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Soula Blanc VdPays Fenouillèdes
Ein Weißwein aus dem Jahr 2004, und das auch noch aus Südfrankreich? Der ist doch längst hinüber! Das ist doch ein lausiger Restposten . . . diese und noch ganz andere Reaktionen sind wir längst gewohnt.
Le Blanc de Soula 2004 ist gerade erst der Pubertät entwachsen. Er kommt jetzt allmählich in Hochform. Erst jetzt offenbart dieser alles andere als ‚normale’ Weißwein Komplexität, Dichte und faszinierende Mineralität, die ihm eine Ausstrahlung verleihen, die tatsächlich alles andere als ‚normal’ ist. Doch was ist im modernen Weißwein schon normal? Gähnende Langeweile, Uniformität, simple Gletscherbonbonaromen und Pseudotrockenheit mit Zuckerschwänzchen . . .
Mit all dem kann dieser mutig muntere Weißwein nicht aufwarten. Dafür entlädt Le Blanc de Soula 2004 innere Spannung, die man eher im Rotwein vermutet als in Weißwein. Dichte Substanz läßt er die Zunge spüren. Seine Aromen von Steinobst und reifen Apfel- und Birnenschalen prägen ein reif wirkendes Profil, das auf der Zunge unerwartet frisch und rassig agiert. Salzig pikante Mineralität, eingebettet in frische Säure, die als solche kaum schmeckbar ist. Die physische Substanz des Weines puffert die Säure (pH 3.1) mit seidiger Fülle und rassiger Dichte in fast schon irrer Komplexität, die kaum zu beschreiben ist, weil man sie so nicht kennt. Vouvray trifft auf Puligny-Montrachet. Weißwein mit rarem Ausnahmecharakter. Nein, der Wein ist wirklich nicht kaputt, er gehört so . . .
35% Grenache Blanc und Gris, 35% Sauvignon Blanc und die restlichen 30% teilen sich Marsanne, Roussanne, Macabeu und Chenin Blanc. Die Substanz stammt aus lächerlichen Erträgen von 15 hl/ha auf kühlen Granitböden und aus biodynamischem Anbau; die ganzen Trauben werden schonend gepreßt, der Most spontan vergoren, er reift dann über 15 Monate in 500 Literfässern. Ohne Zusätze, ohne Manipulation, ohne Önotechnik. Viel Wein mit provozierend selbstbewußtem Charakter, der Widerspruch fordert. Der richtige Stoff für Neugierige und Erfahrene, die Spaß haben an Individualität im Wein!
Domaine le Soula
Die Domaine le Soula liegt auf 350 bis 500 m Höhe im Fenouillèdes, in den Bergen des Roussillon, am Fuße der Pyrenäen, und bewirtschaftet 20 ha Rebfläche, die im wesentlichen 2 Weine hervorbringen, die in jeder Hinsicht außergewöhnlich sind, weil sie einem Terroir huldigen, das im französischen Süden selten anzutreffen ist: Granit. Durch die Höhenlage reifen die Trauben auf Le Soula spät aus und die kargen Granitböden sorgen für rare Frische und Komplexität mit zupackender Präzision im Mundgefühl.
Le Soula ist das Projekt der englischen Weinhändler Roy Richards und Mark Walford, die von Gérard Gauby beraten werden, mit Gerald Standley aber einen versierten und erfahrenen Kellermeister beschäftigen, der die Domaine leitet. Nach dem Zusammenbruch der Cave Cooperative de Poche du St. Martin de Fenouillet half Gérard Gauby die Reben zu regenerieren und die Weinberge auf Biodynamik umzustellen. Im Jahrgang 2001 konnte die erste Ernte der neuen Domaine le Soula eingebracht werden. Seitdem hat sich Le Soula erstklassigen Ruf erworben mit Weinen raffinierter Expressivität und charaktervoller Finesse und Frische.
Der Weißwein von Le Soula, die unbestrittene Stärke des Betriebes, wirkt in der Jugend oft oxidativ und schwierig verständlich, weil er extrem komplex daherkommt, tiefgründig ist und so ganz anders riecht und schmeckt, als man es von ihm erwartet. Schlank und rassig im Mundgefühl, präsent und von sagenhafter Konzentration, aber präzise mineralisch, unterlegt mit nerviger Frische, pikanter Säure und mundfüllender Spannung entfaltet er seine Wirkung mit Kraft und Druck auf der Zunge. Le Blanc de Soula wirkt eindrucksvoll anders als alles, was man aus dem französischen Süden kennt und braucht durchaus vier bis sechs Jahre, um seine Präzision und seine charaktervolle Stilistik zu entfalten. Es ist ein großer mutiger Charakterdarsteller, der fordert, aber auch belohnt.
Der Rotwein von Le Soula ist fein, elegant, nicht zu konzentriert und dabei ungemein frisch und kompakt im Trunk. Er reift über zehn und mehr Jahre und schmeckt so kompakt und dicht, wie er frisch und mundfüllend seidig wirkt. Jeder Jahrgang prägt ihn auf neue Art und Weise, doch wohnt ihm Jahr für Jahr ein Charme und eine Transparenz inne, die ihn zu einem faszinierend vornehmen Ausnahmewein im Roussillon machen, den man sich gerne aus dem Keller holt, weil man ihn gerne trinkt.
Domaine le Soula ist eine im Reigen der vielen neuen Domainen, die in den letzten Jahren im Roussillon das Licht der Welt erblickten, spannende und nachhaltige Bereicherung der Region, die dem bunten Terroir-Puzzle Frankreichs ein selbstbewußt eigenständiges Teil hinzufügt.
Die Rebe
Cuvée weiß
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
So bezeichnet man inDeutschland mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Weißweinen will man über den Verschnitt verschiedener Rebsorten die aromatische und strukturelle Komplexität, das Mundgefühl, eines Weines verbessern. Frische, säurebetonte Rebsorten kombiniert man deshalb z. B. mit besonders aromatischen, aber säurearmen Rebsorten, um so die Lagerfähigkeit, aber auch den Geschmackseindruck zu verbessern. So ist z. B. jeder Brut-Champagner eine Cuvée aus weißem Chardonnay (für Säure und Rasse) und rotem, aber weiß gekeltertem Pinot Meunier und Pinot Noir (für Frucht und Körper).
Insgesamt sind weiße Cuvées seltener als rote. Dennoch kann eine gekonnt zusammengestellte Weißwein-Cuvée besser riechen und schmecken als eine einzelne Rebsorte. Immer deklarieren wir das als Cuvée und nennen die enthaltenen Rebsorten.
![]() | Frankreich - Roussillon |
![]() | Cuvée weiß |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Kiste |
| Art-Nr. FRO04040 | |
| Inhalt 0.75l |















