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Clos de l`Orri rouge, VdP Catalanes
Domaine 'Clos de l`Orri'
Clos de l´Orri ist Vergangenheit. Unser eigenes Weingut hat sich nach drei Jahrgängen auf Flaschen nicht als rentabel erweisen. Unsere teilweise über 120 Jahre alten Reben brachten nur derart geringe Erträge, daß es trotz vielversprechender Qualität wirtschaftlich unsinnig erschien, die Folgejahrgänge auf Flasche zu füllen.
Unser Projekt ‚Reb-Methusalem’ begann 1999 im Roussillon. Damals kauften wir fünf Hektar einzelner verstreut liegender Parzellen auf ausgezeichneten Steillagen und Terrassen, die mit teilweise über 120 Jahre alten Rebstöcken bestockt waren. Zusammen mit Ghislaine und Gérard Gauby gründeten wir die Domaine ‚Clos de l´Orri’. Schon der erste Jahrgang 2000 bestätigte das enorme Potential unserer alten Reben. Wir begannen sofort mit der Umstellung auf Biodynamik und regenerierten aufwendig und sorgfältig buchstäblich jeden einzelnen Rebstock. Auf unserer kleinen Weißweinparzelle, nur knapp ein halber Hektar, standen die vermutlich ältesten Reben des Roussillon, die vor der Kataster-Erfassung von 1870 mit Macabeu-Reben bepflanzt worden waren. Ihr Saft rann derart aromatisch aus der Kelter, daß wir spontan beschlossen, ihn trotz winziger Menge getrennt zu vinifizieren und auszubauen. Unsere roten Reben, vorwiegend uralte Carignan und Grenache, brachten vom ersten Jahr an so eindrucksvoll dichten und kühl duftenden Saft, daß ‚Clos de l´Orri’ den jungen Reben der Domaine Gauby die Schau zu stehlen schien. 2002 gelang uns ein Riese von Wein, der allmählich seine dichte Pracht der alten Reben zu entfalten scheint, ein Wein von einmaliger Konstitution. Im Jahr 2003 sanken unsere Erträge auf unter 3 hl/ha, weshalb wir das Projekt aus Rentabilitätsgründen beendeten. Seitdem stellen wir unsere Trauben der Domaine Gauby zur Verfügung. In den Folgejahrgängen erwiesen sich unsere Trauben als so gut, daß Gérard Gauby die Zusammensetzung seiner legendären Rotwein-Cuvées änderte. So enthält sein ‚Muntada’ ab dem Jahrgang 2004 vollständig unsere uralten Carignan-Methusalems, sowie die ältesten Grenache-Reben der Domaine Gauby, statt den jungen Syrah-Reben der direkt neben dem Weingut liegenden Lage ‚Muntada’. Welcher Wandel, welch Kompliment an unsere alten Reben!
Wir bieten Ihnen hier die letzten Flaschen der drei Jahrgänge unser Domaine ‚Clos de l Orri’ mit großem Respekt vor dem biblischen Alter ihrer Rebstöcke als originäre Museumsweine an. Sie machen die Zeit im Wein eindrucksvoll schmeckbar. Alte Reben als sinnlich erfahrbare Vergangenheit einer Domaine, die leider auch der Vergangenheit angehört.
Die Rebe
Carignan
Über kaum eine andere rote Rebsorte herrscht bezüglich ihrer qualitativen Eigenschaften ähnliche Uneinigkeit, wie über Carignan, die in Italien als Carignano, in Spanien als Cariñena, Mazuelo, Sams oder Crujillon bekannt ist, und auch in Amerika als Carignane durchaus ein beachtliches Dasein fristet.
Carignan ist noch immer die meistangebaute Rebsorte Frankreichs. Sie ist empfindlich gegen echten und falschen Mehltau, anfällig für Fäulnis und sie leidet häufig unter Würmerbefall, womit die Verbreitung der Sorte der Agrochemie in den letzten vierzig Jahren große Gewinne bescherte. Noch immer wird sie unbeirrt auf falschen und ungeeigneten Lagen angebaut und dort zu viel zu hohen Erträgen genötigt, was zu jenen dünnen, sauren, simplen Landweinen führt, die das schlechte Image der Rebsorte untermauern.
Die systematische Vergärung per Kohlensäuremaischetechnik (Maceration carbonique) in den achtziger und neunziger Jahren maskierte den dünnen und sauren Charakter der Rebsorte bei hohen Erträgen etwas und lieferte fruchtige, attraktiv simple Rotweine, die schnell getrunken werden mußten. Erst Ende der neunziger Jahre besannen sich Spitzen-Winzer der positiven Eigenschaften der verkannten Sorte und begannen, uralte Rebstöcke auf besten Lagen zu regenieren, um daraus hochinteressante, eigenwillige Rotweine zu keltern, die alles andere als sauer, dünn oder langweilig waren. Sie entwickeln sich über lange Jahre auf der Flasche und entfachten ob ihres kühlen, an Graphit, würzige Beeren und edle Hölzer erinnernden Charakters neues Interesse an der uralten Rebsorte, die ein faszinierend breites Stil-, Geschmacks- und Geruchsspektrum entwickeln kann, das nicht immer jedermanns Sache ist. Doch unbestritten ist, daß Carignan zu den originellsten und charaktervollsten, dem Klimawandel übrigens optimal angepaßten, roten Rebsorten des mediterranen Lebensraums gehört.
Nicht umsonst erlebt Carignan derzeit eine echte Renaissance bei den besten Winzern des Südens, der wir in sorgfältig ausgewählten Exemplaren Tribut zollen.
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| Art-Nr. FRO02020 | |
| Inhalt 0.75l |

















