie ihren Herkunftscharakter. Konsequent reagieren Alliatas auch auf die Herausforderungen des Klimawandels. Seit 2005 beschäftigen sie sich mit der Umstellung auf biodynamischen Weinbau. Ihrem kleinen aber feinen Weingut gehört die Zukunft.
Die Rebe
Barbera
Über die Hälfte der riesigen Rebfläche zwischen Asti, Alessandria und Acqui im norditalienischen Piemont ist mit der alten autochthonen Rebsorte Barbera bepflanzt. Von den einen als unproblematischer Massenträger abgetan, gilt Barbera den anderen als eine der ursprünglichsten und ehrlichsten Rebsorten des Piemont. Das Monferrato, wo sie schon im 13. Jahrhundert angebaut worden sein soll, ist die vermutete Urheimat der nach der Sangiovese häufigst angebauten roten Rebsorte Italiens.
Sie trat ihren Siegeszug als mengenmäßig wichtigste Rebsorte des Piemont nach der Reblauskatastrophe an. Unter mehreren Dutzend heimischen Rebsorten erwies sich Barbera damals als die tauglichste zur Wiederbepflanzung der brachliegenden Weinberge. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, daß Barbera zwar auf beinahe jedem Boden hohe Erträge liefert, ihre Qualität jedoch extrem von Lage und Kleinklima abhängt. Deshalb ist das Gros der aus Barbera gekelterten Weine auch heute noch eher einfach, rustikal und sauer.
Potentielle Größe bewies die Rebsorte mehr oder weniger unerwartet in den 1980er Jahren, als die Barrique-Mode Italien überrollte. Während die kleinen französischen Fässer viele italienische Weine mit übermäßigen Holzaromen zur Karikatur ihrer selbst entstellten, wirkten sie bei Barbera Wunder: Aus den sauren bissigen Tropfen wurden elegante, feine Weine, die plötzlich auf natürliche Weise das zeigten, was die Natur ihnen versagte: Süße. Das Potential der bislang als minderwertig geltenden Barbera erschien in ganz neuem Licht. Die Folge war eine Lawine ‚moderner’ Barberas und Barbera-Verschnitte, die innerhalb eines Jahrzehnts das Image der Rebsorte veränderten.
Tatsächlich profitiert die von der Natur mit hoher Säure, aber relativ wenig Tannin ausgestattete Barbera wie kaum eine andere italienische Rebsorte vom Ausbau im kleinen Holzfaß. Ihr eigenwilliger und eigenständiger Rebsortencharakter wird so, gesundes Traubenmaterial aus guter Lage vorausgesetzt, in geradezu idealer Weise ergänzt. Das Ergebnis sind kraftvoll voluminöse, aber eben auch elegante Weine von gesunder frischer Säurestruktur mit attraktivem Duft nach reifen Weichseln, Pflaumen, Schokolade, Gewürzen und edlem Tabak. Vor allem gute Barbera d`Asti erweisen sich als erstaunlich haltbare Weine, die sich auf der Flasche zu unerwarteter Komplexität entwickeln.
![]() | Italien - Piemont |
![]() | Barbera |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. IPI10104 | |
| Inhalt 0.75l |


















