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Clairette de Die 'Tradition'
Eine gute Clairette de Die wird nämlich nicht großindustriell in Millionen Flaschen, sondern rein handwerklich auf alte traditonelle Art der Vergärung auf Flasche hergestellt. Deshalb sprudelt unsere Clairette de Die von Vater und Sohn Poulet auch nur leise und fein statt grob und laut, sie duftet ungewöhnlich würzig, man spürt förmlich die Muskatnuß im Duft, und sie schmeckt dezent süß und verwöhnt mit angenehm wenig Alkohol. Eigentlich also ein wunderbares Getränk für stille Stunden, schöne Abende auf der sommerlichen Terrasse, zum Salzgebäck als Apero und für viele, viele andere Gelegenheiten ...
... trotzdem fristet dieses köstliche süße Regionalgetränk ein wenig beachtetes Dasein als regionale Spezialität. Liegt´s vielleicht am Restzucker? Hat da jemand Angst vor Süße im Wein? Hier zumindest kommt sie animierend und unaufdringlich daher, versteckt in bekömmlich niedrigen 8 Vol. % Alkohol, und sorgt in Verbindung mit der feinen Perlage unweigerlich für Lebensfreude pur. Wir wollen niemand zu Süße im Wein bekehren, aber hier handelt es sich um seriöse Süße, die sich zum Aperitif als wahres Gedicht präsentiert, das auch Skeptiker überzeugt; als Begleiter von Kuchen und Gebäck entpuppt er sich als sommerlicher Hit, und im Winter weckt der köstliche Sprudel triste Lebensgeister mit Erinnerungen an sommerliche Aromenpracht.
Alain Poulet
Familie Poulet macht auf 20 Hektar Schaumweine in der vierten Generation. Das schreckliche Wort „Schaumweine“ umschreibt dabei nur sehr unzulänglich, was Familie Poulet zu bieten hat. Man nehme im Rhônetal auf dem Weg nach Süden kurz hinter Valence die Autobahn in Richtung Genf, folge ihr einige Kilometer Richtung Osten und verlasse sie in Die. Ein atemberaubend schönes Alpen-Panorama tut sich auf. Unter schroffen Felswänden gedeiht an sonnenüberfluteten Hängen und auf steilen Terrassen ein ungewöhnlich charmanter Schaumwein, der als „Clairette de Die“ in Frankreich gewisse Bekanntheit genießt, im Ausland allerdings weitgehend unbekannt ist. Mißachtung hat dieses köstlich aromatische Getränk aber nicht verdient. Tiefgründig würzig duftet die „Clairette de Die“ von Familie Poulet intensiv nach Muskateller, also nach Muskatnuß und gelben Gewürzen, nach Zitrusaromen und weißen Frühlingsblüten. Zu seinen Blasen kommt der leckere Sprudel durch Flaschengärung auf seinem eigenen Traubenmost. Eine „Clairette de Die“ ist ein natürlich vergorener Demi-sec mit einem natürlichen Alkoholgehalt von 7-8 Vol.%. Man trinkt ihn jung und frisch und erfreut sich an seinem unkomplizierten und doch seriösen Charakter, der ihn unter allen Muskateller-Schaumweinen zu einem der nachhaltigsten und hochwertigsten macht. Als Aperitif ein Gedicht, zu Kuchen ein Genuß und zu Desserts ein leichter und erfrischender Abschluß.
Die Rebe
Muskateller
Muskateller ist die vermutlich älteste, historische Edel-Rebsorte der Welt. Es ist eine der wenigen Rebsorten, deren Wein so schmeckt wie die Trauben schmecken: hocharomatisch. Muskateller ist eine weitverzweigte Rebsortenfamilie, die für die Herstellung von Wein wie zur Produktion von Tafeltrauben angebaut wird. Muscat d´Hamburg und Muscat d´Alexandria sind zwei berühmte Speisetrauben, die auch in der Weinherstellung Verwendung finden, Muskat Ottonel und Morio-Muskat sind zwar bekannt als Rebsorte, ergeben aber einfache Weine simpel vordergründiger Aromatik, wogegen Muscat blanc à petits grains die edelste aller Muskateller-Trauben ist und hochkarätige edelsüße Spitzenweine sowie als Goldmuskateller oder Gelber Muskateller z. B. in Südtirol oder der Steiermark exzellente trockene Weine mit typisch intensivem Moschusduft und der pikanten Würze frischer Muskatnuß hervorbringt.
Muskateller wächst rund ums Mittelmeer seit Jahrhunderten. Es ist eine der ersten Rebsorten, die für die Weinherstellung Verwendung fand. Die von Plinius dem Älteren kurz nach Christi Geburt erwähnte uva apiana, lateinisch die ‚Bienentraube’, war vermutlich Muskateller, weil die Bienen die Rebsorte besonders lieben, und man nimmt an, daß Muskateller nach ‚Musca’, lateinisch die Fliege, benannt wurde, weil auch sie die stark duftende Traube besonders schätzen. Ihr Ursprung liegt mit ziemlicher Sicherheit in Griechenland, von wo aus sie ins antike Italien kam, um anschließend von den Römern im gesamten Mittelmeerraum kultiviert zu werden. Muscat ist z. B. die älteste kultivierte Rebsorte Frankreichs; die Römer brachten sie damals nach Südfrankreich, wo sie heute noch eine Vielzahl origineller Vin doux naturels hervorbringt.
Die besten Muskateller-Varietäten sind kleinbeerig und besitzen besonders intensiven Traubengeschmack, der in ihren besten Weinen an Orangenblüten und orientalische Gewürze erinnert. Dabei ist Muskateller mitnichten nur eine weiße Rebsorte; es gibt unzählig viele Varianten, man kennt angeblich über 200 Abarten, die von fast weiß bis dunkelfarbig rot variieren. Es ist eine je nach Varietät ertragreiche oder ungewöhnlich ertragsarme Sorte, die aber immer extrem krankheitsanfällig ist, weshalb sie vor allem in warmen, trockenen Regionen besonders gut gedeiht. Interessanterweise ist Muskateller eine der wenigen Rebsorten, die seit ein paar Jahren wieder verstärkt in ihren höherwertigen Varianten gepflanzt wird, wogegen man die minderwertigeren Sorten rodet. Wir prophezeien der unserer Meinung nach völlig unterschätzten Rebsorte eine vielversprechende Zukunft, z. B.als origineller Speisebegleiter (nicht nur zu asiatischer Küche), weshalb wir ihr besondere Aufmerksamkeit widmen.
![]() | Frankreich - Nordrhône |
![]() | Muskateller |
![]() | 6er Kiste |
| Art-Nr. FRH06001 | |
| Inhalt 0.75l |












