You're currently on:
Arbois 'Grand Élevage' (Savagnin)
"Grand Élevage", das bedeutet besonders langen Ausbau auf der Hefe, das ist Savagnin von uralten Rebstöcken auf kalkigem Terroir von den Hängen rund um Arbois, das ist Jura-Wein in Perfektion. Jean Rijckaert verwendet für seinen großen Arbois blanc eigenes wie zugekauftes Traubenmaterial, das seine Mannschaft im eigenen Keller im Jura lange in gebrauchten Barriques auf der weineigenen Hefe ausbaut. Ein großer Jurawein, und doch ganz anders als die anderen, nämlich analytisch präzise im Rebsortencharakter, bewußt ohne auch nur den leisesten Hauch von Oxidation in Duft und Geschmack ausgebaut, reintönig und komplex zugleich, eindrucksvoll strukturiert, von nerviger Säure durchzogen, von packender Mineralität umhüllt, von weicher Frische und straffer Dichte geprägt. Weißwein für Kenner, richtungsweisend, visionär, einzigartig, und dabei so herrlich leicht und unbeschwert zu trinken, wenn man sich einmal darauf eingelassen hat. Ein großer, ein persönlicher Lieblingswein im Programm aus exzellentem Jahrgang.
Jean Rijckaert
Jean Rijckaert, ein agiler Belgier, der einst einer der renommiertesten Weinhändler seines Landes war und als solcher Partner von Jean-Marie Guffens in dessen legendärem Projekt „Verget“, verkaufte Mitte der neunziger Jahre sein Weinhandelshaus in Belgien, um in der Nähe von Saint Veran im Maconnais mit Frau und Kindern 1998 ein eigenes Weingut zu gründen.
Heute nennen Régine und Jean Rijckaert zehn Hektar Reben ihr eigen, verteilt auf viele kleine Parzellen in verschiedenen Gemeinden, alle bepflanzt mit Chardonnay.
Im 150 km entfernten französischen Jura, in der Nähe von Arbois, bewirtschaften sie zusätzlich mit einer festen Equipe noch einmal 5 Hektar Weinberge, wo sie nicht nur besondere, weil ganz andere Chardonnays als im Maconnais produzieren, sondern auch Savagnin, jene eigenwillige lokale Rebsorte des Jura, die sie in mutiger Eigenart zu grandioser Entfaltung bringen.
Régine ist für die Weinberge zuständig, Jean für den Keller. Beide kompromißlose Qualitätsfanatiker, die genau wissen, was sie nicht wollen. Régine arbeitet so naturnah wie möglich im Weinberg. Sie steht jeden Tag im Weinberg, weil es auch im krisengeschüttelten Beaujolais und Maconnais schwierig ist, nicht nur willige, sondern auch fähige Arbeitskräfte zu finden. Im Keller vorbildliche Arbeit: Die von Hand gelesenen Trauben werden schonend gekeltert und spontan ohne Temperaturkontrolle in kleinen Edelstahltanks vergoren; nach der ersten Gärung gehen die Moste zum weiteren Ausbau in gebrauchte Barriques.
Rijckaerts Weine reflektieren ihre Herkunft ungeschminkt: Glasklar in Duft und Geschmack, analytisch präzise auf der Zunge, frisch und präsent. Sie besitzen Brillanz und schmecken frisch mit raffiniert integrierter Säure, die packende Mineralität freisetzt.
Régine und Jean Rijckaerts im besten Sinne entschleunigte Chardonnays und Savagnins sind anders als andere und genießen deshalb unser besonderes Engagement.
Die Rebe
Traminer
Traminer fand bereits um 1000 n. Chr. in Südtirol Erwähnung. Ampelographen behaupten, daß die Traminer-Familie eine der ältesten der Welt und deshalb ungewöhnlich weitverzweigt sei. Inzwischen ist der historisch jüngere Gewürztraminer die weit häufiger angebaute Variante der alten Rebsortenfamilie Traminer, die als Savagnin im französischen Jura und der Schweiz ein wenig beachtetes Nischendasein führt.
Traminer kann exzellent reifen und entwickelt dabei überaus positive Feinheiten und aromatische Nuancen; er gehört zu den langlebigsten Weißweinen überhaupt, weshalb es verwundert, daß er ein weitgehend unentdecktes Nischendasein fristet, ganz offensichtlich verdrängt von launischer Weinmode, die gerade mehr Frische und weniger Körper bevorzugt. Das ist schade, denn trockener Savagnin oder nichtoxidativer Traminer aus dem französischen Jura oder der Schweiz bieten eine erregende Mischung aus Rasse, Körper, Aroma und Struktur, die sich über viele Jahre zu faszinierender Komplexität entwickelt.
Gewürztraminer und der deutlich weniger aromatische Traminer mögen etwas weniger angesagte, altmodisch wirkende Rebsorten sein, sie deshalb abzutun oder ganz von der Karte zu streichen erscheint uns etwas hart. Sie begleiten entsprechend geeignete Küche ausgezeichnet und sind ganz abgesehen davon eine historische Bereicherung der Rebsortenpalette, die es zu bewahren gilt. Moden kommen, Moden gehen. Die Zeit wird kommen, wo wir ausgereizt hochwertige Traminer wieder zu schätzen wissen.
![]() | Frankreich - Jura |
![]() | Traminer |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Karton |
| Art-Nr. FJU05502 | |
| Inhalt 0.75l |













