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Viognier 'La Rosine' Vin de Pays 
2010

Viognier 'La Rosine' Vin de Pays

Stéphane Ogier ist trotz seiner Jugend ein gewiefter Geschäftsmann. Es ist nahezu unmöglich, an der Nordrhône Weinberge zu kaufen. Die großen weltberühmten Handelshäuser haben ihre Finger überall im Spiel und so kommen gerade junge Winzer kaum zum Zug, weil zu verkaufende Weinberge gar nicht auf den Mark kommen oder Wahnsinnspreise gefordert werden. Doch Stéphane Ogier gelingt es immer wieder, beste Parzellen zu kaufen. So auch eine am Rand von Condrieu auf erstklassigen Granitböden, außerhalb der Appellation, von der dieser Wein stammt. Davon bereitet er seit 2009 diesen simplen Landwein. Der pure Hohn, denn sein Landwein sticht so manch schwachen, aber schweineteuren Condrieu mit links aus. Eine berühmte Lage schützt nicht vor Reinfällen, auch nicht in Frankreich.

Viognier ‚La Rosine’ überrascht, sein Niveau spricht Bände. Zu 2/3 im neuen Barrique vergoren, zu 1/3 im Edelstahltank, betört Ogiers ‚kleiner’ Viognier mit feinem Hauch Vanille im überschwänglich fruchtigen, nach frischem Exotenobst duftenden Bukett. Die Eleganz dieses Weines verblüfft und beweist Stéphane Ogiers profundes Können. Typisch Viognier verblüfft schon die gelbe Farbe im Glas. Im Duft reife Aprikose, weißer Pfirsich, Zitrone, reife Mango, Papaya, aber auch würziges Veilchen, Vanille und Honig. Im Mund explodiert Fülle und cremige Substanz. Aromatische Intensität, wie man sie nicht gewohnt ist, und trotz der säurearmen Fülle wirkt der Wein elegant, finessenreich, delikat, mundwässernd harmonisch und appetitlich im Hauch der omnipräsenten reifen Aprikose.

Es gibt nicht viel von diesem köstlichen Weißwein, doch empfehlen wir ihn als außergewöhnlich preiswerten Genuß allen Weinfreunden mit offenem Esprit.

 

Domaine Ogier

Michel Ogier bezeichnet sich als Traditionalist. Er hat an der von großen Handelshäusern dominierten Nordrhône mit seiner winzigen Domaine wichtige Akzente gesetzt mit feinen, kompromißlos produzierten Syrahs der Nobelklasse. Seit ein paar Jahren setzt Sohn Stephane, der an der Weinbauschule in Beaune studierte, neue Akzente im Hause Ogier. Wie zu erwarten hat sich der Stil der Weine geringfügig verändert, hin zu etwas mehr Konzentration bei gleichzeitig mehr Frische. Vergoren wird jetzt wieder spontan, der Ausbau erfolgt in neuem Holz. Ogiers füllen relativ früh auf Flasche um Frucht und Säure zu konservieren. Ihre Weine besitzen komplexes aromatisches Spiel, setzen auf Finesse und Transparenz; es sind keine Tanninmonster, keine modischen Weltweine, sondern seidig frische und dennoch muskulöse Syrahs mit reifer Süße im Bukett und satter Tiefe und Struktur. Côte Rotie von Ogier, das ist 100 % Syrah einer Expressivität, wie sie puristischer und feiner kaum sein kann. Er verströmt in der Jugend exotischen Flair, der ob seiner aromatischen Komplexität immer wieder den Widerspruch Unerfahrener auslöst: Rauch, Speck, blutiges Fleisch, Kräuter, Moschus und andere nicht unbedingt mit Wein assoziierte Düfte machen die berühmte Lage ungewohnt expressiv. Ogiers von der „Côte blonde“ stammender Côte Rotie, der auf steilen, schwer zu bearbeitenden Granitterrassen gedeiht, trifft deshalb immer wieder auf Unverständnis. Syrah ist eine grandiose Rebsorte, die an der Nordrhône ihren qualitativen Zenit erreicht. Aber sie braucht Zeit für Entwicklung. Bevor sie sich trinkreif präsentiert, kann sie neutral und stumpf im Bukett wirken, mit animalisch wirkendem Duftspektrum, das Unerfahrene verunsichert, zudem kurz, sauer und bitter auf der Zunge. Das ist normal, gehört zur Entwicklungsphase der Rebsorte und darf nicht verschrecken. Nach vier und mehr Jahren verändert sich das wilde Erscheinungsbild, der Duft wird süß, das animalisch Wilde verschwindet, schwarze Oliven, Rauch, Leder, Exotenhölzer und orientalische Gewürze dominieren zunehmend das Bukett. Im Stadium der Reife verblüfft Syrah von der Nordrhône mit einem Profil, das an reifen Pomerol oder großen Saint Emilion erinnert; kühle Finesse, begeisternde Expressivität, mineralische Frische mit dichtem Druck am Gaumen, so entwickelt sich eine große Syrah über zehn und mehr Jahre, abhängig von Lage und Jahrgang. Übrigens gehört der Weinbau an der Côte Rotie zu den ältesten Europas: Auf den steilen Terrassen hoch über der Rhône bauten schon die Römer Wein an.

