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Côtes du Rhône Villages 'Cairanne'
Domaine Denis Alary
Die kleine Domaine in Cairanne, die Denis Alary in zehnter Generation im Familienbesitz betreibt, sehen wir als Ausnahme im unendlichen Rebozean der Côtes du Rhône, wo noch immer ohne Sinn und Verstand im Keller nach Rezept extrahiert und konzentriert wird. Die vor allem von den Genossenschaften betriebene Kohlensäuregärung, die für tolle Farbe und vordergründigen Fruchtcharakter sorgt, gibt es im Hause Alary ebenfalls nicht, denn Denis Alary keltert seine Weine im besten Sinne traditionell, nämlich wie in guten alten Zeiten je nach Jahrgang und Traubenqualität für mehr Finesse und ätherisches Spiel mit Stiel und Stengel; er vergärt seine Moste spontan und baut in großen alten, traditionellen Holzfässern aus. So bewahrt er seine Weine vor der im Rhônetal noch immer grassierenden Mode der Überextraktion, die sich in trockenen, ausgezehrt wirkenden Gerbstoffen in massivem Körper manifestiert, den man mit viel neuem Holz zu besänftigen versucht. Ein katastrophaler Irrweg, der nur zu viele Weine der Region traurig entstellt.
Dagegen setzt Denis Alary souverän auf die innere Konzentration traubeneigener Gerbstoffe aus kerngesundem Lesegut. Seine Weinberge liegen in der vom Mistral durchblasenen Ebene des Rhônetals, wo in Cairanne die typischen großen Kieselsteine, die Galets roulets, für charmante, duftige Weine mit sanften, fruchtbeladenen Gerbstoffen voller Schmelz und Würze sorgen. Deren seidig wirkende Struktur verbreitet burgundischen Charme und duftige Transparenz in ernsthaft strukturierten Weinen süffigen Tiefgangs, wie sie typisch sind für guten Cairanne. Hier dominiert die Grenache-Traube, die für warmes, tiefgründiges Mundgefühl sorgt, dessen typisch pfeffrige Würze sanft über die Zunge rollt; ein je nach Cuvée schwankender Anteil kühlender Syrah und Mourvèdre besorgt prägnante Frische und druckvolle Tiefe im Mundgefühl und puffert die alkoholische Wärme der Weine der Region gekonnt.
Denis Alary hat die üblichen synthetischen Spritzmittel schon lange aus seinem Betrieb verdammt, er arbeitet naturnah, aber nicht zertifiziert biologisch. Er erntet seine Trauben von Hand präzise reif, wie ihre bekömmlich natürlichen Alkoholgehalte erkennen lassen, und im Keller läßt er seinen Weinen Zeit auf der Hefe im traditionellen Holzfaß, weshalb sie jene Frische und Natürlichkeit ausstrahlen, die zum Markenzeichen des kleinen Familienbetriebes wurden. Ein bescheiden auftretender Vollblutwinzer, der souveräne Qualitäten produziert, wie sie selten geworden sind an der südlichen Rhône.
Die Rebe
Grenache
Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.
Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.
Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist. Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung.
![]() | Frankreich - Südrhône |
![]() | Grenache |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRH09600 | |
| Inhalt 0.75l |

















