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Vieilles Vignes rouge Côtes du Roussillon Vill.
Statt 26.- € nur noch 19.99 €. Ein Resteverkauf, dem wir nachtrauern. Doch . . .
. . . Gaubys und unsere Wege haben sich getrennt. Einst waren wir enge Freunde und betrieben sogar ein gemeinsames Weingut. Dann trennten sich unsere Wege weil die Vorstellungen der gemeinsamen Arbeit zusehends divergierten. Schade, denn die Weine unseres gemeinsamen Projektes Clos de l´Orri gelangen äußerst vielversprechend. Gérard Gauby scheint sich aber irgendwie 'bedroht' gefühlt zu haben von unseren 10 Hektar uralter Reben. Jedenfalls sind die Trauben besagter uralter Reben seit dem Jahrgang 2004 wesentlicher Bestandteil seines legendären Muntada, den er ursprünglich aus junger Syrah gekeltert und konzipiert hatte. Der Wandel dieses Weines war offenkundig und wir standen ohne Wein da. Kooperation sieht anders aus. Vertrauen haben wir keines mehr.
Deshalb verkaufen wir hier und jetzt die letzten Kartons dieses wahrlich großen Gauby-Jahrgangs 2006 zum Never-come-back-Preis. Das Schnäppchen dieser Resteaktion, keine Frage! Ein großer Gauby aus uralter Grenache und Carignan, erst jetzt wirklich trinkreif, seidig wie gewohnt, kühl und frisch im Trunk. Mit diesem Wein und diesem Jahrgang entdeckte Parker 2008 das Weingut von Gérard und Ghislaine Gauby und bewertete deren Weine aus dem Stand ungewöhnlich hoch. So hoch, daß sich amerikanische Weinfreunde für die ungewöhnlichen Rotweine dieses 30-Hektar-Betriebes am Fuße des Mont Canigou im Roussillon so sehr interessierten, daß Gaubys zum ersten Mal in ihrer jungen Geschichte blitzschnell ausverkauft waren.
Seitdem hat sich der Stil des Hauses wieder gewandelt. Die Weine werden wieder gefälliger, runder, weicher und zugänglicher. Doch 2006 stellt sich heute als gewohnt großer Gauby-Klassiker dar, der erst allmählich Trittt faßt und zu gefallen versteht. Unbedingt 3-4 h vor Genuß dekantieren. Lager- und entwicklungsfähig noch viele Jahre. Geschmacklich einem jungen, geschmeidigen Bordeaux ähnelnd, dem begeisternde Frischeadern neues Leben verliehen haben. So muß man sich diesen Rotwein für kommende Jahre des Genusses vorstellen.
Schade, daß ein so positiv begonnenes Kapitel so traurig endet. Wir bedauern diese Entwicklung und empfehlen Ihnen diesen Wein als einen ganz besonderen von Herzen.
Domaine Gauby
Ghislaine und Gérard Gauby aus Calce im Roussillon verfolgen ihre sehr persönliche Vision von Weinqualität konsequent und unbeirrt. Binnen weniger Jahre verändern sie die Stilistik ihrer Weine so grundlegend, daß sie damit angestammte Kunden nachhaltig vergraulen. Kaum haben die sich an die eindrucksvoll mächtigen, holzbeladenen Weine der Periode ab 1995 gewöhnt, kommen 1999 schlanke rassige, fast filigrane Weine ins Glas. 2001 ändert sich der Stil erneut. Die Weine sind nun trotz mächtiger Konzentration extrem fein und frisch in den Gerbstoffen, hoch in der Säure, dominiert von packender Mineralität und auf sehr spezifische Weise frisch, pikant, ja fast schlank wirkend. Gérard Gauby, äußerlich als ehemaliger Rugby-Profi ein Schrank von Mann, innerlich ein ganz stiller, zurückgezogen lebender Mensch, dessen Leidenschaft der Natur, seinen Reben und Weinbergen gehört, macht sich visionär wie wenige auf die Suche nach Frische, Finesse und maximalem Terroireinfluß in seinen Weinen. Dazu stellt er 1995 auf Bioanbau um und beschließt 1999 die Umstellung auf Biodynamik, die er, typisch Gauby, kompromißlos praktiziert. Pferde und Maultiere werden angeschafft und statt Kupfer spritzt er mit Kanne-Brottrunk, die Tees und Präparate stellt Familie Gauby soweit möglich selbst her und auch Sohn Lionel ist nun mit großem Engagement jeden Tag in den Weinbergen unterwegs. Doch mit der Umstellung sinken die Erträge ihrer knapp 30 ha Weinberge auf unter 15 hl/ha, der Arbeitsaufwand in den Weinbergen ist immens, die Renditen mager. Zeitgleich entschleunigt Gérard Gauby den Ausbau seiner Weine entscheidend. Sie kommen jetzt erst zwei Jahre nach der Lese auf den Markt. Damit treffen sie den Nerv der Zeit, finden Eingang auf die Karten der Spitzengastronomie und haben plötzlich weltweit Erfolg. 