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'Domaine la Gramière' Vin de Table rouge
Zwei Amerikaner in Südfrankreich. Matt Kling hat sich der Biodynamik verschrieben und bereitet alle Präparate dafür selber. Amy Lillard ist täglich im Weinberg und hegt und pflegt dort ihre Reben.
Das Ergebnis? Ein herzhafter, mutig ehrlicher Rotwein kraftvoll rustikaler Ausstrahlung, kerniger Substanz und zupackender Dichte, und das in einem Jahrgang, der als schwach gilt. Man konnte also in 2008 richtig guten Wein produzieren; die beiden Amerikaner im Gallier-Exil beweisen es.
Ihr ‚La Gramière’ 2008 ist ein Vin de Table. Dieses selbstbewusste Understatement ist purer Hohn, denn ‚Vin de Table’ ist die unterste Kategorie französischer Weinqualität und normalerweise belanglosen Massentropfen vorbehalten. Ihr Wein aber präsentiert sich biodynamisch natürlich, anspruchsvoll dicht und konzentriert in Duft, Farbe und Geschmack; kaum auf der Zunge, setzt er wuchtiges Naturschauspiel in Szene. Kraftvoll in der Gerbstoffdichte ist ‚La Gramière’ nichts für Leute, die was gegen Gerbstoffe haben. Die protzen hier nämlich mit der Konzentration niedriger Erträge von alten Grenache- und Syrahreben. Kühl und süffig aber kernig prägt die Grenache den ersten Eindruck auf der Zunge; weißer Pfeffer, dunkle Früchte, frische Pflaumen; erst dann kommt die Seide der Syrah ins Spiel, die mit Veilchen, Lakritze und blauen Aromaten im Duft für Komplexität, Frische und seidig feinkörnige Fülle im Mundgefühl sorgt.
Ein bestechend ehrlicher, natürlich wirkender Rotwein von der Côte du Rhône für Leute die kraftvollen Körper und präsent charmante Gerbstoffkonsistenz, also Saft und Kraft im Glas, zu schätzen wissen. Süffiges Potential für viele Jahre gemeinsamen Weinerlebnisses.
La Gramiere betreibt einen sehr netten Blog, den zu besuchen sich lohnt. Er beschreibt das tägliche Leid, die täglichen Fragen und Zweifel, denen ein junger Betrieb wie La Gramiere im Alltag ausgesetzt ist.
La Gramière
Die Rhône mit ihrer faszinierenden Vielfalt an Stil, Geschmack und Qualität und ihrem ungewöhnlich stabilen Preisgefüge kann ein Preis-Genuß-Verhältnis bieten, das zu den besten des Weinmarktes gehört. Die Preise für guten Côtes du Rhône haben sich in den letzten fünfzehn Jahren kaum verändert! Gewiß, die Qualitäten sind so heterogen wie das Angebot überwältigend ist, doch wir sind seit 20 Jahren an der Rhône unterwegs und wissen, wo wir was wie suchen müssen.
Amy Lillard und Matt Kling sind Amerikaner und leben in einem kleinen Städtchen im südfranzösischen Gard, an der westlichen Grenze der Appellation Côtes du Rhône. Amy Lillard war Einkäuferin in Frankreich für einen renommierten Weinhändler aus San Francisco. Nun machen die beiden seit 2005 ihren eigenen Wein. Dabei hat sich Matt von Anfang an der Biodynamik verschrieben. Nach seinem hektischen Alltag als Programmierer für einen kalifornischen Großkonzern steht er im Hof und rührt in einem alten Holzfaß seine biodynamischen Präparate. Amy ist jeden Tag in den Weinbergen, um ihre Reben zu bearbeiten und zu pflegen; die ehemaligen Genossenschaftsrebflächen wollen fachkundig regeneriert und vom südfranzösischen Industrieweinbau zum seriösen Bioanbau konvertiert werden. Der Anfang war mühsam. Doch der erste Jahrgang 2005 gelang so beeindruckend, daß er bei uns und auf der Domaine binnen weniger Wochen ausverkauft war. Nicht minder überzeugend und stilistisch stringent steht nun der Nachfolgejahrgang 2006 zum Verkauf.
Amy Lillard führt unter der Adresse www.lagramiere.com einen so informativen wie netten Blog rund um ihre Arbeit als Winzerin. Sehr empfehlenswert!
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRH09400 | |
| Inhalt 0.75l |

















