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2005

Château de Crabitey

Château de Crabitey war für uns eine der Entdeckungen des Jahrgangs 2005. Ein ungewöhnlich charmanter, sehr typischer Graves bzw. Pessac-Leognan, der uns ob seiner seidigen Gerbstoffqualität und seiner aromatisch reintönigen Intensität überzeugte.

Der Wein besitzt eine sehr schöne, transparente Farbe, duftet intensiv nach reifen Pflaumen und Brombeeren und man ahnt den typischen herbstlichen Rauchton von Pessac-Leognan im Bukett. Im Mundgefühl muß man ihn als raffiniert bezeichnen, denn er wirkt weniger korpulent als fein, nervig und seidig in der Struktur und entwickelt sehr schöne fruchtbeladene, kühle Länge am Gaumen. Die Qualität dieses auch uns kaum bekannten Châteaus ist wirklich verblüffend.

Schade, daß wir nur noch halbe Flaschen und - auf Anfrage - auch nur noch wenige 1.5l-Magnum-Flaschen zu Verfügung haben. Diesen Wein hätten wir uns jetzt, wo wir ihn erneut probiert haben, gerne selber in den Keller geiegt, zumal er schon mittelfristiges Trinkvergnügen zu versprechen scheint.

 

Château de Crabitey

Leider ist uns über dieses offensichtlich ausgezeichnete Weingut in Graves nur wenig bekannt. Wir werden uns kundig machen und berichten.

Was wir wissen ist, daß der Wein aus 35 % Cabernet Sauvignon und 65 % Merlot besteht und bei vielen Winzern der Region als einer der besten Rotweine des Graves gehandelt wird. Er ist deshalb kaum bekannt, weil die Besitzer die kleine Ernte quasi komplett „en primeur“ direkt an französische Privatkunden verkaufen, was in Anbetracht der ausgezeichneten Bewertungen, die der Wein in französischen Publikationen regelmäßig erhält, kein Problem zu sein scheint. Nach allem, was wir über den Wein, den wir über einen Händler in Bordeaux und nicht direkt ab Château kaufen, in Erfahrung bringen konnten, scheint er eine echte Koryphäe im Verborgenen zu sein.

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Die Rebe

Merlot

Merlot ist ein Phänomen. Die seit den achtziger Jahren stetig populärer werdende rote Rebsorte ist die einzige weltweit, die international fast überall Zuwachs an Rebfläche verzeichnen kann. Mit weltweit über 200.000 Hektar steht Merlot inzwischen auf Platz 6 der internationalen Rebsorten-Hitliste.

 Merlot verdankt seine Popularität seiner fülligen, üppigen Frucht und seinem körperreichen, vollmundigen Geschmack; Merlot ist relativ früh trinkbar und trinkreif, und er reift schneller als der meist mit ihm verschnittene Cabernet, den er bereits in geringem Verschnittanteil früher zugänglich macht. Das hängt allerdings entscheidend von der Qualität des Merlot ab. Merlot kann, wie in vielen italienischen Ausgaben nachzuvollziehen, unglaublich simpel und ordinär ausfallen; dann schmeckt er eindimensional kräuterwürzig, hat keine Süße und keinen Charme und wird zum puren Ärgernis. Auch im Languedoc, aus Spanien oder aus Chile kennen wir ähnlich ärgerliche Merlots, die eher an grasig unreifen Cabernet Franc denn an Merlot erinnern.

