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Château La Fleur-Morange Grand Cru
La Fleur Morange 2010 ist ein Wunder der Natur. Winzige 20 hl/ ha brachte der alte Weinberg an Ertrag. Grüne Lese oder Ausdünnen muß Jean-François Julien nicht praktizieren, weil sich die alten, extrem tief wurzelnden Reben längst in ihrer Wachstumsbalance befinden. Dieser Wein ist Antipode zur Realität St. Emilions. Obwohl hier Claude Gros, einer der angesehensten Önologen des Languedoc und Spezialist für alte Reben, als Önologe tätig ist (übrigens auch für Clos Louie!), ist dies keiner der üblichen Garagenweine, sondern einer der wenigen hundertprozentigen Terroirweine St. Emilions, am besten vielleicht noch vergleichbar mit Château Têrtre Rôteboeuf. Konische Gärständer und Vergärung inklusive Malolaktik im Barrique dienen hier nicht modischem Holzgeschmack und -geruch, den will Jean-François Julien um jeden Preis vermeiden, sondern subtilem Tanninmanagement.
Seine alten Reben lieferten in 2010 satte Ladung feinkörniger, dicht verwobener Gerbstoffe, die gezähmt werden wollen. Das gelingt dem jungen Winzer vortrefflich. Sein Top-Wein besitzt extrem dunkle, konzentrierte dichte Farbe und verströmt ein berauschend sinnliches Bukett von reifen Pflaumen, Lakritze, Tabak und reifen Schwarzkirschen; die alten Reben versorgen den Wein mit einer inneren Dichte, die sich manches große Gewächs St. Emilions nur zu gerne in die eigenen Flaschen holen würde, und die massive Tanninpräsenz schmilzt seidig fein und in schwer zu beschreibender Reinheit und Reintönigkeit im Mund ab.
La Fleur-Morange 2010 ist ein Wein von selten präziser Definition und referenzartigem St. Emilion-Charakter. Ein Naturwein magischer Ausstrahlung und großartiger Qualität, der sich zu einem der Klassiker des Jahrgangs entwickeln wird und ein Potential von 20 und mehr Jahren besitzen dürfte.
Lieferbar nicht vor Frühjahr 2013, Sonderformate auf Wunsch abfüllbar.
Château La Fleur-Morange
Dieses erst jetzt allmählich in Insiderkreisen bekannt werdende kleine Grand Cru aus St. Emilion verdanken wir Cornelis Van Leuven, dem önologischen Berater von Château Cheval Blanc. Er empfahl es uns, weil er schon in den achtziger Jahren ausführliche Studien über die Terroirs von St. Emilion absolvierte und dabei auf die außergewöhnlichen Böden dieses winzig kleinen Weingutes stieß.
Damals schenkte man Terroir-Theorien aber wenig Beachtung, denn man befand sich mitten im Boom der Winemaker und Önologen. Terroirs und Herkunft spielten in der Zeit keine Rolle in Bordeaux und auch heute noch konzentrieren sich nur wenige Kenner und Spinner der Szene auf derart verbliebene Besonderheiten in und um Bordeaux. Dort sind Önologen viel wichtiger als Herkunft, weil es um Punkte geht, die den Wein verkaufen, nicht um Böden oder alte Reben.
Für uns aber sind nur solche Weine und Winzer in Bordeaux von Interesse. Die Normalweine gibt´s schließlich überall. Deshalb machen wir uns auf die Suche nach Weingütern wie La Fleur Morange oder Clos Louie; nur wenn man oft vor Ort ist und große Ohren hat, kommt an solche Tips. Bis zum grandiosen Jahrgang 2005, ich wünschte wir hätten davon noch ein paar Flaschen, hatten wir Riesenerfolg. Dann hat es leider ein amerikanischer Importeur 'entdeckt' und Parker vorgestellt, der es prompt entsprechend bewertet hat, und seitdem ist es im normalen Negoce von Bordeaux zu finden, was wir sehr bedauern, weil es in den dort vermarkteten Heerscharen anonymer Langweiler-Bordeaux untergeht und sein besonderer Status nicht mehr gewürdigt wird.
Die Geschichte des Weines ist schnell erzählt: Jean-François Julien war Schreiner, bevor er seine Frau Veronique kennenlernte, durch die er den Einstieg in die Weinwelt fand. Sie hatte das knapp 3 ha kleine Weingut La Fleur-Morange von ihren Eltern geerbt. Jean-François Julien, Ende 30, erkannte das Wahnsinnspotential, das in den über 120 Jahre alten Rebstöcken steckte sofort und tat alles, um den Weinberg zu regenerieren. Dann kam 1999 der erste eigene Wein auf Flasche und sorgte aus dem Stand für Furore, vorerst allerdings nur bei den Negociants und Winzern der Region. Wir kamen dem Wein 2001 auf die Spur und bieten ihn seitdem an. Jetzt ist er im normalen Handel von Bordeaux zu finden und wir kaufen ihn nur noch, wenn er die Stärke seiner alten Reben wirklich ausspielen kann, wie nach 2005 jetzt wieder in 2010, wo er zu den absolut herausragenden Weinen Saint Emilions gehört. Wir empfehlen dieses Konzentrat alter Reben dringend den Liebhabern authentischer, großer echter Saint Emilions.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Frankreich - St. Emilion |
![]() | Cuvée rot |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. FBO10151 | |
| Inhalt 0.75l |












