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Château Têrtre Rôteboeuf, Grand Cru 
2007

Château Têrtre Rôteboeuf, Grand Cru

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Château Têrtre Rôteboeuf

Bordeaux hat sich nicht zu seinem Vorteil verändert. Mit natürlicher Weinproduktion haben viele der begehrten Blue-Chip-Weine nur noch die Trauben gemein. Den Rest besorgen längst modernste Agrarchemie und Kellertechnik. Alleine schon der Blick in die Weinberge sollte die Alarmglocken klingeln lassen, doch für das Zusammenspiel von Traube und Wein scheint sich im Bordeauxhandel kaum jemand zu interessieren.

François Mitjavile ist in dieser Hinsicht ein absoluter Ausnahmewinzer. Er stellt Weine mit Seele gegen die moderne Industrie Bordeaux. Seine Weine fallem aus dem Rahmen und entziehen sich durch ihr Anderssein jener simpel linearen, aber ungeheuer erfolgreichen Punktearithmetik, die heute den Handel mit Wein aus Bordeaux weltweit bestimmt. Sein legendäres Château Le Têrtre Rôteboeuf ist individualistische Qualität auf der Basis reifer Merlot (mehr als 80 %). Ein Weinoriginal, das exotische Würze ins Glas bringt in einer Gerbstoffqualität, die berauschende, unnachahmliche Fruchttiefe verströmt. Der eigenwillige François Mitjavile hat Bordeaux zum Lustprinzip erklärt. Seine Weine sind stets schon jung ein Genuß. Doch sie reifen auch sehr zuverlässig. Sie stellen überhaupt vieles auf den Kopf, was man aus Bordeaux so kennt und gewohnt ist. Seine Weine bleiben nachhaltig im Gedächtnis wenn die Flasche längst geleert ist und selbst weit teurere Weine bescheren selten profunderes Trinkvergnügen.

François Mitjavile war einer der ersten Winzer im Libournais, der Mitte der Achtziger Jahre neue Vorstellungen von Reife in Qualität im Wein umsetzte. Sein Gespür für Traubenqualität ist bemerkenswert. Das ganze Weinjahr hindurch beobachtet er Blätter, Trauben, Blattgrößen und Blattfärbung. Daraus zieht er Konsequenzen wie Schneiden des Blattwerks, Humusdüngung oder Bodenbearbeitung. Er hat seine Weine zu Solitären gemacht, die sich üblicher Klassifikation widersetzen. Dafür machen sie Freude, sorgen für Kritik und machen Staunen. Sie gelten als teuer, liefern aber rares Trinkvergnügen und sorgen für Emotionen. Bordeaux mit Lustgewinn.

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Die Rebe

Cabernet Franc

Noch vor wenigen Jahrzehnten war Cabernet Franc, früher reifend und wetterresistenter als sein ‚Bruder’ Sauvignon, die Basis eines guten Bordeaux. Er glich die Kapriolen des Merlot und des Cabernet Sauvignon aus. Doch dann verdrängte die moderne Merlot-Seuche den zickigen Franc, der stärker im Wuchs ist als Cabernet Sauvignon und  trotzdem einen längeren Anschnitt braucht, weil er kleinere Erträge liefert; sein Hang zum Verrieseln sorgt regelmäßig für natürliche Ertragsreduzierung und die dickschalige Rebsorte ist anfällig für Pilzkrankheiten. Doch der größte ‚Nachteil’ für den Winzer ist sein kleines Reifefenster: Um ein aromatisch reifes und interessantes Aromaprofil zu erzielen, muß Cabernet Franc in einem ganz bestimmten Reifeintervall, das oft nur wenige Tage groß ist, gelesen werden.

Nach seiner Verdrängung aus den Weinbergen des Bordelais über die letzten zwanzig Jahre zwingt jetzt der Klimawandel den kühlend wirkenden Cabernet Franc wieder zurück. Der beliebte Merlot ist zu heiß geworden, zu alkoholisch, er braucht aromatische 'Kühlung'. Die garantieren ihm, neben dem Cabernet Franc, auch die einst altbewährten, dann aber bewußt eliminierten dickschaligen Malbec und Petit Vedot, die derzeit ebenfalls ein ungewolltes aber fast zwangsläufiges Comeback in den Weinbergen Bordeaux feiern.

Wenn Cabernet Franc reif gelesen wird, kann er mit dunkel würzigem, komplexem Duft nach frischem grünem Pfeffer, animierenden Kräutern und kühl wirkendem Hauch von Süßholz und Veilchen aromatisch begeistern. Jene unattraktiv kräuterig grünen, harten Noten, die an unreife Paprika und frisch gemähtes Gras in Duft und Geschmack erinnern, die ihm in den neunziger Jahren schlechten Ruf einbrachten, sind nichts anderes als Indiz für schlechte Laubarbeit im Sommer, zu frühe Lese, unreifes Traubenmaterial und zu hohe Erträge, sprich für schlechte Winzerarbeit.

In Reinkultur kann man Cabernet Franc heute am besten an der Loire erleben und genießen; in Chinon, Bourgueil, Saumur-Champigny oder Brissac bewirkt der Klimawandel wahre Wunder; noch nie waren rote Loireweine so aufregend, so reif und so gelungen wie in den Jahren seit 2001.

So bekannt und beliebt Cabernet Sauvignon ist, so wenig bekannt ist Cabernet Franc. Dabei sind gute reinsortige Cabernet Francs die vielleicht interessanteste Bordeaux-Alternative überhaupt. Interessanter in Duft und Geschmack sind sie, wenn gut gemacht, allemal. Die starken Jahrgangsschwankungen, die die Rebsorte spürbar prägen, strapazieren unsere Loyalität Winzern wie Rebsorte gegenüber allerdings immer wieder. Deshalb scheint die umstrittene Rebsorte ihre optimale Wirkung in Verschnitten mit Cabernet Sauvignon und Merlot am überzeugendsten zu verwirklichen. Ihre aromatische Komplexität und ihre angenehm kühlenden Eigenschaften kommen im elegant frischen Charakter einer gekonnt zusammengestellten Cuvée am besten zur Geltung.

 

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148,00 €
je Flasche à 0.75l / 197,33 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Frankreich - St. Emilion
rotCabernet Franc, Merlot
Langsam
12er Kiste
Art-Nr. FBO07001
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13,5 Vol %
Trinkbar ab: 2012
Optimale Reife: 2013-2025+
Restzucker: < 2 g/l
Ausbau: Neues Barrique
Boden: Nein
Besonderes: Naturnaher Anbau (Lutte raisonnee)
Dekantieren: Ja
Vergärung: Nein
Verschlussart: Naturkork

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