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'Momentum' rouge Vin de Pays
Rare 6610 Flaschen gibt es von Raimond de Villeneuves wildem 2007 Momentum, einer reichlich ekzentrisch auftretenden Cuvée aus Syrah, Grenache und Cinsault. Sie wurde bislang nur einmal produziert: 2007. Da wurden die drei Rebsorten zur gleichen Zeit reif und wurden deshalb auch gemeinsam gelesen und gekeltert. Ein Stoff wie sein Winzer: Unberechenbar, wild und völlig neben der Kappe.
Solch dichte und fast süße Substanz entsteht so nur in der Provence. Man ahnt sie in diesem Wein, die sommerlichen Abende, an denen die Zikaden die Geräuschkulisse markieren, an denen die Luft steht und die Hitze drückt und man am Grill vor sich hindämmert mit einem exaltiert expressiven Rotwein im Glas, der einem den Abstand zur Welt erleichtert. Eindrucksvoll steht er auch hierzulande im Glas, wirkt aber weniger wild als dick und fast süß vor Muskeln und Konzentration; ausladend kommt er ins Glas, ausladend gebährdet er sich auch im Mund, wo seine reife Süße in den trockenen Gerbstoffen fast betäubend wirkt; der Wein ist alles andere als süß, aber durch die gemeinsame Reife der drei Rebsorten wirkt er sehr viel dicker und süßer, als er es in Wahrheit ist. Also kann man (respektive ich) von ihm nur ein paar Gläser trinken statt die ganze Flasche, was der Gesundheit dient. Ich finde den Wein spannend und durchaus auch aufregend, aber sein süßer konzentrierter Schmelz verhindert, daß die Flasche all zu schnell verdunstet. Wie das allerdings in jenen kalten Winternächten aussieht, an denen die Wölfe ums Haus schleichen, das gilt es zu prüfen . . . .
Château de Roquefort
Raimond de Villeneuve hat sich mit seinem Château de Roquefort zielstrebig und konsequent wie wenige in der Provence über die letzten Jahre entwickelt. Seine Weine sind stilistischer, intensiver, expressiver und spannender denn je. Mehr Provence ist derzeit kaum auf Flasche zu bekommen. Mit Daniel Abrial engagierte Raimond den sensibelsten Önologen der Region; mit ihm ließ er sich auf das Abenteuer der Biodynamik ein. Die ist wohl für die entscheidenden Veränderungen im Weinberg und in den Weinen wesentlich verantwortlich, inzwischen ist der Schritt zum Biobetrieb vollzogen. Endlich hat neues Holz im Keller Einzug gehalten, daß, zusammen mit neuen hölzernen Gärbottichen, eine geradezu dramatische Qualitätssteigerung im Keller auslöste; vergoren wird spontan und auch sonst verwendet er einige ungewöhnliche Methoden der biodynamischen Kellertechnik. Die „Revue du vin de France“ jubelte jedenfalls: „Eines der besten Weingüter für roten Côtes de Provence. Raimond de Villeneuve ist endgültig zum qualitativen Außenseiter der Provence avanciert!“ Raimond, der in Oberbayern eine Lehre als Kunstschreiner absolvierte, spricht perfekt Deutsch (und Bayerisch). Vielfältig und extrem in Charakter und Individualität, gebärden sich seine Weine wie das Wetter in diesem Teil der Provence, das hart sein kann von extrem heiß, bis zu windig und bitterkalt. Raimonds Weine passen in kein bekanntes Geschmacksschema. Sie sind ehrlich, rustikal, direkt und radikal; sie besitzen authentische Ausstrahlung, sind zwiespältig, widersprüchlich, lecker und deftig, sparen nicht an Charakter und haben auch keine Angst vor Ecken und Kanten. Das macht sie spannend, erfreulich und anders. Nicht kompliziert, sondern deutlich, für unbeschwert fröhlichen Genuß mit Anspruch.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Frankreich - Provence |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. FPR07119 | |
| Inhalt 0.75l |
















