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2010

Château Fonroque Grand Cru Classé

2010 fielen die Bewertungen der einschlägigen Weinschreiberlinge von Château Fonroque nicht nur heterogen aus, sie fielen auch unserer Meinung nach viel zu niedrig aus. Interessanterweise loben ihn alle Verkoster in Worten und sie notieren den Paradigmenwechsel hin zu mehr Frische in weniger Körperfülle, aber mehr Finesse in vor allem faszinierender aromatischer Reinheit, untermauert von bemerkenswert ‚anderer’ Mineralität; doch der Wein scheint die Verkoster zu verunsichern, denn sie trauen sich nicht, den sehr wohl attestierten Paradigmenwechsel in Bewertungen zu untermauern. Mit Punktebewertungen ist ein solcher Geschmacks- und Stilwechsel freilich auch nicht zu beschreiben, bleiben sie doch nur linear und sind eine eher einfache Botschaft für uniforme, punktekonforme Stilistik. Wir stellen fest, daß Fonroques Jahrgang 2010 souverän der beste Wein ist, den das Château je produzierte, der Biodynamik sei Dank!

In ihm stellen sich Saint Emilion und sein berühmtes Terroir auf ganz neue, andere Weise dar, nämlich pur und reintönig, mineralisch komplex, frisch, ja fast schon erfrischend im Trunk, und fein verwoben in der Gerbstofftextur, seidig und kühl, raffiniert und dicht zugleich.

Der Wein wirkt weicher und feiner als erwartet im Mund, zumal im Kontext der meisten anderen Weine des Jahrgangs. Seine Farbe ist tiefdunkel und im Bukett offenbart er schon als Faßprobe spannende Gesteinsnoten, untermischt mit schwarzen Kirschen und deutlichen Cassis-Anklängen. Der Wein wirkt rund und wohltuend dicht verwoben, engmaschig könnte man ihn nennen in seiner Wirkung im Mund, wo er wunderschöne, reintönige Eleganz von bemerkenswert frischem Eindruck im Mund freisetzt. Durchaus körperreich und voll, setzt er sich von vielen anderen Weinen ab durch süß wirkende Gerbstoffe und fast beschwingte, zugänglich wirkende Gerbstoffstruktur im Mund; er macht Druck am Gaumen und wirkt bestechend mineralisch mit seinen kühlen Gesteinsnoten; eindrucksvoll, wie nachhaltig stilistisch sich Fonroque von so vielen anderen Saint Emilions unterscheidet in seiner kühlen, frischen Art, seiner Fokussierung auf Eleganz und Frische, auf dunkelwürzige Reintönigkeit, die fast schwebend wirkt, kühl, seidig, fast ‚leicht’ und damit so gar nicht heiß und schwer wie so viele andere Weine. Dürfte schon jung enormes Vergnügen bieten, zugleich aber lange reifen können.

In Reservierung. Auslieferung: Nicht vor Frühjahr 2013!

Château Fonroque

Château Fonroque hat sich in den letzten Jahren exzellenten Ruf erworben, weil es als eines der ersten biodynamisch bewirtschafteten Châteaus der Rive droit trotz seiner Größe von 17 Hektar bewies, daß natürliche Weinbergspflege auch im feuchtwarmen Klima Bordeaux erfolgreich betrieben werden kann. Seine Weine taten sich zu Beginn der Umstellung schwer und wurden lange nicht ernst genommen. Doch mit dem Jahrgang 2009 griff die Biodynamik und seitdem strahlt der Grand Vin von Fonroque auf ganz eigene Weise und wir haben das Château fest ins Programm genommen.

Besitzer Alain Moueix, entfernter Verwandter der wohl berühmtesten Weinhändler-Familie des Libournais, übernahm das 1931 von Alains Großeltern gegründete Château in der Nähe von Saint Emilion und stellte es zunächst auf biologische Bewirtschaftung, später konsequent auch auf Biodynamik um. Heute gehört er zusammen mit Thierry Valettes ‚Clos Puy Arnaud’ zu den Aushängeschildern des elitären Biodynamik-Verbandes Biodyvin® in Bordeaux. Er löste damit eine echte Biodynamikbewegung auf dem Plateau von Saint Emilion aus, denn es folgten ihm die Nachbar-Châteaux ‚Cote de Baleau’ von Sophie Fourcaude, Château ‚Vieux Pourret’ von Sylvie Richert-Boutet, sowie das in der Umstellung befindliche ‚Clos Fourtet’ und auch das aufstrebende ‚Trois Origines’ von Stephane Derenoncourt.

All diese Weine signalisieren mit der Umstellung einen ähnlichen geschmacklichen und strukturellen Paradigmenwechsel und man darf gespannt sein, wie überzeugend sie ihren Wandel in Zukunft kommunizieren und auf Flasche beweisen. Das an seriösen Bioweinen eher arme Bordelais erhält auf diese Weise neue, nachhaltig wirkende Akzente geschmacklich überzeugender Qualität, die den konventionellen Winzern des Bordelais beweisen, daß ihr Verständnis von Tradition etwas anderes ist, als die Tradition der Agrarchemie der sechziger und siebziger Jahre. Das Bordelais ist im konventionellen Weinbau erschreckend rückständig, wie ein Blick in die Weinberge unschwer beweist. Wir unterstützen deshalb den Trend zur Nachhaltigkeit, wie ihn Fonroque wagt, mit aller Kraft.

Château Fonroque steht auf kalkigen Ton- und Lehmböden und ist mit 87 % Merlot und 13 % Cabernet Franc bepflanzt. Gelesen wird von Hand, die Trauben werden sorgfältig aussortiert und anschließend in Betontanks mazeriert. Dabei wird auf schonende Extraktion großer Wert gelegt; Alain Moueix sucht nicht die maximale Konzentration, sondern strebt die Harmonie von Kraft und Finesse an; deshalb mazeriert er so schonend wie möglich, anschließend findet der biologische Säureabbau in zu 40 neuen Barriques statt und dann bekommt der Wein die Zeit im Keller, die er braucht, um sich zu harmonisieren; im Schnitt 16 bis 18 Monate in neuen und gebrauchten Barriques. Wenn nötig, werden die Faßpartien mit Bio-Eiweiß geschönt und anschließend ohne Filtration auf Flasche gefüllt. Der Betrieb ist seit 2001 von Ecocert® und seit 2008 von Biodyvin® zertifiziert.

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Die Rebe

Cuvée rot

Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.

In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.

Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.

Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.

Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.

Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.

Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?

 

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Frankreich - St. Emilion
rotCuvée rot
Langsam
12er Kiste
Art-Nr. FBO10200
Inhalt 0.75l
Alkohol: 14 Vol %
Trinkbar ab: 2014
Optimale Reife: - 2025+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Biodynamisch
Ausbau: Neues Barrique
Boden: Kalkmergel
Besonderes: Biodyvin®
Dekantieren: Nein
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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