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Côtes du Rhône 'Les petits coins' 
2010

Côtes du Rhône 'Les petits coins'

Der Jahrgang 2009 an der Südrhône wird wieder den üblichen Jubel auslösen. Besser, größer, konzentrierter. Ja, 2009 ist ein ausgezeichneter Jahrgang. Gibt es deswegen mehr bessere Weine? Natürlich nicht! Die Meute der Weinschreiberlinge erklärt einen Jahrgang so schnell zum Super-, Mega-, Hyper- , wie sie ihn verreißt. Sie braucht Sensationen, um noch gehört zu werden. Daß der Weinhandel, dessen unkritisches Gejubel immer unglaubwürdiger wird, das Spiel mitspielt, ist traurig. Da widmen wir uns lieber gutem Wein, dem gute Winzer mit Glück und Können mehr Struktur verleihen.
Beispiel: Nicolas Croze. Der sympathische Jungwinzer von der Ardêche vermittelt 2009 seiner Cuvée ‚Les petits coins’ mehr Körper, mehr Saft und faszinierend dichte Fruchtintegration. Kein Glücksfall, sondern Können. Traditionell vergärt er auf Stiel und Stengel, verzichtet auf modische Extraktionsverfahren, und produziert saftigen, zuverlässigen Côtes du Rhônes, der zum fairen Preis angenehmen Weingenuß beschert. Ganz unaufgeregt hat Nicolas Croze 2009 die vermutlich besten Weine seiner jungen Karriere produziert. ‚Les petits coins’ stammt von vielen, teilweise winzigen Parzellen rund um St. Martin d´Ardèche, die Familie Croze wie ein Puzzle aufwendig bewirtschaftet. Fruchtbeladen, fröhlich und unkompliziert, aber anspruchsvoll ist es ein leckerer Wein aus Grenache und Syrah für jeden Tag geworden, der ihm und uns viele zufriedene Kunden bescheren wird. Aus Freude am Wein und ein klein wenig auch am netten Preis!

Domaine Nicolas Croze

Die südliche Rhône bietet alles oder nichts. Noch immer präsentieren sich, so unsere Erfahrung, viel zu viele Weine auch renommierter Winzer dort gruselig durch Überextraktion verunstaltet; ihre harten, trockenen Tannine sind eine Qual und reifen miserabel. Die südliche Rhône ist eine bäuerlich strukturierte Region, in der die meisten Winzer kaum auf Reisen gehen, geschweige denn, daß sie viel verkosten würden, über den eigenen Tellerrand zu blicken ist hier die Ausnahme.

Anders der junge Nicolas Croze aus der Ardèche. Er ist viel unterwegs und beobachtet selbstkritisch, was sich in der Welt des Weines tut. Inzwischen gehören seine von Jahr zu Jahr stilistisch wie qualitativ souveräner profilierten Côtes du Rhônes zu unseren persönlichen Lieblingsweinen im Programm.

Direkt am Ausgang der im Sommer von Touristen belagerten Schlucht der Ardèche liegt das kleine Weingut von Familie Croze. Auf zahlreichen kleinen Parzellen, verstreut vom fruchtbaren Talgrund bis hoch auf das karge Plateau über St. Martin d´Ardèche, bearbeiten Vater und Sohn gemeinsam die Reben. Ihre Weine unterscheiden sich von anderen der südlichen Rhône markant: Unverkennbar kühl und aromatisch frisch beziehen sie Charakter nicht nur aus der kühlen nördlichen Lage am Fuße der Cevennen, sondern auch von tiefen, lehmig steinigen Böden, die für saftigen Geschmack und fruchtintensiven Duft sorgen. Um diesen besonderen Herkunftscharakter geht es dem jungen Nicolas Croze.

Sein Vater trat vor rund zehn Jahren aus der örtlichen Genossenschaft aus und begann mit der Direktvermarktung. Schon bald verkaufte er seine komplette Ernte direkt vor Ort. Seit 2005 sorgt Sohn Nicolas für frischen Wind im Keller mit bemerkenswert persönlicher Handschrift: Die von Hand gelesenen Trauben werden schonend ohne abgebeert zu werden in traditionellen Betoncuves vergoren und gereift; dort entwickeln sie ihre geschmeidige frische Tanninstruktur, angenehm saftig und seidig zugleich, mit intensiver Frucht und tiefgründiger Würze im Duft, die eher an die nördliche Rhône erinnern, denn an die südliche.

Im Weinberg setzt Nicolas Croze auf die sogenannte ‚Lutte raisonnée’, den naturnahen Anbau, im Keller setzt er nach eigenen Angaben ‚nur sensibel um, was die Natur mir liefert’. Dazu vergärt er spontan und mazeriert mit Stiel und Stengel und setzt so Maßstäbe mit stilsicheren Weinen, die vorbildlich preiswert sind und enorm viel Trinkfreude garantieren.

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Die Rebe

Grenache

Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht
 als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.

Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.

Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist.  Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung. 

 

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je Flasche à 0.75l / 11,33 €/L
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Frankreich - Südrhône
rotSyrah, Grenache
Langsam
6er Karton
Art-Nr. FRH10019
Inhalt 0.75l
Alkohol: 14 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: 2014+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Betontank
Boden: Lehm/Ton
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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