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Cornas 'Renaissance' 
2007

Cornas 'Renaissance'

Seit 1990 führen wir die Weine von Auguste Clape. Jetzt hat Parkers Wineadvocate den Betrieb entdeckt und den dicken, fetten Jahrgang 2009 mit Wahnsinnspunkten überhäuft. Plötzlich sind unsere ganzen Kollegen, die von Nordrhône-Weine bisher nichts verstanden, aufgewacht und bieten den Wein euphorisch hochgejubelt wie gewohnt an. Der gute Clape wußte gar nicht, wie ihm geschieht. Wir ziehen uns in Anbetracht dieser Entwicklung zurück, denn mit dem infantilen Punktetheater wollen wir nichts zu tun haben. Also gibt es nach über 20 Jahren Auguste Clape nun die letzten Flaschen dieses Weines zum österlichen Sonderpreis zu haben, statt 38.- €.

2007 ist ein normaler Jahrgang an der Nordrhône. Also fällt dieser Wein geschmeidiger als üblich aus, feiner, eleganter, weniger spektakulär, dafür aber rassig burgundisch und unheimlich delikat im Charakter. Eigentlich sind das die Jahrgänge, die der Nordrhône-syrah am beste stehen. 2006 und 2009 sind dagegen eher untypisch, nämlich dick, fett, süß, reif und breit. 2007 kommt angenehm duftig, saftig und frisch daher, sehr präzise aromatisch und vor allem kühl und frisch im Trunk. Keine Frage der Qualität also, sondern eher der Stilistik, die man persönlich bevorzugt. Ein leiserer, eher kammermusikalischer Jahrgang also, der noch Potential für Jahre in sich trägt. Eile ist hier nicht geboten!

Neben seinem traditionellen Cornas erzeugt Pierre-Marie Clape aus den jüngeren Reben einen „kleineren“ Cornas, sozusagen eine charmante, früher trinkreife Version, die als "Renaissance" auf den Markt kommt. Auch dies ein extrem dunkler Syrah mit einem breiten Spektrum an würziger, vielschichtiger Aromenpracht, die dem Glas entströmt. Getrocknete Früchte, herbstlicher Rauch, Feigen, frischer Speck, Lakritze, Pfeffer, Orientgewürze - schwer zu beschreiben, was diesem kraftvollen Wein, der die Zunge konturiert, dicht und präsent mit einem Teppich an Gerbstoffen belegt, an wunderbar transparenter Frucht und Würze entsteigt. Lange klingen die feinkörnigen, noch recht präsenten Gerbstoffe am Gaumen nach. Kühl und elegant wirkt der Wein, raffiniert verwoben, dicht gestrickt. Trotzdem erreicht er seine Trinkreife früher als der große Cornas. Auf ihn muß man nur zwei bis drei Jahre warten, um dann authentisch traditionelle Syrah über viele Jahre genießen zu können, die sich druckvoll frisch und präzise auf der Zunge entlädt. Ein Klassiker.

Auguste Clape

Die Domaine Auguste Clape in Cornas ist einer der großen Namen der Nordrhône. Ihre Weine spielen in einer eigenen Liga. Ihre Intensität, ihr aromatisches Spiel, ihr struktureller Reichtum und ihre Tiefgründigkeit sind in Sachen Syrah so gut wie unerreicht, sie sind der Maßstab, an dem sich die Winzer der Nordrhône orientieren.
In den letzten Jahren hat man intensiv versucht, die langlebigen und sich nur langsam entwickelnden Syrahs der Nordrhône marktkompatibel weich und schnell trinkbar zu machen. Viel zu viel Holzeinfluß war da oft im Spiel und so mancher mehr oder weniger berühmte Weinmacher machte aus einer Nordrhône-Syrah eher eine schlechte Aussi-Shiraz-Kopie, denn einen seriösen Wein mit Rückgrat und Herkunft. Dieser Versuchung war August Clape, der 1989 die Domaine an seinen Sohn Pierre-Marie übergab, nie erlegen.

Die beiden sind, wie viele Winzerlegenden Frankreichs, nicht sehr gesprächig und empfangen nur ungern Besuch. Sie konzentrieren sich lieber auf das, was sie können: Gute Weine machen. Dazu verwenden Clapes aus Überzeugung  keine neuen Holzfässer im Keller. Ihre Syrahs wirken mutig anachronistisch, weil sie sich jeder Art von Trend entziehen. Zwar vergären und reifen die Clape´schen Syrahs in Barriques, die aber sind gebraucht und alt; ihnen geht es um die physikalische Wirkung der Fässer, um den gezielten Oxidations- und Entwicklungsprozeß der Gerbstoffe, die ihre engmaschige Verwobenheit erst im Faß durch Polymerisation verfeinern. Deshalb arbeitet auch Pierre-Marie Clape ausschließlich mit alten Fässern, die er penibel hegt und pflegt.  Auch seine Weine brauchen mindestens sechs bis zehn Jahre Zeit auf der Flasche, um ihre grandios eigenständige Charakteristik als ganz besonderes Syrah-Vergnügen souveräner Qualität und Stilistik zu entfalten.