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Die Rebe

Viognier

Viognier heißt eine der ungewöhnlichsten weißen Rebsorten der Welt, die trotz ihres recht partikulären Charakters fast schon mystisches Image genießt. Das liegt an ihrem wichtigsten und bekanntesten Vertreter, dem Condrieu von der Nordrhone, der zwar in Kennerkreisen bekannt ist, trotzdem aber nur schwer verkäuflich, weil er so selten wie teuer ist.

Noch1968 gab es in ganz Frankreich nur 14 ha Viognier. Niemand wollte sich mit der ertragsschwachen Rebsorte ernsthaft beschäftigen. Erst mit der steigenden Nachfrage nach Rhôneweinen in den frühen achtziger Jahren verzeichnete man in den Rebschulen wachsendes Interesse an der Rebsorte. Heute wird überall auf der Welt Viognier angebaut. Dabei pfropft man vorwiegend auf bestehende Unterlagen auf und der größte Teil an Viognier geht vermutlich in Cuvées mit Roussanne, Marsanne und anderen Rebsorten, um dort für Körper, Fülle und Exotik zu sorgen. Reinsortige Viogniers sind nach wie vor selten.

Hochwertige Viognier fordert vom Winzer Arbeit. Sie ist erstaunlich widerstandsfähig gegen Trockenheit, was für die steilen Terrassenanlagen hoch über der Nordrhone ideale Anpassung bedeutet, zugleich aber ist sie extrem anfällig für echten Mehltau, was für den Winzer meist deutliche Ertragseinbuße bedeutet. Viognier bringt einen erstaunlich hohen Alkohol von 13,5 -14,5 Vol. % auf die Waage, weiß dafür aber mit einem betörenden Duft nach reifen Aprikosen, Mangos, Pfirsich und anderen exotischen Obstsorten zu bezaubern. Von allen aromatischen Rebsorten bringt Viognier das komplexeste und tiefgründigste Bukett hervor. Sein höchst eigenwilliger Geschmack besitzt als wesentliches Merkmal eine Cremigkeit, die durch ungewöhnlich niedrige Säure, hohen Extrakt mit viel Alkohol und faszinierend mineralische Frucht nur annähernd beschrieben ist.

Leider gibt es nicht viele gute Viogniers. Die meisten leiden plump unter hohem Alkohol und stumpfer Frucht, andere sind einfach nur läppisch und dünn durch viel zu hohe Erträge.  Viognier gibt einen der wenigen Weißweine, den man unbedingt jung trinken sollte, wenn sein Duft noch jugendlich präsent und sein schwaches Säuregerüst noch nicht verblichen ist. Erstaunliche Ergebnisse erzielen Kaliforniens Spitzenwinzer mit der Rebsorte. Sie gelingt dort zuverlässiger und haltbarer als in Frankreich und kann vor allem in kühleren Klimata durchaus dem Condrieu vergleichbare Expressivität und Exotik erreichen. Deshalb engagieren wir uns dort.

 

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19,50 €
Vorübergehend nicht verfügbar.
je Flasche à 0.75l / 26,00 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Frankreich - Nordrhône
weissViognier
Langsam
12er Karton
Art-Nr. FRH09003
Inhalt 0.75l
Alkohol: 12,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2014+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Barrique
Boden: Granit
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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