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Bardolino 'Chiaretto'
Gianni Piccoli ist nicht nur Obstbauer, er ist auch einer der seriösesten Winzer am Gardasee mit gut gemachten, ehrlichen, ambitionierten Weißweinen, sowie dem vielleicht besten Chiaretto des Veneto, was etwas heißen will, denn der Venetianer ist stolz auf seinen Chiaretto, den man hierzulande gerne als Billig-Rosé vom Gardasee abtut, tatsächlich aber war Chiaretto der erste Wein Italiens, der 1967 das DOC-Statut erhielt!
Auf jeden Fall ist Chiaretto Italiens ungewöhnlichster Rosé, muß er doch per Gesetz aussschließlich aus der Direktpressung der Trauben gewonnen werden, was ansonsten nur noch für die berühmten Rosés der Provence gilt. Deshalb verwenden die besten Produzenten nur die besten Trauben der ersten Vorlese für die Direktpressung, um so nicht nur niedrigen Alkohol, sondern auch besonders viel Frucht zu erzielen.
Allen Unkenrufen zum Trotz hat Italien also doch Tradition im Rosé, freilich rein regionale, denn hierzulande ist Chiaretto kaum bekannt. Seine typischen Himbeer- und Kirsch-Aromen, seine milde Säure und seine unverschämt leckere Trinkbarkeit mit nur 12 Vol. % Alkohol machen diesen exzellenten Chiaretto zu einer Bereicherung unseres Rosé-Angebotes. Gianni Picoli gewinnt sein Prachtexemplar aus 50 % Corvina, 30 % Rondinella und anderen autochthonen venezianischen roten Rebsorten. Er dürfte der einzige sein, der seinen Chiaretto mittels wilder Hefen im Edelstahltank vergärt und für cremig frische Struktur bis März auf der Hefe reifen läßt. Dann wird er gefüllt und garantiert anschließend über zwei Jahre herrlich erfrischenden Rosé-Genuß, wie man ihn sich wünscht. Sehr viel länger sollte auch Gianni Piccolis berühmtes Rosé- Exemplar nicht warten müssen.
Corte Gardoni di Gianni Piccoli
Mit Gianni Piccoli und seiner Azienda ‚Corte Gardoni’ aus Valeggio sul Mincio südlich des Gardasees, der heimlichen Hauptstadt der Tortellini, arbeiten wir seit mehr als zwanzig Jahren zusammen. Dabei stehen wir mit italienischen Weißweinen, allen voran dem unsäglichen Lugana, der in Bayern viele Weinkarten und noch mehr persönliche Trinkgewohnheiten unvermeidlich zu prägen scheint, auf Kriegsfuß. Während sich Weißwein weltweit vom alkoholhaltigen Freizeitgetränk zum charaktervollen Genußtropfen mausert, ist er in Italien als Urlaubserinnerung in seiner Entwicklung stehengeblieben.
Auch unser Gianni Piccoli gehört jener Generation norditalienischer Winzer an, denen die moderne Weintechnik in den siebziger Jahren neben dem Obstbau mit dem Wein nach Rezept eine sichere Einnahmequelle bescherte. Blitzende Edelstahltanks, temperaturkontrolliert kühle Vergärung per Reinzuchthefe, scharfe Mostvorklärung und ein kurzes Hefelager waren auch für ihn erfolgreiches Rezept für blitzblanke, reintönig frische Weißweine, wie sie der Tourist und italophile Weinfreund von den Winzern der Region zu erwarten scheint: Sauber gemacht für den schnellen Weindurst, die Trattoria, die Party, die Urlaubserinnerung, weitgehend ohne Charakter und deshalb so populär.
Doch Gianni Piccoli kann und will mehr, bearbeitet er doch seine Weingärten mit der gleichen Sorgfalt wie seine Obstgärten. Er fühlt sich wohl in der Natur, die für ihn Bestimmung ist. Also nutzt er heute die bewährte Technik im Keller für mehr Weincharakter und wurde zum vielleicht einzigen Winzer südlich des Gardasees, dem es nicht um möglichst schnellen Abverkauf geht, sondern um möglichst typischen Regionalcharakter. Seinen legendären Bianco di Custoza und seinen köstlich herben Chiaretto machte er zum Inbegriff gut gemachter venezianischer Alltagsweinkultur: Blitzblank, reintönig und technisch sauber, immer auf der reduktiven Seite, durch Reinzuchtvergärung im Finish dezent bitter, weil knochentrocken ausgebaut, damit aber auch besonders animierend bei Tisch; immer primärfruchtig, immer leicht und spritzig und damit einfach und schnell zu trinken. Typische Weine des Veneto, täglicher Trinkgenuß im besten Sinne. Unsere Anforderungen an ehrlichen und authentischen italienischen Weißwein und Chiaretto erfüllt jedenfalls niemand besser und überzeugender als Gianni Piccoli, unser Garant für so seriöse wie fröhliche Alltagsweine aus dem Veneto.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Italien - Veneto |
![]() | Cuvée rot |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. IVW10600 | |
| Inhalt 0.75l |
