Die Zeiten der lauten, populistischen Holzaromen und der gezielt weichgemachten Strukturen im Wein mit ihren typischen Kakao-/Nougat-/und Kaffee-Röstaromen sind langweilig geworden. Clapes zeitlose Stilistik der eher stilleren, feineren Weine, denen man zuhören muß, hat deshalb plötzlich wieder ganz neue Chancen auf dem Markt, ja sie wird zusehends auch unter jungen Produzenten wieder zum Maßstab aller Dinge. Man muß nur warten können, dann kommen die guten, alten, bewährten Dinge wieder zum Vorschein. So ergeht es heute den Weinen der Domaine Clape. Sie waren und sind zeitlos wertvolle Solitäre, wie es sie in der Welt des Weines nur selten gibt. Juwelen im Keller, für die man sich in Geduld üben muß. 

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Die Rebe

Syrah

Syrah und Shiraz. Faszinierende Vielfalt, enormes Potential, verkannte Rebsorte. Die Geschichten (und Märchen) über den Ursprung dieser inzwischen weltweit populären Rebsorte nennen Shiraz im alten Persien und Syrakus in Sizilien gleichermaßen als historischen Ursprung. Bis heute ist ungeklärt, woher die Syrah-Traube wirklich stammt. In Argentinien heißt sie ob ihres stark duftenden würzigen Buketts treffend "Balsamina", in Italien "Neretto", wo sie aber kaum jemand mit Syrah verbindet, weil sie dort mit relativ hohen Erträgen belastet wird, und selbst in Frankreich besitzt sie als "Serine" ein weiteres Synonym.

Wie kaum eine andere rote Rebsorte setzt Syrah die Qualität des Standortes in Aromafülle und Charakter um. Wenn die Erträge zu hoch werden, neigt sie zu primär reduktiven Böcksern, schmeckt verwässert, metallisch und blechern und entwickelt fast schon ordinär simple Aromen. Auch wenn sie zu reif gelesen wird verliert sie an Aroma und Säure. Syrah ist ertragreich und krankheitsresistent, aber sie verrieselt leicht und ihr Holz ist stark windbruchgefährdet, weshalb sie im südlichen Rhônetal, wo der berühmte Wind Mistral regiert, nur an besonders windgeschützten Stellen gedeiht.

Auf kurzen Rebschnitt reagiert Syrah mit niedrigen Erträgen. Nur dann entwickelt sie jene dichte, kompakte Aromatik von sehr spezieller tiefer, dunkler, würziger Komplexität, deren Spektrum in der Jugend von schwarzem Pfeffer über Pferdemist bis zu frischem Fleisch und verbranntem Gummi reicht - je nach Terroir, Boden und Exposition, vor allem aber je nach Reife. Große reife Syrah duftet nobel und balsamisch wie hochkarätiger Saint Emilion. Besonders komplex und anspruchsvoll gelingt Syrah auf Granit (Hermitage und Cote Rotie), aber auch auf Schiefer (Cornas und St. Joseph).

Anders als in der Literatur oft beschrieben, besitzt Syrah, von der es kaum Klonenselektionen gibt, keine ausgeprägt dicke Beerenschale, sondern die mittelgroßen Trauben, die kompakt und deutlich zylindrisch geformt am Stock hängen, enthalten Beeren mit unerwartet feinen Schalen, die aber außergewöhnlich widerstandsfähig sind und eine Pigmentdichte von extremer Gesamtkonzentrationen aufweisen: Bis zu 40 % liegt die Farbpigmentdichte von reifer Syrah über derjenigen der dunklen, farbstarken Carignan! Diese Tatsache prädestiniert Syrah für lange Reifezeit und forcierten Faßausbau. Deshalb bietet Syrah ungewöhnlich sichere Entwicklung und Haltbarkeit. Deshalb ist das stilistische und geschmackliche Spektrum von Syrah/Shiraz je nach Extraktion, Mazeration, Herkunft, Ertrag und Ausbau so vielfältig. Deshalb besitzt Syrah eine so faszinierend hochwertige Qualitäts-, Geschmacks- und Stilbandbreite, die sie zu einer der besten roten Rebsorten überhaupt macht, deren qualitatives Potential aber chronisch ignoriert wird.

 

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22,99 €
Vorübergehend nicht verfügbar.
je Flasche à 0.75l / 30,65 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Frankreich - Nordrhône
rotSyrah
Langsam
12er Karton
Art-Nr. FRH07801
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: ab 2013
Optimale Reife: > 2018+
Restzucker: < 2 g/l
Ausbau: Barrique
Boden: Granit
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork

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