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Menetou-Salon blanc 
2010

Menetou-Salon blanc

Familie Teillers Menetou-Salon des ausgezeichneten Jahrgangs 2010 duftet appetitlich und intensiv, aromatisch aber unaufdringlicher als die bekannten Weine aus Sancerre oder Pouilly Fumé. Sein Duft enthält grüne Elemente, offenbart aber auch reife gelbe Komponenten. Im Mund wirkt der Wein kraftvoll und zart zugleich und erinnert in seinen Aromen an reife weiße Pfirsiche ebenso, wie an reifen Apfel und Aprikose. Sein angenehm mildes Mundgefühl wirkt weich und saftig, der Wein scheint im Mund fast abzuschmelzen. Frisch und ätherisch duftig am Gaumen, schmeckt er  alles andere als mager, sauer oder dünn, wie so viele harmlose Sauvignons der Loire. Am Gaumen entwickelt er sogar breite Fülle und wirkt dabei doch präzise und fokussiert; milde Säure deutet auf reife Trauben hin und im Alkohol wirkt er angenehm verhalten.

Man möchte ihn trinken, diesen Wein, möchte mehr davon, er löst unmittelbar Trinkfluß aus und wirkt so anregend, daß er garantiert schnell auch zu Ihrem Lieblingswein avancieren wird, zumindest im Frühling und Sommer, wenn die Aromen frischer Gemüse und Salate einen Begleiter suchen, der trocken, aber mit Schmelz und Finesse, frisch und grün, leicht und doch potent, Lust auf mehr auslöst.

Sauvignon Blanc mag manchmal eine etwas ordinäre und einfache Rebsorte sein. An der Loire entwickelt sie rare Vielfalt und unter der Hand kompetenter Winzer sogar unverwechselbare Eigenart, wie nirgendwo sonst auf der Welt. Weißwein, der richtig Lust macht, zu frischen Käsen, weißem Fleisch, Geflügelgerichten, Salaten oder ganz einfach als Aperitif.

Domaine Jean Teiller

Die Loire hat viel zu bieten und ist hierzulande kaum in ihrer Vielfalt an Appellationen, Herkünften und Rebsorten adäquat vertreten. Allein die Tatsache, daß die Rebsorte Sauvignon Blanc heute bei vielen Weintrinkern eher mit Neuseeland oder der Steiermark assoziiert wird, als mit der Loire, wo sie unvergleichliche Vielfalt und Ausprägung entwickelt, zeigt, wie wenig die Loire präsent ist in den Köpfen der meisten Weintrinker. Das liegt unter anderem auch daran, daß ihre Weine weitgehend, nämlich zu über 90 %, in Frankreich getrunken werden, wo sie z. B. in Paris nahezu jede Karte eines jeden Restaurants bevölkern. Der Durst nach frischen, duftigen und knochentrockenen Weißweinen, wie sie die Loire exemplarisch produziert, scheint in Paris besonders groß.

Eine kaum bekannte Appellation für Sauvignon Blanc besonderer Finesse und Duftigkeit ist Menetou-Salon. Ungefähr 30 km vom weltberühmten Sancerre entfernt, spielt sich hier der Weinbau eher im Stillen ab. Menetou-Salon-Weine findet man kaum außerhalb von Paris, denn die rund 500 Hektar Rebfläche teilen sich 90 Winzer, wovon aber nur sechs unter eigenem Etikett abfüllen. Karge Kalksteinböden bringen hier bemerkenswert frische, duftig würzige Sauvignon Blancs hervor, die jung getrunken am besten schmecken. Immerhin ein Drittel der Rebfläche ist mit Pinot Noir bepflanzt, der hier leicht und duftig ausfällt und in und um Paris herum bei 14-16°C serviert meist mittags als Restaurantschoppen verdunstet.

Die Domaine Jean Teiller wird als der beste Betrieb in Menetou-Salon gehandelt. Seit ein paar Jahren arbeiten Schwiegersohn und Tochter mit im Betrieb, Familie Teiller hat prompt auf organischen Anbau umgestellt, der demnächst zertifiziert wird, um so die Zukunft der Domaine auch für kommende Generationen nachhaltig zu sichern. Im Keller werden die Weißweine in Edelstahl ausgebaut, wobei Jean Teiller großen Wert auf langsame Vergärung legt; sie kann bis zu zehn Wochen dauern, was den cremigen, weichen Charme seiner Weine erklärt. Vergoren wird, wenn es die Gesundheit der Trauben zuläßt, mit eigenen wilden Hefen, die fertigen Weine bleiben bis zur Füllung auf der Hefe.

17 Hektar, verteilt auf sanfte Hügel nennt Familie Teiller ihr Eigen. Auf neun Hektar kultiviert sie Sauvigon Blanc. Ihr Menetou-Salon Blanc genießt großen Ruf und kann es mit Sancerre und allen anderen Sauvignons der Loire aufnehmen, bleibt aber immer ein Wein seiner Region: Menetou-Salon in seltener Perfektion.

