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Vouvray Clos de Bourg Moelleux 1ère Trie
Huet
Es gibt Weingüter, die sind einmalig, nicht kopierbar, geschweige denn, daß sie irgendwie ihresgleichen hätten. Die Domaine Huet in Vouvray ist eines dieser Weingüter. Sie nimmt im internationalen Weinzirkus eine herausragende Stellung ein. Ihre Weine sind unverkennbar und identifizierbar. Kein anderer Betrieb auf der Welt produziert derart präzise fokussierte Chenin Blancs wie Noel Pinguet, der das Weingut seit über zwanzig Jahren leitet und sich dieser Rebsorte voll und ganz verschrieben hat. Die Weine von Huet sind intellektuelle Originale, die dem typischen Schnell-Frucht-Trinker Gänsehaut verursachen. Mit ihnen im Glas merkt man erst, wie eingefahren das eigene Geschmacksspektrum ist, wie sehr man selbst geschmacklich zur Gewohnheit neigt. Es braucht solche Ausnahmebetriebe, um sich aufrütteln und neugierig machen zu lassen, den eigenen Geschmack zu relativieren. Wein muß nach unserer Philosophie reines unverfälscht natürliches Genußmittel sein. Doch diesbezüglich droht Gefahr von allen Seiten. Sogar die neu geplanten EU-Öko-Richtlinien verunsichern ob ihrer offensichtlichen Industriehörigkeit. Der Verbraucher ist verunsichert. Wem kann man noch trauen, wenn schon Öko-Siegel keine Sicherheit mehr garantieren? Huet ist sicher. Huet ist Demeter®-zertifiziert. Das ist zwar geschmacklich leider auch keine Garantie, aber wer Anthony Hwang, den neuen Besitzer von Huet, und Noel Pinguet kennt, der weiß, daß Huet einer der seriösesten Biobetriebe der Welt ist. Kompromißlosen Winzern wie Noel Pinguet verdanken wir unbequeme Weine grandioser Weltklasse-Qualität, die wichtige Mahner in der geschmacklichen Gleichmacher-Weinwüste sind. Wie unter einem Vergrößerungsglas spiegeln Noel Pinguets schonungslos ehrliche Weine Jahrgang und Herkunft wieder. Mineralisch komplex und intellektuell verwoben im gar nicht simplen Bukett, brauchen seine Weine viel Zeit und Luft, um ihr glasklares, analytisch reines Blüten-, Mineralien- und Gewürzbukett zu entfalten. Alle Weine von Huet, ob trocken, halbtrocken oder edelsüß, besitzen laserstrahlartige Reinheit, fast anstrengende Präzision und Präsenz in den Aromen, und ihr vielschichtiger Geschmackseindruck braucht Erfahrung und den Willen, sich mit Qualität, deren Kriterien und Sensorik, auseinanderzusetzen. Zu schnell ist man mit Ablehnung und Unverständnis zur Hand. Huet-Weine offenbaren sich nicht auf den ersten Schluck. Terroir und Herkunft machen sie durch niedrige Erträge und handwerklich konsequente Herstellung nachvollziehbar. Mit ihnen kann man sich aus dem Reinzuchthefen-Edelstahl-Industrie-Geschmack wachrütteln. Als Korrektiv für unverfälschte Sensorik sind sie unabdinglich.
PS.: Wir haben ältere Jahrgänge bis 1919 auf Anfrage verfügbar.
Die Rebe
Chenin Blanc
Chenin Blanc. Eine der großen Weißweinrebsorten der Welt. Doch leider scheint sie mit der deutschen Vorstellung von Weingeschmack nicht kompatibel zu sein. Weine aus Chenin Blanc sind so ziemlich das letzte, was man dem deutschen Durchschnittstrinker verkaufen kann. Dafür scheint Chenin Blanc die Inkarnation des französischen Gout national zu sein: Die Loire, von dort kommen die besten Chenins Blancs der Welt, exportiert, anders als alle andere Regionen Frankreichs, die den Großteil ihrer Weinproduktion ins Ausland verkaufen, nur rund 10 % ihrer Produktion, der Rest wird tatsächlich in Frankreich getrunken.
Chenin Blanc reagiert unmittelbar auf Bodenformation und Klima. Keine andere weiße Rebsorte reagiert mit ihrem Zuckergehalt so direkt auf Jahrgangsschwankungen, wie sie. Ihre ungewöhnlich dicke Beerenschale schimmelt schnell, weshalb sie in entsprechenden Jahrgängen perfekte Edelfäule produziert, in kleinen Jahrgängen schimmelt sie dagegen sofort ohne zu reifen (Graufäule). Ist die Säure in der Traube zu hoch, der Zuckergehalt zu niedrig, schimmelt sie. Steht die Säure in Balance mit dem Zucker, kann sie Botrytis produzieren, die zu sensationell balancierten Weinen führen kann, vorausgesetzt, man bringt die entsprechende Geduld zur aufwendigen Lese Traube für Traube, Beere für Beere, auf. Je höher der Befall an Edelfäule, um so mehr steigt der Säurespiegel mit der Reife. Man erntet also zu Beginn der Lese sehr süße Weine, die aber ein wenig plump sind; mit zunehmendem Grad des Botrytisbefalls aber steigt auch die Säure und die Balance von Süße und Säure wird auf faszinierende Weise immer harmonischer. Das ist es, was edelsüße Chenin Blancs einzigartig macht.
Doch auch der Charakter trocken ausgebauter Chenin-Blanc-Weine fällt je nach Jahrgang prägnant unterschiedlich aus. Mal dominiert straffe, fast spitz wirkende Säure, die einige Jahre Zeit braucht zur Harmonisierung; mal begeistert knochentrockene Chenin Blanc mit cremig dichter, seidiger Struktur, die perfekt fokussiert und salzig mineralisch über die Zunge geht, wie es keine andere weiße Rebsorte ähnlich stringent und eigenwillig vermag. Im Laufe ihrer Entwicklung kann trockene Chenin Blanc auch den größten Kenner verunsichern; da riecht sie mal nach nassen Wollsocken im Winter, mal wirkt sie regelrecht ‚faulig’ und muffig im Duft, um wenige Monate später aromatisch zu brillieren, daß es eine Freude ist. Im Stadium der Reife duftet hochwertige Chenin Blanc schließlich komplex nach gelben Gewürzen wie Safran, Kurkuma oder Kardamom und betört mit orientalischer Aromenpracht, die nur Könner und Kenner zu interpretieren und zu schätzen wissen. Eine so zickige wie faszinierend eigenwillige große weiße Rebsorte, die ob ihrer störrischen Eigenart leider zu wenig Beachtung findet hierzulande.
![]() | Frankreich - Loire |
![]() | Chenin Blanc |
![]() | Langsam |
| Zertifiziert Demeter | |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FLW96300 | |
| Inhalt 0.75l |


















