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Refosco Rosso 'Scodavacca' IGT
Österliche Reste 2012: Die letzten 51 Flaschen dieses wahrlich originellen Rotweines aus einer der großen autochthonen roten Rebsorten des Friaul zum einmaligen Friaul-Fan-Sonderpreis. Statt 31.- €.
Refosco, uralte, autochthone, typisch Friauler Rebsorte. Liefert bei Borc Dodon aus biodynamischem Anbau im heißen Jahrgang 2003 einen dunklen Rotwein mit rescher, attraktiver Säure im Rückgrat. Typisch für die alten Friauler Rotwein-Sorten. Denis Montanar riskiert extrem niedrige Schwefelung, weshalb wir empfehlen, den Wein bald zu trinken.
Refosco, eine der ältesten Rebsorten Italiens. Riecht und schmeckt kernig in den Gerbstoffen, besitzt tiefen dunkelwürzigen Fruchtkern, ist sicher nicht jedermanns Sache, fällt im Jahrgang 2003 aber fast populistisch aus und läßt sich deshalb bereits heute, 2011, mit Vergnügen zu deftiger Regionalküche genießen. Intensiver Duft nach frischem Pfeffer, Muskatnuß und würziger Pflaumenmarmelade, einer der originellen, aber kaum nachgefragten Rotweine Italiens, dem die entsprechende Lobby abgeht im modernen, stromlinienförmigen Weinbusiness Italiens.
Borc Dodòn
Das Friaul, einst Italiens sterilste High-Tech-Weinregion, wurde in den letzten Jahren zur Keimzelle einer Bewegung, die sich den sogenannten wahren Weinen, den ‚vini veri’, verschrieben hat. Winzer wie Gravner, Radikon, Bensa, Borc Dodon und andere verweigern sich radikal der konventionellen Agrarindustrie und widmen sich im Keller durch ausgedehnte Maischestandzeiten für Weißweine und Verzicht auf Schwefelung ganz generell maximal individuellen Weinerlebnissen abseits der globalen, insbesondere aber der italienischen Technik-Monotonie.
Denis Montanar, ein bescheidener, fast introvertiert auftretender junger Winzer aus Villa Vicentina bei Udine, versucht mit seinem landwirtschaftlichen Betrieb Borc Dodòn überlieferte bäuerliche Traditionen wiederzubeleben. Dazu setzt er in seinen Wein jenes alte Erfahrungswissen um, das er aus Archiven und Gesprächen mit den Alten im Dorf in Erfahrung gebracht hat.
Dabei geht er kompromißlos ans Werk, doch das Geschäft der Naturweinproduktion ist riskant. Wir haben uns schon vor über zehn Jahren mit dem Ausbau in Amphoren beschäftigt und wir verfolgten schon damals die Anti-Schwefel-Bewegung, von der wir heute gar nichts mehr halten, weil wir im Schwefel im Wein keinen Gegner, sondern einen notwendigen Partner sehen, der nur richtig eingesetzt werden will, was maßgeblich an der Chemie des Weines hängt, von der viele Exponenten dieser Bewegung aber leider gar keine Ahnung haben.
Auch Denis Montanar geht es um maximal natürlichen Wein. Den baut er auf den tiefgründigen Schotterböden seiner Lagen rund um Villa Vicentina in vorwiegend alten Friauler Rebsorten an: Cabernet Franc und Sauvignon, Merlot, aber auch Refosco, Verduzzo, Sauvignon Blanc und Tocai verhilft er im Keller durch weitgehend nichtmanipulativen Ausbau zu so spannender wie gewöhnungsbedürftiger Stilistik.
Doch immer wieder mißlingt ihm ein Wein, mal gärt einer auf der Flasche nach, mal wird einer Opfer der Essigsäurebakterien, weil er zu wenig geschwefelt war. Wir sind vorsichtig geworden und bieten keinen seiner schwefelfreien Weine mehr an. Trotzdem sollten Sie seine faszinierend natürlichen Weinpersönlichkeiten unbedingt am besten unter 14°C lagern und möglichst bald nach Abfüllung trinken. Für längere Lagerung sind seine Weine nicht gemacht und wir können nicht für sie garantieren, so spannend sie sind. Das ist der Preis, den man für diese Art von Natürlichkeit im Wein bezahlen muß.
Die Rebe
Refosco
Refosco ist eine alte, vermutlich seit der Antike im nordostitalienischen Friaul beheimatete autochthone rote Rebsorte, die einen robust kernigen, kraftvollen, tiefdunklen Rotwein von manchmal fast penetranter Säure hervorbringt. Qualität und Geschmack der Rebsorte schwanken stark je nach Jahrgang. Mal besitzen ihre Weine intensiv schwarze Farbe und beeindrucken mit charaktervoller Ausdrucksstärke, mal liefern sie nur säuerliche Tischweine, die wenig inspirierend sind. Im Keller gilt es die ausgeprägte Säure des Weins zu meistern, was man durch besonders langen Faßausbau auf der Vollhefe zu erreichen versucht.
Refosco erfreut sich seit den achtziger Jahren wachsender Beliebtheit und gehört heute zusammen mit Tazzelenghe zu den spannenden roten Rebsorten Nordostitaliens. Er heißt im slowenischen Küstenland Refošk und wird auf dem slowenischen Karst und in Kroatien Teran bzw. Terrano genannt. Die besten Refoscos stammen aus den Colli Orientali del Friuli, dem slowenischen Karst und den Terra Rossa-Böden Istriens. Vor allem die Karst-Versionen zeichnen sich durch kraftvoll mineralischen, körperreichen Geschmack aus. Sie bringen insgesamt spannendere Weine mit anspruchsvolleren Strukturen hervor als das Küstenland. Dort wird häufig auch eine besonders hochwertige Reb-Variante kultiviert, die ob ihrer roten Stiele ‚Refosco dal Peduncolo Rosso’ genannt wird und intensiv nach reifen Pflaumen und dunklem Tabak duftende Rotweine liefert, die ein kühler Hauch belebenden Mandelgeschmacks durchzieht.
Diese uralten autochthonen Rebsorten wie Refosco & Co schmecken stets faszinierend anders, haben immer etwas ‚Fremdes’ in sich, was besonders spannend sein kann, aber auch mal störend bitter oder stumpf und matt. Immer aber liefern sie eine interessante Weinerfahrung, einen spannenden Blick zurück in die lange Geschichte des Weines und stets fordern sie dazu auf, neugierig zu sein und zu bleiben.
![]() | Italien - Friaul |
![]() | Refosco |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. IFR03103 | |
| Inhalt 0.75l |
















