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Domaine de Cambes
Domaine de Cambes
In Kürze sehen Sie hier die Beschreibung des auf dem Château erneut probierten Weines. Er ist jetzt auf Flasche und ermöglichte uns die finale Beschreibung.
Die Rebe
Cabernet Franc
Noch vor wenigen Jahrzehnten war Cabernet Franc, früher reifend und wetterresistenter als sein ‚Bruder’ Sauvignon, die Basis eines guten Bordeaux. Er glich die Kapriolen des Merlot und des Cabernet Sauvignon aus. Doch dann verdrängte die moderne Merlot-Seuche den zickigen Franc, der stärker im Wuchs ist als Cabernet Sauvignon und trotzdem einen längeren Anschnitt braucht, weil er kleinere Erträge liefert; sein Hang zum Verrieseln sorgt regelmäßig für natürliche Ertragsreduzierung und die dickschalige Rebsorte ist anfällig für Pilzkrankheiten. Doch der größte ‚Nachteil’ für den Winzer ist sein kleines Reifefenster: Um ein aromatisch reifes und interessantes Aromaprofil zu erzielen, muß Cabernet Franc in einem ganz bestimmten Reifeintervall, das oft nur wenige Tage groß ist, gelesen werden.
Nach seiner Verdrängung aus den Weinbergen des Bordelais über die letzten zwanzig Jahre zwingt jetzt der Klimawandel den kühlend wirkenden Cabernet Franc wieder zurück. Der beliebte Merlot ist zu heiß geworden, zu alkoholisch, er braucht aromatische 'Kühlung'. Die garantieren ihm, neben dem Cabernet Franc, auch die einst altbewährten, dann aber bewußt eliminierten dickschaligen Malbec und Petit Vedot, die derzeit ebenfalls ein ungewolltes aber fast zwangsläufiges Comeback in den Weinbergen Bordeaux feiern.
Wenn Cabernet Franc reif gelesen wird, kann er mit dunkel würzigem, komplexem Duft nach frischem grünem Pfeffer, animierenden Kräutern und kühl wirkendem Hauch von Süßholz und Veilchen aromatisch begeistern. Jene unattraktiv kräuterig grünen, harten Noten, die an unreife Paprika und frisch gemähtes Gras in Duft und Geschmack erinnern, die ihm in den neunziger Jahren schlechten Ruf einbrachten, sind nichts anderes als Indiz für schlechte Laubarbeit im Sommer, zu frühe Lese, unreifes Traubenmaterial und zu hohe Erträge, sprich für schlechte Winzerarbeit.
In Reinkultur kann man Cabernet Franc heute am besten an der Loire erleben und genießen; in Chinon, Bourgueil, Saumur-Champigny oder Brissac bewirkt der Klimawandel wahre Wunder; noch nie waren rote Loireweine so aufregend, so reif und so gelungen wie in den Jahren seit 2001.
So bekannt und beliebt Cabernet Sauvignon ist, so wenig bekannt ist Cabernet Franc. Dabei sind gute reinsortige Cabernet Francs die vielleicht interessanteste Bordeaux-Alternative überhaupt. Interessanter in Duft und Geschmack sind sie, wenn gut gemacht, allemal. Die starken Jahrgangsschwankungen, die die Rebsorte spürbar prägen, strapazieren unsere Loyalität Winzern wie Rebsorte gegenüber allerdings immer wieder. Deshalb scheint die umstrittene Rebsorte ihre optimale Wirkung in Verschnitten mit Cabernet Sauvignon und Merlot am überzeugendsten zu verwirklichen. Ihre aromatische Komplexität und ihre angenehm kühlenden Eigenschaften kommen im elegant frischen Charakter einer gekonnt zusammengestellten Cuvée am besten zur Geltung.
![]() | Frankreich - Bordeaux |
![]() | Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Kiste |
| Art-Nr. FBO08009 | |
| Inhalt 0.75l |

