Merlot muß in der Produktivität gezügelt und im Wasserhaushalt und in der Blattfläche geschickt gesteuert werden, um nicht zu reif oder zu unreif auszufallen. In Bordeaux protzen Merlots inzwischen mit 15 und mehr Volumenprozent, was Zweifel an deren Reife- und Entwicklungsfähigkeit aufkommen läßt. Merlot wird dort in den letzten Jahren, angefeuert durch Parkers Punktediktat, dem sich viele Produzenten zu beugen scheinen, immer mehr zur Karikatur seiner selbst. Dicke, süße, marmeladige Weine von unnatürlicher Konzentration und Struktur bekommen zwar viele Punkte, doch sie zerfallen schnell, reifen schlecht und werden zum Ärgernis, was die Rebsorte nicht verdient hat. Das beweisen jene erstklassigen Exemplare von Könnern wie z. B. Familie Mitjavile oder Christian Veyry, die edel wirken, kühl, raffiniert geschmeidig und den Vorteil der Merlot auf den spät reifenden Böden der rechten Seite der Gironde gekonnt nutzen und umzusetzen verstehen. Merlot braucht, will sie ihr geschmackliches Potential nutzen, entsprechend geeignete Böden, engagierten Anbau und einen Lesezeitpunkt, der sich an ihrer Aromatik, nicht an ihrer Reife orientiert. Ansonsten verkehrt sich ihr Charakter schnell ins beschriebene Gegenteil.

Merlot ist eine frühreifende Sorte, die deutlich dünnere Beerenschalen besitzt als die Cabernet-Familie. Daraus entsteht der besondere Reiz der berühmten und längst weltweit praktizierten Bordeaux-Blends aus Cabernet und Merlot. Bei langer, gleichmäßiger Reifezeit der Beeren am Stock kann Cabernet ausreifen und liefert dann eindrucksvoll gerbstoffbetonte Cuvées mit Kraft und Potential; bei witterungsbedingt kürzerer Reifezeit der Trauben reift die Merlot sicher aus, während die Cabernets sich unreifer präsentieren, die Cuvée wird dann merlotbasiert sein und entsprechend charmant ausfallen. Merlot reift auf spätreifenden, lehmig sandigen Ton-Böden besonders gut und ergibt dort charakteristisch fleischige Weine, die samtiges, geschmeidiges Tannin in milder Säure bieten. Grundsätzlich ähnelt Merlot aromatisch in der Jugend der Cabernet-Familie, entwickelt aber statt deren herber, aristokratischer Gerbstoffdichte eher ‚süßeren’, etwas malzig an Kaffee, Karamell und Nougat erinnernden Geschmack in samtig weichem Gerbstoffprofil.

Über die Herkunft der Rebsorte ist wenig bekannt. Sie findet im 14. Jahrhundert als ‚Crabatut noir’ erste schriftliche Erwähnung in Bordeaux; im Jahr 1784 nennt man sie bereits 'Merlot' und sie wird zu einer der wichtigen Sorten in Bordeaux, wo sie im 19. Jahrhundert zur dominanten Sorte aufsteigt. Dann kommt die Reblaus, die den Rebsortenspiegel in Bordeaux nachhaltig stört. Alte angestammte Sorten wie Abouriou und Carmenère, der fast vollständig verschwindet, Petit Verdot und Malbec, aber auch Grenache, die damals tatsächlich im Bordelais anzutreffen war, verschwinden weitgehend und werden durch Cabernet Franc, vor allem aber durch Cabernet Sauvignon ersetzt. Heute ist Merlot wieder auf dem Vormarsch, vor allem im Médoc wird er seit zwanzig Jahren verstärkt angepflanzt, so daß er seine einstige Vormachtstellung im Rebsortenspiegel des Bordelais wieder anstrebt.

Lange hat man gerätselt, wer die Eltern der beliebten Rebsorte sein könnten. Erst 2009 gelang der Nachweis, daß die so gut wie ausgestorbene, vermutlich sehr alte, frühreifende Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes, die auch zu den Eltern des Malbec gehört, sowie Cabernet Franc die Kreuzungs-Eltern der Rebsorte Merlot sind.

 

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je Flasche à 0.375l / 39,73 €/L
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Frankreich - Bordeaux (rechtes Ufer)
rotMerlot
Langsam
12er Kiste
Art-Nr. FBO05540
Inhalt 0.375l
Alkohol: 13 Vol %
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: - 2019+
Restzucker: < 2 g/l
Anbau: Naturnah
Ausbau: Neues Barrique
Boden: Nein
Dekantieren: Ja
Vergärung: Wilde Hefe
Verschlussart: Naturkork