Search Site

You're currently on:

Domaine de Cambes 
2010

Domaine de Cambes

Kühl und raffiniert wirkt Domaine de Cambes 2010 im Glas, nur durch pubertäre Gäraromen gestört, die den Wein aber als ungekünstelt, nicht beschleunigt und mitten in seiner normalen, nichtmanipulierten Entwicklung offenbaren.

Nein, dies ist kein üblicher Zweitwein von was für einem Gewächs auch immer! Glauben Sie einfach nicht, was Sie so oft geschrieben sehen! Domaine de Cambes ist der Bruder-Bordeaux zu Roc de Cambes, stammt also von der gleichen Lage, die lediglich die Gemarkungsgrenze zwischen den Appellationen Côtes de Bourg und Bordeaux trennt. In der Rebsortenzusammensetzung ist in der Domaine de Cambes etwas mehr Merlot vorhanden und das Holz der Fässer ist nicht neu, wie bei Roc de Cambes, sondern ein- und zweijährig.

Im Mund beweist Domaine de Cambes 2010 seine ungestüme Jugend in noch etwas mürb wirkendem, körnigem Gerbstoffgewebe, doch man spürt die schon, die Eleganz und den Schmelz, die diesen Wein so charakteristisch auszeichnen, wenn er denn man trinkreif ist.

Man könnte ihn als mittelgewichtig bezeichnen im Jahrgangskontext, harmonisch im Trinkfluß und bereits richtig Spaß vermittelnd; nur die noch etwas rüde Gerbstoffkonsistenz steht für seine Jugend, die Feinheit und den Schliff des wunderschönen 'kleinen' Bordeaux trägt er bereits in sich. Domaine de Cambes 2010 dürfte damit souverän besser ausfallen als viele der viel zu grünen, unreifen, harten und uninspiriert bereiteten Weine, die den Jahrgang 2010 in seiner qualitativen Heterogenität so nachhaltig prägen.

François Mitjavile gelingt mit Domaine de Cambes zuverlässig das, was wir einen 'Wohlfühl-Bordeaux' nennen. Er trägt stets die Handschrift des Jahrgangs, kombiniert diese aber gekonnt und einfühlsam mit Schliff, kühler Eleganz und der präzise harmonischen Dosis an Gerbstoffen, die der Wein braucht, um Druck, Potenz und Nachhalt zu entwickeln. Wird mittelfristig enorm schönes Bordeauxvergnügen liefern, mit vielleicht etwas mehr Potenz und Körper im Hintergrund als üblich. 

 

Domaine de Cambes

In Kürze sehen Sie hier die Beschreibung des auf dem Château erneut probierten Weines. Er ist jetzt auf Flasche und ermöglichte uns die finale Beschreibung.

Mehr von diesem Produzenten
 

Die Rebe

Cabernet Franc

Noch vor wenigen Jahrzehnten war Cabernet Franc, früher reifend und wetterresistenter als sein ‚Bruder’ Sauvignon, die Basis eines guten Bordeaux. Er glich die Kapriolen des Merlot und des Cabernet Sauvignon aus. Doch dann verdrängte die moderne Merlot-Seuche den zickigen Franc, der stärker im Wuchs ist als Cabernet Sauvignon und  trotzdem einen längeren Anschnitt braucht, weil er kleinere Erträge liefert; sein Hang zum Verrieseln sorgt regelmäßig für natürliche Ertragsreduzierung und die dickschalige Rebsorte ist anfällig für Pilzkrankheiten. Doch der größte ‚Nachteil’ für den Winzer ist sein kleines Reifefenster: Um ein aromatisch reifes und interessantes Aromaprofil zu erzielen, muß Cabernet Franc in einem ganz bestimmten Reifeintervall, das oft nur wenige Tage groß ist, gelesen werden.

Nach seiner Verdrängung aus den Weinbergen des Bordelais über die letzten zwanzig Jahre zwingt jetzt der Klimawandel den kühlend wirkenden Cabernet Franc wieder zurück. Der beliebte Merlot ist zu heiß geworden, zu alkoholisch, er braucht aromatische 'Kühlung'. Die garantieren ihm, neben dem Cabernet Franc, auch die einst altbewährten, dann aber bewußt eliminierten dickschaligen Malbec und Petit Vedot, die derzeit ebenfalls ein ungewolltes aber fast zwangsläufiges Comeback in den Weinbergen Bordeaux feiern.

Wenn Cabernet Franc reif gelesen wird, kann er mit dunkel würzigem, komplexem Duft nach frischem grünem Pfeffer, animierenden Kräutern und kühl wirkendem Hauch von Süßholz und Veilchen aromatisch begeistern. Jene unattraktiv kräuterig grünen, harten Noten, die an unreife Paprika und frisch gemähtes Gras in Duft und Geschmack erinnern, die ihm in den neunziger Jahren schlechten Ruf einbrachten, sind nichts anderes als Indiz für schlechte Laubarbeit im Sommer, zu frühe Lese, unreifes Traubenmaterial und zu hohe Erträge, sprich für schlechte Winzerarbeit.

In Reinkultur kann man Cabernet Franc heute am besten an der Loire erleben und genießen; in Chinon, Bourgueil, Saumur-Champigny oder Brissac bewirkt der Klimawandel wahre Wunder; noch nie waren rote Loireweine so aufregend, so reif und so gelungen wie in den Jahren seit 2001.

So bekannt und beliebt Cabernet Sauvignon ist, so wenig bekannt ist Cabernet Franc. Dabei sind gute reinsortige Cabernet Francs die vielleicht interessanteste Bordeaux-Alternative überhaupt. Interessanter in Duft und Geschmack sind sie, wenn gut gemacht, allemal. Die starken Jahrgangsschwankungen, die die Rebsorte spürbar prägen, strapazieren unsere Loyalität Winzern wie Rebsorte gegenüber allerdings immer wieder. Deshalb scheint die umstrittene Rebsorte ihre optimale Wirkung in Verschnitten mit Cabernet Sauvignon und Merlot am überzeugendsten zu verwirklichen. Ihre aromatische Komplexität und ihre angenehm kühlenden Eigenschaften kommen im elegant frischen Charakter einer gekonnt zusammengestellten Cuvée am besten zur Geltung.

 

Senden Sie Ihren Freunden eine Empfehlung zu diesem Produkt per E-Mail.

 

Absender:





Empfänger:





34,00 €
je Flasche à 0.75l / 45,33 €/L
inkl. MwSt. / zzgl. Versand
Frankreich - Bordeaux
rotMerlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc
Langsam
12er Kiste
Art-Nr. FBO10014
Inhalt 0.75l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: 2015
Optimale Reife: - 2020+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Barrique
Boden: Kalkmergel
Besonderes: In Subskription!
Dekantieren: Ja
Vergärung: Spontan & Reinzuchthefe
Verschlussart: Naturkork

Auch von diesem Winzer

  1. Domaine de Cambes
    2008
    Domaine de Cambes
    29,90 €
    0.75l 
  2. Domaine de Cambes
    2006
    Domaine de Cambes
    34,00 €
    0.75l 
  3. Domaine de Cambes
    2007
    Domaine de Cambes
    36,00 €
    0.75l