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Côtes du Rhône Villages 'Fan dé Lune'
Jeder Wein der Weinschwestern Saladin aus Saint Marcel an der Ardêche wagt Profil, jeder steht für sich und ist unverwechselbar. Das muß den beiden Schwestern Saladin erstmal jemand nachmachen, zumal in dieser Stilistik!
Ihren Lieblingswein im Keller widmen sich die beiden Schwestern selbst: ’Fan de Lune’, die Kinder des Mondes. In der Uniformität der modernen Südrhone verloren gegangene Stilistik. Wurde im großen Jahr 2007 mit Stiel und Stengel mazeriert, ganz wie früher, als man noch nicht entrappte, ausschließlich per Schwerkraft bewegt, natürlich spontan vergoren und lange auf der Vollhefe belassen. Deshalb präsentiert sich ‚Fan de Lune’ appetitlich und 'leicht' in Anmutung und Farbdichte. Wohltuend trinkfreudig und süffig wie guter Burgunder, erfrischend und zart zugleich, duftig im Charakter, fast schwebend auf der Zunge, transparent in den Gerbstoffen und doch potent und nachhaltig, dicht und anspruchsvoll mundfüllend. Trockene Gerbstoffpräsenz belegt die Geschmackspapillen, elegant und fein, aber präsent und frisch.
Für uns eine Referenz der Appellation, stilistisch wie qualitativ. Gekeltert aus 40 % Mourvèdre, 40 % seidiger Grenache und 20 % würziger Syrah. Mit der Kunst des Understatements in Wein verwandelt, der so unaufgeregt wie unspektakulär, so leise wie überzeugend kammermusikalisch wirkt, daß es eine Freude ist, ihm nachzuschmecken. Wohltuend!
Domaine Saladin
Ihre Entdeckung wert: die Domaine Saladin an der Ardèche.
Eine uralte bäuerliche Familien-Domaine in weniger bekannter Appellation an der Südrhône; zwei junge, akademisch ausgebildete, in Sachen Wein weitgereiste Schwestern, die die Domaine übernehmen; zwei junge Winzerinnen, die als moderne 21. Generation einer alten Winzerfamilie wohlüberlegt an die von Vater, Großvater und Urgroßvater praktizierten Traditionen anknüpfen: bis heute wurde auf der Domaine kein Pestizid, kein synthetischer Dünger oder im Keller irgendein Hilfsmittel der „modernen“ Önologie eingesetzt.
Schon Vater Louis ging in den sechziger Jahren visionär ans Werk. Er legte auf dem aufgelassenen Hochplateau von Brissan über St. Marcel auf den klassischen Galets roulés, den großen Kieselstein des südlichen Rhônetales, Weinberge an; er nutzte das kleinparzellierte unberührte Ökosystem an den Hängen rund um St. Marcel für weitere Weinberge, stets belächelt von seinen Kollegen im Dorf, die eifrig im Tal Wein anbauten; zunächst aus Mangel an Geld, dann aus Überzeugung verzichtete er auf die Neuerungen der modernen Weinwirtschaft und bearbeitete seine Weinberge traditionell und mühsam von Hand statt mit der chemischen Keule. Und als einer der ersten begann er schon in den sechziger Jahren mit der Flaschenabfüllung unter dem Etikett der Domaine, statt wie alle anderen im Rhônetal Faßwein an den Handel zu verkaufen.
Aus Achtung und Respekt vor der Arbeit und Kenntnis früherer Generationen arbeiten Marie-Laurence, die Agraringenieurin ist, und Elisabeth, die Wirtschaftswissenschaften studierte, ganz im Sinne der familiären Tradition. Beide hatten über ihre akademische Ausbildung hinaus profunde Einblicke in die Praxis des Weinbaus bei Randall Grahm in Kalifornien, Marcel Guigal und Marcel Richaud an der Rhône, aber auch bei Michel Rolland in Argentinien oder Philippe Debrus in Chile genossen. Zurück im heimischen Keller lernten sie den familiären Erfahrungsschatz kennen und schätzen und versuchten so viel wie möglich von ihm zu profitieren, um 2005 die erste eigene Ernte einzufahren und zu vinifizieren.
Heute, in ihrem dritten Jahrgang, sind die beiden dynamischen Schwestern nicht nur die Entdeckung der Südrhône schlechthin, wo sie mit ungewöhnlich sensiblen Weinen traditionell „anderer“ Machart für Furore und Aufmerksamkeit sorgen, sie stehen auch mit beiden Beinen in beiden Welten, vereinen modernes Management und moderne „schnelle“ Kommunikation mit profunder langsamer, im besten Sinne „traditioneller“ Weinbereitung im völlig unspektakulären Keller und organischer Bewirtschaftung im Weinberg, die weit über nur „Bio“ hinausgeht. Die offizielle Zertifizierung als Biobetrieb steht an.
Ihre Hauptarbeit widmen Elisabeth und Marie-Laurence Saladin den Weinbergen, in denen aufwendige mechanische Arbeit nicht durch moderne Chemie ersetzt wird. Gelesen wird in den vielen kleinen Parzellen des 18 Hektar großen Familienbetriebes ausschließlich von Hand. Die Traubenverarbeitung geschieht so schonend wie möglich ohne Reinzuchthefe, Enzyme, Tanninzusätze oder Schönungen. Die beiden Schwestern lehnen zusätzliche Extraktion ebenso ab, wie den Einsatz der üblichen technischen Hilfsmittel für mehr Konzentration und Farbausbeute. Absolut ungewöhnlich auch die Stilistik ihrer Weine, die die beiden Schwestern binnen weniger Jahre zur Perfektion entwickelten. Sie präsentieren mutig nicht die an der Südrhône übliche "laute" Macho-Stilistik, deren einziges Konzept mächtige Konzentration und Ladungen möglichst süßer Gerbstoffe sind, sondern wagen seidige, stilistisch präzise herausgearbeitete "leise" Weine betörend aromatischer Finesse und traumhaft natürlicher Leichtigkeit und Transparenz. Die dynamischen Winzer-Schwestern lassen Tradition zu Avantgarde werden, selbstverständlich und unaufgeregt, nachhaltig und visionär.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRH07036 | |
| Inhalt 0.75l |


















