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Château Bel-Air La Royère
Von diesem erstklassigen kleinen Château auf der falschen Seite der Gironde, der 'rive droit', genau gegenüber von Pauillac, bekommen wir alljährlich die größte Zuteilung, die nach Deutschland geht. Seit 2001 arbeiten wir zusammen und Corinne und Xavier Loriaud sind den Besuchern unserer Hausmesse längst ein persönlicher Begriff, denn sie kommen jedes Jahr. Sie gehören zu den besten Winzern der rechten Seite und ihr Château zu den viel beachteten 'kleinen' Weinen in Bordeaux, die es mit vielen weit teureren und berühmteren Weinen der richtigen Seite im Médoc mühelos aufnehmen können.
Im Jahrgang 2010 konnte Château Bel-Air La Royére auf ganz besondere Weise von seinen lehmigen Kalkböden in exponierter Lage auf dem höchsten Punkt über der Gironde profitieren. Sie gelten als spätreifend ob ihres hohen Lehmgehaltes, was Xavier Loriaud, zuständig für die Weinberge, so vorteilhaft zu nutzen verstand, daß beide den Jahrgang 2010 für ihren besten bisher halten.
Ihr Wein, eine Cuvée aus ca. 65 % Merlot und 35 % Malbec, begeisterte uns in mehreren Vergleichsproben vor Ort. Wir kauften, was wir kriegen konnten, bekamen aber leider weniger als gewünscht. Immerhin . . .
Charakteristisch für den Jahrgang steht expressiver Duft nach Sauerkirschen, wie er alle guten Weine des Jahrgangs zum Zeitpunkt der Verkostung im April 2011 deutlich und animierend prägte, über dem Glas. Der Wein wirkt ungemein appetitlich und präsentiert sich klar und präzise definiert in Duft und Geschmack; hauchzart spürt man neues Holz im Duft, das sich aber ob der dichten, kühlen Substanz des Weines perfekt einbinden wird; saftig wirkt der Wein, raffiniert kühl und geschmeidig; die Gerbstoffe wirken sehr sensibel extrahiert und besitzen keinerlei grüne Noten, aber auch keinen Alkoholüberhang; feinkörnig und seidig gleiten sie über die Zunge, mit nur dezent warmem Nachklang am Gaumen; den puffert die Süße der reifen Gerbstoffe so gekonnt, daß der Wein eine Harmonie verbreitet, die beeindruckend wirkt und den Verkoster unter all den vielen Proben spontan positiv stimmt.
Noch wirkt die Frucht etwas oberflächlich weil fruchtig und süß, noch fehlt dem Wein die Tiefe und der Druck, doch der hohe Anteil an Malbec, das zeigt die Erfahrung aus ähnlichen Jahrgängen wie 2005 und 2009, wird sich mit zunehmender Reife zu druckvoller Tiefe und fokussiertem Gerbstoffgerüst entwickeln, dem dunkle, würzige Heidelbeernoten und pfeffrige Würze geschmeidige Komplexität und raffinierten Schliff mit Länge und Nachhall verleihen werden.
Ein in des Wortes Sinne wunderschöner Wein, der zu kleinem Preis bemerkenswert hohes NIveau offeriert, das weit über so machem Grand Cru aus der Önologenretorte steht. Einer unserer Tips des Jahrgangs.
Château Bel-Air La Royère
Château Bel-Air La Royère ist ein kleiner Bordeaux, der aus der stilistischen Monotonie der Region groß herausragt. Corinne und Xavier Loriaud widmen sich nämlich einer Rebsorte, die das offizielle Bordeaux als Massenträger verdammt, weil es nur einen minderwertigen Klon im Anbau hat: Malbec.
Malbec war im neunzehnten Jahrhundert mit einigen anderen längst vergessenen Rebsorten fester Bestandteil der Bordeauxformel. Heute halten nur noch ein paar wenige Châteaux in Bordeaux an ihr fest, weil sie ihre frische Kühle schätzen. Dank Argentiniens großer Malbec-Qualitäten zieht die Rebsorte neue Aufmerksamkeit auf sich und könnte in Zeiten des Klimawandels als ‚kühlendes Element’ fungieren, um in den zunehmend alkoholischer werdenden Weinen moderner Merlot-Einheitsreifung für Frische und niedrigeren Alkohol zu sorgen.
Auf ‚Bel-Air La Royère’ stehen noch Malbec-Stöcke des alten, hochwertigen Niedrigertragsklons, der heute Argentiniens Rückgrat bildet und jetzt wieder zurück kommt nach Europa. Xavier Loriaud, Diplomönologe mit profunder Erfahrung als Berater renommierter Grand Cru Classés auf der anderen Flußseite, erkannte das Potential des kleinen, heruntergekommenen Châteaux an der Côte gegenüber von Pauillac, kaufte es, renovierte es und produziert dort heute zusammen mit seiner Frau Corinne einen der originellsten und besten ‚kleinen’ Grand Vins neuer Generation. Die Lage ist ideal. Die Reben schauen aufs Wasser, untrügliches Qualitätsmerkmal der Rive droit, und auf 30 % der Rebfläche steht, einmalig in Bordeaux, besagter alter Malbec-Klon, der für das faszinierend andere Geschmacksbild dieses Weines sorgt, den rassig kühle ‚blaue’ Adern in begeisternd hochwertiger Tanninqualität durchziehen; seidig breiten sie sich im Mund aus, trocken, ohne adstringierend zu wirken, umhüllen sie die Zunge, raffiniert kühl wirkend, straff und nobel im Sinne des Wortes. 'Bel-Air La Royère' produziert auch den einzigen reinsortigen Malbec Bordeaux, den wir exklusiv anbieten.