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Die Rebe

Sauvignon blanc

Sauvignon Blanc ist nach dem Chardonnay die zweitmeist angebaute weiße Rebsorte der Weinwelt. Sie geht auf eine Zufallskreuzung von Traminer mit Chenin Blanc zurück und gilt als charaktervolle und edle weiße Rebsorte. Tatsächlich kann sie aber auch ärgerlich simpel, aufdringlich und ordinär riechen und schmecken. Heute wird sie häufig mittels spezieller Aromaenzyme vergoren, die aus der Beerenschale ein so simples wie lautes Aroma extrahieren, das unerfahrene Weintrinker begeistert, Kenner der Rebsorte aber eher langweilt. Industriellen Exemplaren aus Übersee wird immer wieder gezielt Methoxypyrazin zugesetzt, ein in Europa verbotener Aromastoff, der in Sauvignon Blanc aber natürlich vorkommt und dessen leicht erkennbares Aromaprofil prägt, ihn weist man hierzulande immer wieder nach.

Pyrazin ist der Oberbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen, die sich als natürlich vorhandene Aromastoffe vom Pyrazin ableiten. Sie sorgen in vielen Gemüsesorten für vegetale Aromen, entstehen aber auch beim Erhitzen von Lebensmitteln und sorgen dann für die charakteristischen Röstaromen. In Sauvignon Blanc duften Pyrazine mehr oder weniger intensiv, je nach Weinbereitung und Herkunft, nach frisch aufgeschnittener grüner Paprika, grasig und kräuterwürzig, mit einem Hauch Moschus und grünen Früchten wie Stachelbeeren in einem Bukett, das auch an ungeputztes Katzenklo, Litschis und Brennesseln erinnern kann. Oft findet man vor allem in einfacheren Sauvignon Blanc-Qualitäten aus den Randappellationen der Loire einen Geruch, der an Chinaböller oder frisch gezündete Streichhölzer erinnert. Dieser dürfte eher auf zu starker Schwefelung beruhen, als auf dem immer wieder beschworenen 'Gout de Terroir', den die Winzer den Feuersteinen im Weinberg zuschreiben.

Sauvignon Blanc ist wuchskräftig. Je schwerer die Böden, desto höher die Erträge. Dann erreicht die Rebsorte kaum die gewünschte Reife und ihr Wein fällt krautig, mager und aufdringlich grün und scharf aus. Je magerer aber die Böden, desto niedriger die Erträge, desto reifer die Trauben. Dann kann die Rebsorte auch aromatisch zu Hochform auflaufen und trockene, kristallin reine, aromatisch hochkomplexe, animierend erfrischende Weine hervorbringen, wie sie einmalig sind in der Welt des Weißweines.

Sauvignon Blanc zeigte früher starke Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, weshalb die Erträge oft unwirtschaftlich ungleichmäßig waren. Heute baut man speziell selektionierte Varietäten an (Klon 297 und 316 sind die am weitesten verbreiteten), die regelmäßigeren Ertrag garantieren, weshalb sich die Rebfläche der populären Rebsorte deutlich vergrößert hat. Sauvignon Blanc steht heute auf Rang 4 der Rebsortenliste Frankreichs.

Oft werden einfache Sauvignon Blancs verschnitten mit Chenin Blanc wie z. B. in der Tourraine; aber auch mit Semillon oder der ebenfalls aromatischen Muscadelle zeigt sie in vielen weißen Bordeaux attraktiven Charakter und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit. An der Loire, wo sie ihren Ursprung haben soll, erlebt die Rebsorte reinsortig ihre unverfälschte Inkarnation. Ob auf den kalkhaltigen Böden von Sancerre, den feuersteinhaltigen Böden von Pouilly-sur Loire, wo sie eine rauchige Note erfährt, die ihrem Wein den Namen Pouilly Fumé einbrachte, oder in deren östlichen Nachbargemeinden Quincy und Reuilly, immer beweist Sauvignon Blanc hier wie nirgendwo sonst auf der Welt die perfekte Abstimmung von Rebe und Herkunft, französisch 'Terroir'. Ähnlich analytisch, ähnlich präzise, rein und elegant, ähnlich vornehm, fein und druckvoll gerät sie nirgendwo sonst. Famoses Niveau kann die Rebsorte noch in Österreich und, deutlich seltener, in Deutschland erreichen, vorausgesetzt, sie wurde nicht zu laut, zu schnell und zu aufdringlich vinifiziert durch schnellen Ausbau mit Reinzuchtaromahefen, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau, wie er von den meisten Winzern noch immer praktiziert wird. Inzwischen gibt es in der Steiermark oder z. B. der Pfalz langsam agierende Spitzenwinzer, deren Sauvignon Blancs es an Originalität und Präzision, bei ganz anders geartetem Rebsortencharakter als an der Loire, mit deren großen Weinen aufnehmen können. Ansonsten aber besitzt Sauvignon Blanc, wo immer er auch angebaut wird, ob in Neuseeland oder Kalifornien, in Südafrika oder Australien, zwar stets angenehm aromatische, nie aber jene noble Intensität und unverfälschte Komplexität wie an der Loire oder seltener in Bordeaux, der bekannteste reinsortige Sauvignon Blanc dürfte dort 'Pavillon Blanc' von Chateau Margaux sein, wo er sich zu rarer Harmonie und vornehmer Expressivität aufschwingen kann.

Sauvignon Blanc trinkt man am besten jung. Gute Exemplare entwickeln sich über 2-4 Jahre. Länger eingelagert zu werden macht nur für  Ausnahmeweine von Ausnahmewinzern Sinn. 


 

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Frankreich - Loire
weissSauvignon blanc
Langsam
12er Karton
Art-Nr. FLW10060
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2013+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Edelstahltank
Boden: Kreide (Kalk)
Dekantieren: Nein
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork