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Château de Fargues 1er Cru Classé Sauternes
Komplexität und fast schon viskose Konzentration beschreiben einen großen Château de Fargues-Jahrgang am treffendsten. Nur wenige andere Süßweine der Welt bieten ähnlich strukturelle und aromatische Komplexität, wie dieser große traditionelle Sauternes.
2005 ist ein richtig großer konzentrierter Botrytis-Jahrgang. Wuchtige Dichte steht über dem Glas, Ananasaromen, unterlegt mit feinen Honig - und Karamelnoten, Gewürze, Kräuter, farblich assoziiert man gelb und braun, extrem komplex bewegt sich der Wein in der Textur über die Zunge, kraftvoll im Körper, spektakulär dicht in der Viskosität , physisch erlebbares Mundgefühl. Ein Wunder der Natur, respektvoll und sensibel in ein entsprechendes Wunder an Wein umgesetzt, das über Jahrzehnte großes Süßweinvergnügen garantiert.
2005 ist von historischer Qualität, besitzt eindrucksvolle Dimensionierung, macht Anspruch und Niveau spür- und erlebbar, nachvollziehbar. Kenner bescheinigen diesem Jahrgang von de Fargues das Prädikat Süßwein des Jahrgangs, noch vor Château d´Yquem. Wir haben gut disponiert, weil wir der gleichen Meinung sind, und bitten nur noch um Geduld, denn die Zeit wird´s weisen.
Château de Fargues
Château de Fargues ist eine der großen Weinlegenden des Bordelais, einer der großen Süßweine des Sauternais im Hinterland von Bordeaux, einer der größten Botrytisweine der Welt.
Das Anwesen gehört Familie Lur Saluces, den ehemaligen Besitzern des wohl legendärsten Süßweines der Welt, Château d´Yquem, die ihr Château de Fargues mit fast schon unglaublicher Akribie zu einem vorbildlichen Landwirtschaftsbetrieb ausgebaut haben. 170 Hektar gehören zu dem weitläufigen Gut. Kaum bekannt ist, daß Familie Lur Saluces hier im großen Stil nachhaltige Holzwirtschaft und Getreideanbau betreibt, aber auch alte Rinderrassen in der Zucht hat, die unter den Köchen und Metzgern der Region reißenden Absatz finden. Den anfallenden Dung benutzt man für die knapp 15 Hektar Weinberge, die mittels Homöopathie und natürlicher organischer Düngung bewirtschaftet werden. Schon vor Jahren hat Familie Lur Saluces alle synthetischen Mittel aus den Weinbergen verdammt und arbeitet mit großem Aufwand ausschließlich mechanisch für maximale Traubenqualität. Im Prinzip kommen biodynamische Prinzipien in mustergültig nachhaltiger Bewirtschaftung zum Einsatz; schade, daß sich Familie Lur Saluces bislang nicht mit der biologischen Zertifizierung beschäftigt. Sie würde damit ein visionäres Zeichen setzen für das Bordelais. Ein rarer Musterbetrieb, dessen Weine nicht umsonst zu den besten der Appellation gehören.
Der Wein von Château de Fargues ist stilistisch ein großer traditioneller Sauternes. 80 % Semillon und 20 % Sauvignon Blanc bestimmen in der Regel die Cuvée; statt 25 hl/ha, die in Sauternes erlaubt sind, erntet man hier nur 8 hl/ha, also rund 1000 Flaschen pro Hektar. Nur Most, der mindestens 350 bis 400 Gramm Zucker pro Liter enthält, wird überhaupt zum Grand Vin verarbeitet, ansonsten stoppt man die Ernte und wartet ab. Es ist die unglaubliche Sorgfalt im Detail und die visionäre Sicht der Nachhaltigkeit im Ganzen, die diesen ungewöhnlichen Betrieb und seine noch ungewöhnlicheren Weine zum persönlichen Anliegen machen.
Ein großer de Fargues-Sauternes offeriert ein spektakuläres Botrytisbukett, in dem man frischen Safran entdeckt, reife Feigen, Kardamom und Gewürznelken; den Mund- und Rachenraum tapeziert in schwer zu beschreibender Komplexität ein aromatisch breites und strukturell einzigartiges Mundgefühl aus, das sich ins Gedächtnis brennt. Einen de Fargues vergißt man nicht. Großes, rares, traditionelles Süßweinerlebnis.
Die Rebe
Sauvignon blanc
Sauvignon Blanc ist nach dem Chardonnay die zweitmeist angebaute weiße Rebsorte der Weinwelt. Sie geht auf eine Zufallskreuzung von Traminer mit Chenin Blanc zurück und gilt als charaktervolle und edle weiße Rebsorte. Tatsächlich kann sie aber auch ärgerlich simpel, aufdringlich und ordinär riechen und schmecken. Heute wird sie häufig mittels spezieller Aromaenzyme vergoren, die aus der Beerenschale ein so simples wie lautes Aroma extrahieren, das unerfahrene Weintrinker begeistert, Kenner der Rebsorte aber eher langweilt. Industriellen Exemplaren aus Übersee wird immer wieder gezielt Methoxypyrazin zugesetzt, ein in Europa verbotener Aromastoff, der in Sauvignon Blanc aber natürlich vorkommt und dessen leicht erkennbares Aromaprofil prägt, ihn weist man hierzulande immer wieder nach.