Familie Loriaud versteht ihr Handwerk. Ihre Weine, weiß wie rot, werden spontan vergoren und in teilweise neuen Barriques vergoren und ausgebaut, sie stehen für das Understatement einer neuen Generation profunden Bordeauxvergnügens und sind das wohl überzeugendste Argument gegen die uniforme Niedrigsäure-Langeweile der mit Gummi Arabicum auf Parkers Mundgefühl hingebogenen Neunzig-und-mehr-Punkte-Tropfen, die das 'moderne' Bordeaux so uninteressant machen. Château ‚Bel-Air la Royère’ ist ein persönlicher Bordeaux-Tip, an dem wir uns gerne in unserer dreißigjährigen Bordeaux-Kompetenz messen lassen.
Die Rebe
Cuvée rot
Cuvée ist ein Begriff, der immer wieder zu Irritationen Anlaß gibt. Tatsächlich ist die Bedeutung des Wortes je nach Zusammenhang unterschiedlich.
In Deutschland bezeichnet man mit Cuvée den Verschnitt, also das gemeinsame Keltern oder auch Vergären verschiedener Rebsorten in einem Gärbehälter. Aber auch der spätere Verschnitt verschiedener Weinpartien unterschiedlicher Rebsorten oder auch Lagen wird Cuvée genannt. Man cuviert einen Wein aus verschiedenen Partien im Keller. Cuvée bezeichnet hierzulande also einen Wein, der aus verschiedenen Rebsorten oder Weinbergslagen miteinander verschnitten wurde.
Die Franzosen benutzen dafür ein anderes, für sie eindeutiges Wort: Assemblage.
Wenn der Franzose von einer Cuvée spricht, meint er damit jeden separat abgefüllten Wein, jede einzelne Partie im Keller eines Weingutes. Das Wort Cuvée stammt aus dem französischen und bezeichnet den Inhalt eines Gärbehälters, der im französischen Cuve heißt. Im französischen kann eine Cuvée also ein Verschnitt mehrerer Rebsorten aber auch ein Wein einer einzelnen, ganz bestimmten Lage sein.
Häufig begegnet man auf Etiketten Begriffen wie Tête de Cuvée oder Cuvée Prestige; damit bezeichnen die Franzosen ihre besten Weine im Keller, ihre Spitzencuvées, ihre besten Partien, egal ob sie reinsortig sind oder verschnitten wurden. Um es kompliziert zu machen bezeichnet man in der Champagne den aus der Kelter laufenden Vorlaufmost, der die höchste Qualität liefert, ebenfalls als Cuvée, nennt dort aber zugleich verschiedene Abfüllungen Cuvée, weil die großen Markenchampagner kunstvoll aus bis zu 100 verschiedenen Einzelpartien miteinander verschnitten werden, um so das erwartete Geschmacksbild garantieren zu können.
Eine Cuvée, also das gezielte Verschneiden von Weinen, soll und kann die Qualität des fertigen Weines verbessern. In Châteauneuf du Pape z. B. verschneidet man bis zu 13 Rebsorten miteinander, wobei auch weiße Sorten im roten Châteauneuf zugelassen sind. Das macht man, um durch körperreiche, farbintensive, gerbstoffbetonte Rebsorten die oxidationsempfindlichen, leichteren, aromatisch duftigeren und eleganteren Rebsorten vor Oxidation zu schützen und eine längere positive Entwicklung gewährleisten zu können. Auf diese Weise verschneidet man z. B. ‚kühle’ Rebsorten (wie Syrah) mit ‚warmen’ (wie Grenache), empfindliche mit unempfindlichen, reduktive mit oxidativen etc. etc.
Das geschieht stets nach peniblen Vorverkostungen in mehr oder weniger aufwendigen Probenreihen. Tatsächlich kann eine gekonnt zusammengestellte Cuvée besser schmecken als die einzelne Rebsorte für sich, weil sich Frucht, Gerbstoffgehalt und Alkohol zum harmonischen Ganzen vereinen. Praktisch jeder Bordeaux, viele Chiantis, nahezu jeder Rotwein aus der Rioja oder dem portugiesischen Dourotal, dem Veneto, der Provence, dem Languedoc oder dem südlichen Rhônetal besteht aus zwei bis fünf, manchmal auch mehr Rebsorten, die auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden.
Das deklarieren auch wir als Cuvée, egal ob weiß oder rot, geben dann aber immer die wesentlichen Rebsorten an. Alles klar?
![]() | Frankreich - Bordeaux (rechtes Ufer) |
![]() | Cuvée rot |
![]() | Langsam |
![]() | 12er Kiste |
| Art-Nr. FBO10000 | |
| Inhalt 0.75l |


