2003 beziehen Gaubys ihre neue kleine Kellerei mitten in „Muntada“. Direkt neben ihrer legendären Spitzenlage entsteht der erste Jahrgang im eigenen Gebäude. Heute sind die Schmerzen der Umstellungsphase bewältigt. Heute gehört die Domaine Gauby zu den international renommierten Exponenten der biodynamischen Bewegung im Weinbau. Ihre Weine wagen Profil und klare Aussage, präsentieren sich in visionärer Frische und Finesse, die nicht jedermanns Geschmack sind. Geradezu geschockt kommt man aus dem Keller und ringt nach Worten für das, was man da soeben probiert hat. Gérard Gaubys Meisterstücke, weiß wie rot, provozieren Widerspruch, weil sie sich konzeptionell und stilistisch Trends und Moden widersetzen und weit vor dem Markt agieren; ihre eigenwillige Kombination aus mächtiger Extraktion und Konzentration, visionärer Frische, sinnlicher Finesse und einer Trinkbarkeit, die völlig neues Weinerleben praktiziert, verbinden sie mit spektakulärer Haltbarkeit und Entwicklungsfähigkeit. Erst sechs bis acht Jahre nach der Füllung beginnen Gauby-Cuvées zum Leben zu erwachen. Dann sind es in jeder Hinsicht singuläre Ausnahmeweine eines Ausnahmewinzers, die es in der Weinwelt so nur selten gibt. Langsame Weine in rarer Perfektion. Zertifizierter Bioanbau bei Ecocert.
Die Rebe
Grenache
Grenache, nach Airen die zweitmeistangebaute Rebsorte der Welt, steht als Garnacha Tinta in Spanien auf über 100.000 ha, sie ist dort die meistangebaute Rotweintraubensorte. In Frankreich bedeckt sie mit über 90.000 ha immerhin noch den Großteil des nationalen Rebterrains, und auf Sardinien meinen die Sarden, mit ihrer Cannonau den historischen Ursprung der Rebsorte für sich gepachtet zu haben.
Grenache ist trotz ihrer Verbreitung weniger bekannt, weil sie meist in Verschnitten landet. Sie wird nur selten reinsortig auf Etiketten ausgewiesen. Die Rebsorte ist prädestiniert für den Anbau in trockenen, warmen und windigen Regionen. Sie entwickelt ungewöhnlich starkes Holzwachstum und zeichnet sich durch aufrechten kraftvollen Wuchs aus, was sie besonders für windige Gegenden eignet. Sie widersteht sogar dem hart blasenden Mistral des Rhônetales, wo sie in der traditionellen Gobelet-Erziehung auch extreme Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hitze beweist. Sie treibt früh aus und erreicht bemerkenswert hohe Zucker- und Extraktwerte. Ihre Beerenschale ist dünn, sie entwickelt keine intensive Farbe und neigt in der Verarbeitung schnell zu Oxidation. Deshalb wird sie so oft mit dickschaligen (antioxidativ wirkenden, reduktiven) Rebsorten wie Syrah oder Mouvèdre verschnitten.
Im Mund entwickelt reinsortige Grenache ein charakteristisch süßes, cremig samtiges Mundgefühl mit deutlichen Anklängen an weißen Pfeffer, schwarze Oliven, Rosmarin und Rumtopf. Am besten gelingt die Rebsorte entlang der südlichen Rhône, wo sie in der Regel verschnitten wird, doch beweist sie hier auch überzeugender als anderswo, wozu sie bei niedrigen Erträgen und konsequentem Qualitätsanbau auch reinsortig fähig ist. Dort wird sie, wie nirgendwo sonst, penibelst gepflegt, denn sie bringt gutes Geld. Auf kargen Kieselböden und harten Windverhältnissen wird sie vor allem in und um Châteauneuf du Pape knapp angeschnitten und anschließend zu ausgereizter Reife gebracht. So entstehen dort gewaltig konzentrierte Rotweine außergewöhnlichen Reifepotentials, die sich grandios über Jahrzehnte entwickeln. Die Renaissance dieser Weine in den achtziger Jahren hat zu einer neuen Beschäftigung mit der Südrhône, vor allem aber mit der Rebsorte Grenache geführt, so daß man von ihr in Zukunft mehr hören und probieren wird, obwohl sie durch ihr starkes Holzwachstum nicht geeignet ist für die maschinelle Bearbeitung.
![]() | Frankreich - Roussillon |
![]() | Mourvèdre, Syrah, Grenache |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FRO06003 | |
| Inhalt 0.75l |


