Pyrazin ist der Oberbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen, die sich als natürlich vorhandene Aromastoffe vom Pyrazin ableiten. Sie sorgen in vielen Gemüsesorten für vegetale Aromen, entstehen aber auch beim Erhitzen von Lebensmitteln und sorgen dann für die charakteristischen Röstaromen. In Sauvignon Blanc duften Pyrazine mehr oder weniger intensiv, je nach Weinbereitung und Herkunft, nach frisch aufgeschnittener grüner Paprika, grasig und kräuterwürzig, mit einem Hauch Moschus und grünen Früchten wie Stachelbeeren in einem Bukett, das auch an ungeputztes Katzenklo, Litschis und Brennesseln erinnern kann. Oft findet man vor allem in einfacheren Sauvignon Blanc-Qualitäten aus den Randappellationen der Loire einen Geruch, der an Chinaböller oder frisch gezündete Streichhölzer erinnert. Dieser dürfte eher auf zu starker Schwefelung beruhen, als auf dem immer wieder beschworenen 'Gout de Terroir', den die Winzer den Feuersteinen im Weinberg zuschreiben.
Sauvignon Blanc ist wuchskräftig. Je schwerer die Böden, desto höher die Erträge. Dann erreicht die Rebsorte kaum die gewünschte Reife und ihr Wein fällt krautig, mager und aufdringlich grün und scharf aus. Je magerer aber die Böden, desto niedriger die Erträge, desto reifer die Trauben. Dann kann die Rebsorte auch aromatisch zu Hochform auflaufen und trockene, kristallin reine, aromatisch hochkomplexe, animierend erfrischende Weine hervorbringen, wie sie einmalig sind in der Welt des Weißweines.
Sauvignon Blanc zeigte früher starke Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, weshalb die Erträge oft unwirtschaftlich ungleichmäßig waren. Heute baut man speziell selektionierte Varietäten an (Klon 297 und 316 sind die am weitesten verbreiteten), die regelmäßigeren Ertrag garantieren, weshalb sich die Rebfläche der populären Rebsorte deutlich vergrößert hat. Sauvignon Blanc steht heute auf Rang 4 der Rebsortenliste Frankreichs.
Oft werden einfache Sauvignon Blancs verschnitten mit Chenin Blanc wie z. B. in der Tourraine; aber auch mit Semillon oder der ebenfalls aromatischen Muscadelle zeigt sie in vielen weißen Bordeaux attraktiven Charakter und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit. An der Loire, wo sie ihren Ursprung haben soll, erlebt die Rebsorte reinsortig ihre unverfälschte Inkarnation. Ob auf den kalkhaltigen Böden von Sancerre, den feuersteinhaltigen Böden von Pouilly-sur Loire, wo sie eine rauchige Note erfährt, die ihrem Wein den Namen Pouilly Fumé einbrachte, oder in deren östlichen Nachbargemeinden Quincy und Reuilly, immer beweist Sauvignon Blanc hier wie nirgendwo sonst auf der Welt die perfekte Abstimmung von Rebe und Herkunft, französisch 'Terroir'. Ähnlich analytisch, ähnlich präzise, rein und elegant, ähnlich vornehm, fein und druckvoll gerät sie nirgendwo sonst. Famoses Niveau kann die Rebsorte noch in Österreich und, deutlich seltener, in Deutschland erreichen, vorausgesetzt, sie wurde nicht zu laut, zu schnell und zu aufdringlich vinifiziert durch schnellen Ausbau mit Reinzuchtaromahefen, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau, wie er von den meisten Winzern noch immer praktiziert wird. Inzwischen gibt es in der Steiermark oder z. B. der Pfalz langsam agierende Spitzenwinzer, deren Sauvignon Blancs es an Originalität und Präzision, bei ganz anders geartetem Rebsortencharakter als an der Loire, mit deren großen Weinen aufnehmen können. Ansonsten aber besitzt Sauvignon Blanc, wo immer er auch angebaut wird, ob in Neuseeland oder Kalifornien, in Südafrika oder Australien, zwar stets angenehm aromatische, nie aber jene noble Intensität und unverfälschte Komplexität wie an der Loire oder seltener in Bordeaux, der bekannteste reinsortige Sauvignon Blanc dürfte dort 'Pavillon Blanc' von Chateau Margaux sein, wo er sich zu rarer Harmonie und vornehmer Expressivität aufschwingen kann.
Sauvignon Blanc trinkt man am besten jung. Gute Exemplare entwickeln sich über 2-4 Jahre. Länger eingelagert zu werden macht nur für Ausnahmeweine von Ausnahmewinzern Sinn.
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![]() | 12er Holzkiste |
| Art-Nr. FBO05022 | |
| Inhalt 0.75l |















