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Reuilly blanc 
2010

Reuilly blanc

Ein bekömmlich leichter Sauvignon Blanc von der Loire, ein Paradebeispiel für terroirgeprägte Qualität zu günstigem Preis, wie ihn kein anderes Land der Welt so produzieren kann.

Denis Jamains Reuilly aus naturnahem Anbau, der seit 2007 auf biologischen Anbau umgestellt wird, quält nicht mit den simplen Paprika- und Brennesselaromen neuseeländischer Sauvignons, er hat nicht den erdigen, grasigen Charakter so vieler Sauvignons aus Kalifornien, Österreich oder Bordeaux, und er verbreitet auch nicht die simple Duft-Show italienischer Techno-Sauvignons, sondern präsentiert sich als fokussiert stahliger, glasklar profilierter Sauvignon Blanc mit Realo-Anspruch.

Sein Duft erinnert an Cassis, Stachelbeere und frische Gartenkräuter (Basilikum), er besitzt appetitlich kühle Mineraltöne und feine Zitrusnoten im Duft und wirkt so animierend, frisch und pur, so ausgewogen und ohne jeden Säure- oder korrigierenden Restzuckerüberhang auf der Zunge, daß er idealer Partner zu fast allen Fischpräparationen ist, und zu Spargel, Salaten und Vorspeisen garantiertes Zungenschnalzen auslöst. Ein Frühlings- und Sommerwein, der später im Winter, wenn er etwas reifer und weicher geworden ist, helles Fleisch und Fisch in schöner Harmonie zu begleiten versteht.

Dieser nette, fröhliche, ungezwungen wegzutrinkende Sauvignon aus einer Nachbargemeinde von Sancerre ist leicht und frisch im Geschmack und sein Preis macht ihn noch trinkfreudiger, als er es ohnehin schon ist.

Domaine de Reuilly

Die Loire hat faszinierend vielfältige Wein-Seiten. Trotzdem werden ihre Weine hierzulande nur in sehr beschränktem Umfang angeboten. Auch wir haben versucht, sie in breitem Spektrum anzubieten, haben uns dabei aber eine blutige Nase geholt. Warum? Weil Loireweine urfranzösisch schmecken! Sie sind trocken, erdig, herkunftsbetont, charaktervoll, eigenwillig und unter allen Weinen Frankreichs diejenigen, die am wenigsten populistischem Weinkonsens folgen, sondern selbstbewußt nationalem Weingeschmack huldigen, weshalb sie auch vornehmlich im eigenen Land getrunken werden.  

Sauvignon Blanc wird hierzulande gleichgesetzt mit Sancerre und Pouilly. Doch es gibt noch andere, nicht minder interessante Sauvignon-Blanc-Appellationen an der Loire, z. B. Reuilly, eine Weinbaugemeinde südwestlich von Sancerre. Gerade mal 140 ha umfaßt die kleine Appellation; sie liefert auf kalkigen Verwitterungsschieferböden duftige, stahlig strukturierte Sauvignon Blancs, die weniger tief und stoffig als die des benachbarten, teureren und bekannteren Sancerre schmecken, aber äußerst appetitlichen Weißweingenuß für´s Geld bieten.

Denis Jamain praktiziert mit seiner Domaine de Reuilly penible Sorgfalt im Detail. Seit 2007 stellt er seine Weinberge auf biologischen Anbau um und vergärt die besten Moste, je nach sanitärem Zustand der Trauben, mittels ihrer wilden Umgebungshefen, also spontan. Er klärt seine Moste schonend vor, vergärt in Edelstahl bei niedrigen Temperaturen und läßt seine Weine möglichst lange auf der Feinhefe reifen, um ihnen Stoff und Körper zu vermitteln. Geschwefelt werden die Moste so selten wie möglich, spätestens aber nach Abzug von der Hefe. Alle Arbeiten in seinen 14 ha Weinbergen werden mechanisch absolviert und auch im Keller setzt Denis Jamain auf möglichst schonende Verarbeitung. Diesen Respekt vor der Natur belohnt sein Sauvignon Blanc mit puristischer Reinheit und Präzision, mit glasklarer Frische und rassiger, nerviger, schlanker, sehr direkter Frucht mit kräuterwürzigen, mineralischen Aspekten in Duft und Geschmack. Duftig und mundwässernd frisch bringt sein klassischer Reuilly mineralischen Ursprung ins Glas und zelebriert einen Stil von Sauvignon, der so nur von der Loire stammen kann. Präzise in der Frucht, sauber und rein im Geschmack, herzhaft süffig und erfrischend im Mundgefühl.

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Die Rebe

Sauvignon blanc

Sauvignon Blanc ist nach dem Chardonnay die zweitmeist angebaute weiße Rebsorte der Weinwelt. Sie geht auf eine Zufallskreuzung von Traminer mit Chenin Blanc zurück und gilt als charaktervolle und edle weiße Rebsorte. Tatsächlich kann sie aber auch ärgerlich simpel, aufdringlich und ordinär riechen und schmecken. Heute wird sie häufig mittels spezieller Aromaenzyme vergoren, die aus der Beerenschale ein so simples wie lautes Aroma extrahieren, das unerfahrene Weintrinker begeistert, Kenner der Rebsorte aber eher langweilt. Industriellen Exemplaren aus Übersee wird immer wieder gezielt Methoxypyrazin zugesetzt, ein in Europa verbotener Aromastoff, der in Sauvignon Blanc aber natürlich vorkommt und dessen leicht erkennbares Aromaprofil prägt, ihn weist man hierzulande immer wieder nach.

