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Côteaux du Loir Cuvée de L´Effraie 
2006

Côteaux du Loir Cuvée de L´Effraie

Eric Nicolas "Cuvée de l´Effraie" stammt von jüngeren Reben, die mit der enormen Dichte von 13.000 Stöcken pro Hektar gepflanzt wurden. Die extreme Pflanzdichte sorgt für Konsistenz und Konzentration und macht den Wein stilistisch und strukturell einmalig. Feine zarte Pfirsich- und reife Birnenaromen legen sich auf die Zunge, im Duft notiert man gelbe Honig-, Akazienblüten- und Karamel-Noten. Wie an einem Seidenfaden zieht der Wein über die Zunge, schlank und rassig, mit nervöser Säure, die dem Wein minimalistisch anmutende Geschmackstextur vermittelt. Seine pralle Fülle an Aromen muß man aufmerksam freilegen. Es gibt an trockenen Weißweinen kaum vergleichbares. Mutige Individualität. Unbedingt dekantieren.

Domaine de Bellivière

Die Loire-Appellationen Côteaux du Loir und Jasnières sind selbst in Frankreich kaum bekannt. Obwohl man ihnen einst nachsagte, einige der größten Weißweine Frankreichs zu produzieren. Zwischen Tours und Le Mans an der nördlichen Loire gelegen, gibt es hier heute nur noch wenige Winzerbetriebe.

Eric Nicolas ist der sicher renommierteste unter ihnen. Er kaufte sich in Jasnières nach seinem Önologiestudium zusammen mit seiner Frau 1995 ein 7 ha großes Weingut, die Domaine de Bellivière, mit der er sich ganz der Chenin Blanc-Traube und der schwierig anzubauenden, eigenwilligen roten Pineau d´Aunis verschrieb. Ihre qualitativen Ansprüche sind enorm, ihre Produktion lächerlich winzig. Oft erreicht ihr Durchschnittsertrag kaum mehr als 17 hl/ha. Um noch kompromißlosere und präzisere Weine zu produzieren, haben die beiden inzwischen auf biologischen Anbau umgestellt.

Den eigenwilligen Charakter ihrer Weine prägt einmaliges Terroir: karge Tuffböden, die praktisch keine Feuchtigkeit speichern können, sorgen für schonungslose Mineralität. Eric Nicolas Weine sind im besten Sinne urfranzösisch. Sie sind kompromißlos realisiert, markant im Rebsortencharakter, konsequent ihrer einmaligen Herkunft gewidmet; spontan vergoren, sensibler Ausbau in gebrauchten Barriques für natürliche Klärung, Oxidation und Reifung, nach der Schönung ohne Filtration gefüllt, extrem haltbar und entwicklungsfähig. Ihre aromatische Komplexität und Originalität macht Eric Nicolas Chenin Blancs zu raren Ausnahmen in der modernen Weinwelt. Dem schnellen Wein-Zeitgeist entziehen sie sich, denn sie sind gewöhnungsbedürftig, anspruchsvoll und komplex. Sie brauchen Zeit, Geduld und Toleranz. Typische französische Weißweine von identifizierbarer Stilistik. Barock und analytisch präzise zugleich, ungewohnt frisch, packende Konsistenz und je nach Appellation und Gradation knochentrocken oder auch herb restsüß. Im Bukett stets ungewohnt und komplex, provozierend und sich entziehend, und so ein faszinierend unbekanntes Weißweinerlebnis.

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Die Rebe

Chenin Blanc

Chenin Blanc. Eine der großen Weißweinrebsorten der Welt. Doch leider scheint sie mit der deutschen Vorstellung von Weingeschmack nicht kompatibel zu sein. Weine aus Chenin Blanc sind so ziemlich das letzte, was man dem deutschen Durchschnittstrinker verkaufen kann. Dafür scheint Chenin Blanc die Inkarnation des französischen Gout national zu sein: Die Loire, von dort kommen die besten Chenins Blancs der Welt, exportiert, anders als alle andere Regionen Frankreichs, die den Großteil ihrer Weinproduktion ins Ausland verkaufen, nur rund 10 % ihrer Produktion, der Rest wird tatsächlich in Frankreich getrunken.

Chenin Blanc reagiert unmittelbar auf Bodenformation und Klima. Keine andere weiße Rebsorte reagiert mit ihrem Zuckergehalt so direkt auf Jahrgangsschwankungen, wie sie. Ihre ungewöhnlich dicke Beerenschale schimmelt schnell, weshalb sie in entsprechenden Jahrgängen perfekte Edelfäule produziert, in kleinen Jahrgängen schimmelt sie dagegen sofort ohne zu reifen (Graufäule). Ist die Säure in der Traube zu hoch, der Zuckergehalt zu niedrig, schimmelt sie. Steht die Säure in Balance mit dem Zucker, kann sie Botrytis produzieren, die zu sensationell balancierten Weinen führen kann, vorausgesetzt, man bringt die entsprechende Geduld zur aufwendigen Lese Traube für Traube, Beere für Beere, auf. Je höher der Befall an Edelfäule, um so mehr steigt der Säurespiegel mit der Reife. Man erntet also zu Beginn der Lese sehr süße Weine, die aber ein wenig plump sind; mit zunehmendem Grad des Botrytisbefalls aber steigt auch die Säure und die Balance von Süße und Säure wird auf faszinierende Weise immer harmonischer. Das ist es, was edelsüße Chenin Blancs einzigartig macht.

Doch auch der Charakter trocken ausgebauter Chenin-Blanc-Weine fällt je nach Jahrgang prägnant unterschiedlich aus. Mal dominiert straffe, fast spitz wirkende Säure, die einige Jahre Zeit braucht zur Harmonisierung; mal begeistert knochentrockene Chenin Blanc mit cremig dichter, seidiger Struktur, die perfekt fokussiert und salzig mineralisch über die Zunge geht, wie es keine andere weiße Rebsorte ähnlich stringent und eigenwillig vermag. Im Laufe ihrer Entwicklung kann trockene Chenin Blanc auch den größten Kenner verunsichern; da riecht sie mal nach nassen Wollsocken im Winter, mal wirkt sie regelrecht ‚faulig’ und muffig im Duft, um wenige Monate später aromatisch zu brillieren, daß es eine Freude ist. Im Stadium der Reife duftet hochwertige Chenin Blanc schließlich komplex nach gelben Gewürzen wie Safran, Kurkuma oder Kardamom und betört mit orientalischer Aromenpracht, die nur Könner und Kenner zu interpretieren und zu schätzen wissen. Eine so zickige wie faszinierend eigenwillige große weiße Rebsorte, die ob ihrer störrischen Eigenart leider zu wenig Beachtung findet hierzulande.

 

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Frankreich - Loire
weissChenin Blanc
Langsam
6er Karton
Art-Nr. FLO10200
Inhalt 0.75l
Alkohol: 12,5 Vol %
Optimale Reife: 2012-2030+
Restzucker: < 2 g/l
Ausbau: Holzfaß > 300 l
Boden: Nein
Besonderes: In Umstellung
Dekantieren: Ja
Vergärung: Nein
Verschlussart: Naturkork

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