You're currently on:

Chardonnay Vin de Pays d´Oc (Literflasche)
Weinmacherin Edwige Thuille liefert uns seit über zehn Jahren ausgesprochen zuverlässige Alltagsweine, wie man sie besser und preiswerter kaum finden kann. Natürlich kann es bei diesem Preis nicht um den letzten Schliff gehen. Doch es ist erstaunlich, wie rebsortenspezifisch sich der Wein präsentiert. Er wurde nicht im Holzfaß, sondern im Edelstahltank per neutraler Champagner-Hefe vergoren. Deshalb präsentiert er sich angenehm saftig und rein, ohne große Komplexität oder Länge am Gaumen, aber süffig, trocken, ehrlich und unkompliziert.
Ein sauberer, ehrlicher Alltagswein also, dessen Qualität den Preis mehr als rechtfertigt. Mehr Weißwein ist zu diesem Preis kaum möglich. Vor allem im Mundgefühl ist seine Qualität einschätzbar. Der Wein füllt den Mundraum, präsentiert sich rund und harmonisch, besitzt aber weder Fülle, noch entfaltet er präzise Länge am Gaumen. Ein Wein mehr für die Party, die Feier, das Bistro, die Bar und den ganz normalen Alltag, als für den meditativen Genuß. Immerhin aber ein leckerer, saftiger, frischer unkomplizierter Chardonnay, der trotz günstigen Kurses die typischen nussigen Noten mit einem Hauch Butterkeksen im Geschmack besitzt und auch anspruchsvollere Weinfreunde nicht verzweifeln läßt. Wir ließen ihn uns deshalb für den größeren Schluck in die praktische Liter-Flasche füllen. A votre santé!
Domaine de Valensac
Die gepflegte Domaine de Valensac liegt im südfranzösischen Florensac mitten im zentralen Languedoc. Der engagiert geführte Familienbetrieb verfügt mit Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon und Merlot über den üblichen internationalen Rebsortenspiegel, mit dem in der Weinwelt durch das Überangebot aus der neuen Welt an sich kein großer Stich mehr zu machen ist. Trotzdem ist es dem Betrieb gelungen, Weine aus diesen Rebsorten mit eigener Stilistik in einer Preis/Genuß-Relation zu entwickeln, die sich vom Durchschnittsmarkt für Rebsortenweine im Languedoc wohltuend abheben.
Gesundes Lesegut, niedrige Erträge, Vergärung ohne Enzyme, langes Hefelager, Ausbau im neuen Holz samt Malolaktik und möglichst wenige Eingriffe technischer Art geben den Rahmen vor. Das Team von Valensac wird angeführt von Edwige Thuille, der jungen Kellermeisterin, die inzwischen auch die Domaine verwaltet. Sie legt besonderes Augenmerk auf ihre zwei Spitzenweine, die der Domaine Image und Profil verliehen und sie weltweit bekannt machten, der Bordeaux-Cuvée Triade Rouge und dem Chardonnay Cuvée Lafon Prestige, die Familie Lafon, den Besitzern der Domaine, gewidmet ist.
Trotz ihrer internationalen Machart und deutlicher Anleihen bei populären Geschmacksmustern wurden diese beiden Weine zu enorm erfolgreichen Zugpferden der Domaine, die regelmäßig internationale Auszeichnungen einheimsen, egal ob in Frankreich, England oder Amerika. Edwige garantiert der gesamten Produktpalette ehrgeizig und erfolgreich nicht alltäglichen Qualitätsstandard. Sie hat die Domaine zu einem der qualitativen Zugpferde im Languedoc gemacht, dem die Landweinkrise bislang nichts anhaben konnte. Sie experimentiert erfolgreich mit autochthonen alten Rebsorten wie Manseng oder Petit Verdot und verleiht ihrem Betrieb damit immer wieder interessante neue Impulse.
Edwige Thuille setzt im harten Kampf gegen die Industrie-Übermacht auf seriös handwerkliche Produktion, die Weine mit mehr Charakter, mehr Frische und mehr Eigenart hervorbringt, als die langweilig normierte Konkurrenz aus der Übersee-Retorte oder agrarindustrieller Produktion. Sie kann das zu ausgesprochen fairen Preisen machen, die konkurrenzfähig sind auf dem globalen Markt und als ungewöhnlich preiswert gelten. Weine wie die von Valensac sind die große Stärke des Languedoc und Menschen wie Hedwige die Ausnahme im Weinbusiness.
Die Rebe
Chardonnay
Die Herkunft des Chardonnay, der Königin der weißen Rebsorten, ist unbekannt. Viele Märchen ranken sich um ihren Ursprung, geklärt ist er nicht. Alleine in Frankreich kennt man 34 eigenständige Abarten, Klonen genannt, von denen einige überaus aromatisch, fast schon aufdringlich duften, andere sind extrem ertragsstark und riechen kaum.
Chardonnay reagiert wie keine andere Rebsorte unmittelbar auf die Art ihrer Verarbeitung, weshalb die Rebsorte ein so ungewöhnlich breites Qualitäts- und Geschmacksspektrum bietet, daß es den Chardonnay nicht gibt. Der Name der bekanntesten Rebsorte der Welt ist Weintrinkern in aller Welt so vertraut, daß sie kaum darüber nachdenken, daß sich dahinter eine Rebsorte verbirgt. Immer wieder passiert es, daß Kunden nicht wissen, daß Chablis, Chassagne oder Puligny Montrachet aus Chardonnay gekeltert werden. Für Sie scheint „Chardonnay“ eine Marke zu sein. Der Name ‚Chardonnay’ ist so populär, daß die zahlreichen Synonyme für die Rebsorte kaum noch bekannt sind; nur in Österreich beharrt man sympathisch auf dem alten Synonym ‚Morillon’.
Der relativ hohe Alkoholgehalt der Rebsorte vermittelt ein Gefühl von feiner Süße und cremiger Weichheit auf der Zunge, was maßgeblich zur weltweiten, von nationalen Geschmacksvorlieben losgelösten Popularität der Rebsorte beitrug. Die wie bei keiner anderen weißen Rebsorte mögliche Integration von Faßaromen und Eichenholzgeschmack ist ein weiterer Grund für die globale Popularität der Rebsorte.
Von Kellermeistern in aller Welt wird Chardonnay geschätzt, weil er wie keine andere Rebsorte auf ihre Weinbereitung reagiert. Sie läßt sich reduktiv kalt im Edelstahltank vergären und ergibt dann frische, rassige Weine mit angenehmer Säure. Sie läßt sich aber genau so gut oxidativ im kleinen Eichenfaß vergären und lange auf der Hefe lagern, verträgt sogar lange Lagerung und Reifung in neuem Holz, ohne dessen unangenehme Aromen aufzunehmen. Über das Ansprechen der Rebsorte auf Hefesatzaufrühren (die sogenannte ‚Battonage’, bei der man im Holzfaß den trüben Bodensatz der Hefe mit einem Stab aufrührt und sie auf diese Weise emulgiert; je häufiger man dies tut, um so cremiger und weicher wird der Wien) haben sich zwei Schulen an Verarbeitung zwischen Burgund und Kalifornien herauskristallisiert, die diese Eignung für besondere Stilistik nutzen: Es gibt die ‚modernen’ Winzer und Kellermeister, die durch starkes und häufiges Hefesatzaufrühren dicke, weiche, cremig fette Chardonnays produzieren, wie sie der Idealvorstellung dieser Rebsorte entsprechen. Dem stehen Winzer entgegen, die bewußt auf das Aufrühren der Hefe verzichten, um so die aromatische Komplexität der Rebsorte, ihre Mineralität und Straffheit, ihre Rasse und strukturelle Eigenartigkeit herausarbeiten. Sie rühren die Hefe gezielt nicht auf (wie z. B. Coche-Dury in Burgund oder Au Bon Climat in Kalifornien), um deren Aromen nach frischem Brot, Hefeteig, gerösteten Mandeln und Haselnüssen in das frische, nachhaltig straff wirkende, mineralisch geprägte Geschmacksbild der Rebsorte zu integrieren.
Guter Chardonnay besitzt attraktive goldene Farbe und einen breiten, gefälligen, aber nicht einfach zu beschreibenden Geschmack. In wissenschaftlichen Analysen stellte sich Chardonnay als aromatisch schwer zu fassen dar. Sein Spektrum reicht, je nach Ausbau, von Himbeeraromen über Tabak, Vanille, tropische Früchte und Pfirsicharomen zu reifen Tomaten, Tee und Blütendüften.
Wenn man Chardonnay von jungen Rebstöcken erntet, wie in Italien üblich, und dabei noch von den hohen Erträgen profitiert, die die Rebsorte mühelos bringt, wird er wäßrig, dünn und fast neutral. Einfacher Chardonnay ist ein so überflüssiger wie säuerlich dünner, an grüne Äpfel und Melonen erinnernder Saufwein, der den Markt in schier unerschöpflicher Menge zu überschwemmen scheint.
Dagegen können niedrige Erträge von erstklassigen Lagen auf basischen Böden (Kalk), die gesunde Säure mit optimalem pH-Wert aus präzise reif gelesenen Trauben besitzen, durch eine sich souverän zurücknehmende Kellertechnik großartige, eindrückliche Chardonnays begeisternder Individualität hervorbringen, die sich über Jahrzehnte zu unerreichter Grandezza rarer Komplexität entwickeln.
![]() | Frankreich - Languedoc |
![]() | Chardonnay |
![]() | 6er Karton |
| Art-Nr. FLA10132 | |
| Inhalt 1.0l |

