Pyrazin ist der Oberbegriff für eine Gruppe chemischer Verbindungen, die sich als natürlich vorhandene Aromastoffe vom Pyrazin ableiten. Sie sorgen in vielen Gemüsesorten für vegetale Aromen, entstehen aber auch beim Erhitzen von Lebensmitteln und sorgen dann für die charakteristischen Röstaromen. In Sauvignon Blanc duften Pyrazine mehr oder weniger intensiv, je nach Weinbereitung und Herkunft, nach frisch aufgeschnittener grüner Paprika, grasig und kräuterwürzig, mit einem Hauch Moschus und grünen Früchten wie Stachelbeeren in einem Bukett, das auch an ungeputztes Katzenklo, Litschis und Brennesseln erinnern kann. Oft findet man vor allem in einfacheren Sauvignon Blanc-Qualitäten aus den Randappellationen der Loire einen Geruch, der an Chinaböller oder frisch gezündete Streichhölzer erinnert. Dieser dürfte eher auf zu starker Schwefelung beruhen, als auf dem immer wieder beschworenen 'Gout de Terroir', den die Winzer den Feuersteinen im Weinberg zuschreiben.

Sauvignon Blanc ist wuchskräftig. Je schwerer die Böden, desto höher die Erträge. Dann erreicht die Rebsorte kaum die gewünschte Reife und ihr Wein fällt krautig, mager und aufdringlich grün und scharf aus. Je magerer aber die Böden, desto niedriger die Erträge, desto reifer die Trauben. Dann kann die Rebsorte auch aromatisch zu Hochform auflaufen und trockene, kristallin reine, aromatisch hochkomplexe, animierend erfrischende Weine hervorbringen, wie sie einmalig sind in der Welt des Weißweines.

Sauvignon Blanc zeigte früher starke Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, weshalb die Erträge oft unwirtschaftlich ungleichmäßig waren. Heute baut man speziell selektionierte Varietäten an (Klon 297 und 316 sind die am weitesten verbreiteten), die regelmäßigeren Ertrag garantieren, weshalb sich die Rebfläche der populären Rebsorte deutlich vergrößert hat. Sauvignon Blanc steht heute auf Rang 4 der Rebsortenliste Frankreichs.

Oft werden einfache Sauvignon Blancs verschnitten mit Chenin Blanc wie z. B. in der Tourraine; aber auch mit Semillon oder der ebenfalls aromatischen Muscadelle zeigt sie in vielen weißen Bordeaux attraktiven Charakter und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit. An der Loire, wo sie ihren Ursprung haben soll, erlebt die Rebsorte reinsortig ihre unverfälschte Inkarnation. Ob auf den kalkhaltigen Böden von Sancerre, den feuersteinhaltigen Böden von Pouilly-sur Loire, wo sie eine rauchige Note erfährt, die ihrem Wein den Namen Pouilly Fumé einbrachte, oder in deren östlichen Nachbargemeinden Quincy und Reuilly, immer beweist Sauvignon Blanc hier wie nirgendwo sonst auf der Welt die perfekte Abstimmung von Rebe und Herkunft, französisch 'Terroir'. Ähnlich analytisch, ähnlich präzise, rein und elegant, ähnlich vornehm, fein und druckvoll gerät sie nirgendwo sonst. Famoses Niveau kann die Rebsorte noch in Österreich und, deutlich seltener, in Deutschland erreichen, vorausgesetzt, sie wurde nicht zu laut, zu schnell und zu aufdringlich vinifiziert durch schnellen Ausbau mit Reinzuchtaromahefen, Tieftemperaturvergärung und Edelstahlausbau, wie er von den meisten Winzern noch immer praktiziert wird. Inzwischen gibt es in der Steiermark oder z. B. der Pfalz langsam agierende Spitzenwinzer, deren Sauvignon Blancs es an Originalität und Präzision, bei ganz anders geartetem Rebsortencharakter als an der Loire, mit deren großen Weinen aufnehmen können. Ansonsten aber besitzt Sauvignon Blanc, wo immer er auch angebaut wird, ob in Neuseeland oder Kalifornien, in Südafrika oder Australien, zwar stets angenehm aromatische, nie aber jene noble Intensität und unverfälschte Komplexität wie an der Loire oder seltener in Bordeaux, der bekannteste reinsortige Sauvignon Blanc dürfte dort 'Pavillon Blanc' von Chateau Margaux sein, wo er sich zu rarer Harmonie und vornehmer Expressivität aufschwingen kann.

Sauvignon Blanc trinkt man am besten jung. Gute Exemplare entwickeln sich über 2-4 Jahre. Länger eingelagert zu werden macht nur für  Ausnahmeweine von Ausnahmewinzern Sinn. 


 

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9,80 €
Vorübergehend nicht verfügbar.
je Flasche à 0.75l / 13,07 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Frankreich - Loire
weissSauvignon blanc
12er Karton
Art-Nr. FLW10004
Inhalt 0.75l
Alkohol: 12,5 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2014+
Restzucker: < 1 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Edelstahltank
Boden: Kalkmergel
Besonderes: In Umstellung
Dekantieren: Nein
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork